Salinosporamid A

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel von Salinosporamid A
Allgemeines
Name Salinosporamid A
Andere Namen

(4R,5S)-4-(2-Chlorethyl)-1-((1S)-cyclohex-2-enyl(hydroxy)methyl)-5-methyl-6-oxa-2-azabicyclo[3.2.0]heptan-3,7-dion

Summenformel C15H20ClNO4
CAS-Nummer 437742-34-2
PubChem 11347535
Eigenschaften
Molare Masse 313,781 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Salinosporamid A ist ein Naturstoff, der aus in Meeressedimenten vorkommenden Bakterien der Art Salinispora tropica und Salinispora arenicola isoliert wurde. Chemisch ist die Verbindung ein hoch funktionalisiertes γ-Lactam-β-lacton. Die Verbindung wirkt als Proteasom-Inhibitor und wird in klinischen Tests auf die Wirksamkeit als Antikrebsmittel untersucht.

Geschichte[Bearbeiten]

Salinosporamid A wurde im Jahr 2003 entdeckt.[2] Die Verbindung gehört zu einer Familie von Verbindungen, die als Salinosporamide bezeichnet werden. In Screeningversuchen zeigte diese Stoffgruppe hohe In-Vitro-Zytotoxizität gegen verschiedene Karzinomarten. Es wurde festgestellt, dass das Salinosporamid A das Zellwachstum durch Blockade des Enzyms Proteasom beeinflusst.

Wirkmechanismus[Bearbeiten]

Durch Röntgenstrukturanalyse von Proteasom konnte der Wirkmechanismus des Salinosporamids aufgeklärt werden.[3] Eine Schlüsselstellung besitzt dabei das Chloratom, das durch Abspaltung eine interne Cyclisierungsreaktion auslöst.[4]

Herstellung[Bearbeiten]

Die erste Totalsynthese gelang der Arbeitsgruppe von E. J. Corey im Jahr 2004.[5] Ausgehend von (S)-Threonin-methylester erfolgt die Synthese in sechs Stufen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Robert H. Feling, Greg O. Buchanan, Tracy J. Mincer, Christopher A. Kauffman, Paul R. Jensen, William Fenical: Salinosporamide A: A Highly Cytotoxic Proteasome Inhibitor from a Novel Microbial Source, a Marine Bacterium of the New Genus Salinospora. In: Angewandte Chemie International Edition. 42, 2003, S. 355–357, doi:10.1002/anie.200390115.
  3. Ljudmila Borissenko, Michael Groll: 20S Proteasome and Its Inhibitors: Crystallographic Knowledge for Drug Development. In: Chemical Reviews. 107, 2007, S. 687–717, doi:10.1021/cr0502504.
  4. Aufklärung des Mechanismus einer Proteasom-Hemmung durch Salinosporamid A. In: Portal für Organische Chemie. Abgerufen am 31. Dezember 2013.
  5. Leleti Rajender Reddy, P. Saravanan, E. J. Corey: A Simple Stereocontrolled Synthesis of Salinosporamide A. In: Journal of the American Chemical Society. 126, 2004, S. 6230–6231, doi:10.1021/ja048613p.
  6. Synthesis of the Proteasome Inhibitors Salinosporamide A, Omuralide and Lactacystin. In: Organic Chemistry Portal. Abgerufen am 31. Dezember 2013.