Sali Berisha

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Sali Berisha (2008)

Sali Ram Berisha (* 15. Oktober 1944 in Tropoja) ist ein albanischer Politiker (PD) und einer der Mitbegründer der Demokratischen Partei Albaniens. Von 1992 bis 1997 war er Präsident Albaniens. Am 11. September 2005 wurde er Ministerpräsident und ist 2009 wiedergewählt worden, seitdem er nun seine zweite Regierung stellt.

Inhaltsverzeichnis

Familie und Ausbildung [Bearbeiten]

Berisha stammt von ärmlichen Verhältnissen aus Tropoja im gebirgigen Nordalbanien. 1967 schloss er an der Universität Tirana ein humanmedizinisches Studium ab. Nachdem er seine weiterführenden Studien in Paris erfolgreich abgeschlossen hatte, führte er zuletzt als Kardiologe die Abteilung der Hämodynamik der Medizinischen Universitätsklinik in Tirana. Während des kommunistischen Regimes war er Parteisekretär der Medizinischen Fakultät und Arzt des Diktators Enver Hoxha.

Verheiratet ist er mit Liri Berisha, einer Kinderärztin. Die beiden haben einen Sohn sowie eine Tochter, Shkëlzen und Argita. Sali Berisha spricht Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch.[1]

Politische Laufbahn [Bearbeiten]

Bei den Studentenunruhen im Jahr 1990 wurden er und andere Universitätsprofessoren von der Staatsführung für Verhandlungen zu den jungen Demonstranten geschickt. Berisha verbündete sich mit den Studenten und gründete am 14. Dezember 1990 auf dem Gelände der Universität von Tirana die Demokratische Partei (PD), die erste unabhängige Partei Albaniens. Zuerst gehörte er dem Parteivorstand unter Führung von Azem Hajdari an, wenige Monate später wurde er zum Vorsitzenden gewählt.

Nachdem die PD die ersten freien Wahlen 1991 noch nicht für sich entscheiden konnte, war sie ein Jahr später erfolgreicher und löste das 50-jährige kommunistisch-sozialistische Regime des Landes ab. 1992 wurde Berisha zum ersten nicht-kommunistischen Staatspräsidenten Albaniens nach dem Zweiten Weltkrieg gewählt. Nach demokratischen und wirtschaftlichen Reformen, welche die internationale Gemeinschaft anfänglich als erfolgreich beurteilte, waren er und seine Partei 1996 an massiven Wahlfälschungen beteiligt, die der PD eine Drei-Viertel-Mehrheit im Parlament einbrachten.[2] Bei der wenige Monate später folgenden finanziellen Krise und den dadurch ausgelösten bürgerkriegsähnlichen Unruhen sah er sich gezwungen, Anfang 1997 den Ausnahmezustand über das Land zu verhängen. Dies konnte die Lage jedoch nicht beruhigen, und nach dem viel zu spät erfolgten erzwungenen Rücktritt der Regierung unter Aleksandër Meksi berief Berisha den Sozialisten Bashkim Fino zum Premier einer breit abgestützten Übergangsregierung. Mitte 1997 gewannen die Sozialisten die Neuwahlen und Berisha gab seinen Rücktritt bekannt.

Auch nach der erneuten Wahlschlappe von 2001 blieb Berisha Oppositionsführer. Von 1997 bis 2005 war er Mitglied des Albanischen Parlaments. Bei den Parlamentswahlen im Juli 2005 führte er seine Partei, unter anderem mit Hilfe US-amerikanischer Berater, die auch für George W. Bush gearbeitet hatten, zum Sieg. Nachdem das offizielle Wahlresultat lange auf sich hatte warten lassen, wurde er im September 2005 Ministerpräsident unter einer Koalition zwischen der PD, der Republikanischen und weiteren kleineren Parteien.

Bei den Parlamentswahlen vom Juni 2009 erreichte seine Partei erneut die Mehrheit und ging nebst anderen nun eine Koalition mit der Sozialistischen Bewegung für Integration (LSI) unter dem Vorsitzenden von Ilir Meta ein.

Politische Positionen [Bearbeiten]

Liri Berisha, Michelle Obama, Sali Berisha und Barack Obama in New York (2009)

Die Demokratische Partei und auch er selber werben immer wieder für ihre „hervorragende Regierung“, die Albanien wirtschaftlich stark vorangetrieben haben soll. Am 20. September 2011 war Berisha beim Börsenschluss von NASDAQ zugegen, wo er mit seiner Aussage zum Wirtschaftsstandort Albanien zuhause – vor allem bei den oppositionellen Sozialisten – viel Kritik einstecken musste: „Albanien ist offen für Unternehmen. Unser Weg ist kein Boulevard mit Blumen, aber er ist ein Weg mit Hoffnungen, ein Weg der Träume, die wahr werden.“[3]

Die seit 2005 in der Opposition stehenden Sozialdemokraten unter ihren Vorsitzenden Edi Rama sind hingegen heftige Gegner der Regierungspolitik von Sali Berisha und seinen Demokraten. Gegenseitig werden Korruption, Vetternwirtschaft, u. ä. vorgeworfen.

Während vieler Parteikampagnen und wenn er in der Öffentlichkeit ist, bedient sich Berisha oft des Victory-Zeichens.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Sali Berisha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Këshilli i ministrave
  2.  Lars Haefner: Wahlen. In: newsletter Albanien. Nr. 13/14, 10. August 2006, S. 7f.
  3. Berisha: Kriza greke nuk ndikon në Shqipëri. Top Channel, 21. September 2011, abgerufen am 21. September 2011 (albanisch).