Salasser

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Die Salasser (Salassi) waren ein Alpenvolk im heutigen Nordwest-Italien. Sie waren entweder Kelten[1] oder keltisierte Ligurer[2] und bewohnten das Tal der Duria (Dora Baltea). Dort fanden sich ergiebige Goldgruben und Goldwäschereien.[3] Nach anfänglichen Schwierigkeiten besiegte der römische Konsul Appius Claudius Pulcher 143 v. Chr. die Salasser.[4] 100 v. Chr. wurde in ihrem Gebiet die römische Kolonie Eporedia (heute Ivrea) gegründet.[5] Kaiser Augustus schickte 25 v. Chr. Aulus Terentius Varro Murena gegen die schon länger sich gegen die römische Herrschaft auflehnenden Salasser. Varro Murena vernichtete das ganze Volk – 36.000 Personen, davon 8.000 Waffenfähige – weitgehend, indem er die Überlebenden teils in entfernte Länder verpflanzte, teils in die Sklaverei verkaufte.[6] Die von Südwest-Gallien nach Italien führenden Alpenpässe waren ab nun gesichert. Später gründete Augustus an der Stelle von Varro Murenas Hauptlager während des Salasserkrieges die römische Kolonie Augusta Praetoria (heute Aosta).[7]

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Titus Livius, periochae 60.
  2. Strabon 4, 180.
  3. Livius 21, 38; Strabon 4, 205.
  4. Orosius 5, 4, 7; Iulius Obsequens 21; vgl. Cassius Dio, Fragment 74, 1.
  5. Velleius Paterculus 1, 15; Plinius, Naturalis historia 3, 123, Ptolemäus 3, 1, 34.
  6. Strabon 4, 205; Cassius Dio 53, 25, 2-4.
  7. Strabon 4, 205.