Salamander

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Dieser Artikel behandelt das Tier Salamander; zu weiteren Bedeutungen siehe Salamander (Begriffsklärung).
Lanzas Alpensalamander (Salamandra lanzai)

Der Begriff Salamander kennzeichnet – wie der Begriff Molch – keine systematische Gruppe, sondern einfach einen Vertreter aus der Amphibien-Ordnung der Schwanzlurche, der keine Flossensäume erkennen lässt.

In der modernen Namensgebung werden von den europäischen Arten als "Salamander" in der Regel die Vertreter der Familie Salamandridae, Unterfamilie Salamandrinae bezeichnet, während die Arten der Unterfamilie Pleurotelinae "Molche" genannt werden. Die erst kürzlich von manchen Autoren von den Salamadrinae abgespaltenen Salamandininae (vgl. Brillensalamander) werden weiterhin Salamander genannt.[1] Bei den außereuropäischen Familien ist aber keine solche Systematik vorhanden.

Merkmale[Bearbeiten]

Bei den Salamandern handelt es sich um Vertreter der Schwanzlurche (Caudata oder auch Urodela), langgestreckte Amphibien mit Schwanz. Ihre Haut ist nackt. Zur Gruppe gehören ständig im Wasser lebende Arten wie beispielsweise der Japanische Riesensalamander oder auch ständig an Land lebende Arten wie etwa der Alpensalamander.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Salamander wurde in die moderne zoologische Nomenklatur durch Carl von Linné eingeführt, der eine von ihm beschriebene Art "Lacerta salamandra" nannte (heutiger Name Salamandra salamandra, der Feuersalamander). Linné übernahm dabei einen bereits in der Antike und im frühen Mittelalter überlieferten Namen. Dieser halb-mythologische Salamander geht vermutlich tatsächlich auf den Feuersalamander zurück. Ihm wurden aber zahlreiche bemerkenswerte Eigenschaften zugeschrieben; vor allem berühmt war seine (angebliche) extreme Giftigkeit und seine Fähigkeit, Feuer zum Erlöschen zu bringen. Bei zahlreichen späteren Autoren wurde daraus sogar eine Fähigkeit, im brennenden Feuer zu leben, oder hier seinen eigentlichen Lebensraum zu haben. In der Historia naturalis des römischen Schriftstellers Plinius lesen wir: "So kommt zum Beispiel der Salamander, ein Tier mit der Gestalt einer Eidechse und besterntem Körper, niemals ins Freie außer nach heftigen Regenfällen, er verschwindet sofort, wenn das Wetter besser wird. Dieses Tier ist so kalt, dass es Feuer auslöscht, wenn es dies berührt, wie es auch Eis tut. Es speit auch eine milchige Substanz aus seinem Maul aus, und welcher menschliche Körperteil auch in Kontakt damit gerät, dem fallen sofort alle Haare aus, und er nimmt ein lepröses Aussehen an".[2] Die Fähigkeit, Feuer zu löschen, wurde allerdings auch in der Antike (sogar von Plinius selbst an einer späteren Stelle) bezweifelt. Die mittelalterlichen Autoren kannten den "Salamander" vor allem durch seine Erwähnung beim Kirchenlehrer Augustinus, der ihn im 21.Kapitel seines Hauptwerks De civitate Dei erwähnt.[3] Demnach lebe der Salamander ohne Schmerzen im Feuer, "weil seine Natur diesem Element angepasst" sei. Auch andere vormittelalterliche Quellen wie Isidor von Sevilla in seiner Etymologiae und der sog. Physiologus bestätigten diese Angaben. In dieser Form wurde der Name bis in die Neuzeit tradiert.

Nach dem tatsächlichen Sprachgebrauch wurden in der frühen Neuzeit auch die Tiere, die wir heute Salamander nennen, als "Molch" bezeichnet.[4]

Mythos[Bearbeiten]

Salamander im Wiener Dioskurides Manuskript (Konstantinopel, vor 512) fol. 423 recto

Der Salamander soll nach mythologischen Vorstellungen als eines der vier Elementarwesen auch im Feuer leben können.

Die Alchemisten behielten das Sinnbild vom Salamander als Elementar des Feuers bei. Jedoch stützt sich ihr Name vielleicht weniger auf das Tier Salamander, es wird auch angenommen, dass es sich um eine Beziehung zur Universität von Salamanca (Spanien) handelt. Ihre Form variiert in der Darstellung von einem Wurm über eine Schlange bis zu eidechsenartigen Wesen, enge Beziehungen bestehen zu Drachen und zum mythischen Bildsymbol des Ouroboros.[5] Der Salamander wurde als Symbol für Zerstörung und Wiedergeburt, damit auch für Unzerstörbarkeit und des Steins der Weisen angesehen. Salamander wurden nicht selten als Emblem dargestellt, zum Beispiel in dem Werk "de atalanta fugiens" des Alchemisten Michael Maier.

Regeneration[Bearbeiten]

Salamander sind bezüglich ihrer Regenerationsfähigkeit bemerkenswerte Lebewesen. Verlieren diese Tiere einen Körperteil, wächst er in mehr oder minder verkürzter Form wieder nach. Diese Regenerationsfähigkeit sorgt für funktionstüchtigen Ersatz der Gliedmaßen und ist auch bei erwachsenen (allerdings neotenen) Tieren gegeben. Besonders interessant ist in dieser Hinsicht auch der Axolotl, bei dem die Regenerate in der Regel jedoch in voller ehemaliger Länge ausgebildet werden.

Kurzsystematik[Bearbeiten]

Aus der Familie Echte Salamander und Molche (Salamandridae) kommen folgende Arten autochthon im deutschsprachigen Mitteleuropa vor:

Zur weiteren Systematik siehe Schwanzlurche.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alain Dubois & Jean Raffaelli (2009): A new ergotaxonomy of the family Salamandridae Goldfuss, 1820 (Amphibia, Urodela). Alytes 26 (1-4): 1-85.
  2. Gaius Plinius Secundus Maior: Historia naturalis 10.Buch, Kap. 86, 66.
  3. Angabe nach Jan Ullrich Büttner: Asbest in der Vormoderne: Vom Mythos zur Wissenschaft. Waxmann Verlag, 2004, ISBN 3830964021.
  4. Gunter Dimt: Frösche, Kröten, Salamander. Ein ethnologischer Streifzug durch die Welt der Lurche. Stapfia 47: 249-260.
  5. Stanton J. Linden: Darke Hierogliphicks: Alchemy in English Literature from Chaucer to the Restoration. University Press of Kentucky, 1996, ISBN 0813133408, S. 188 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Salamander – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Eigentliche Salamander