Sallingberg

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Sallingberg
Wappen von Sallingberg
Sallingberg (Österreich)
Sallingberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Zwettl
Kfz-Kennzeichen: ZT
Fläche: 51,61 km²
Koordinaten: 48° 28′ N, 15° 14′ O48.46666666666715.232777777778766Koordinaten: 48° 28′ 0″ N, 15° 13′ 58″ O
Höhe: 766 m ü. A.
Einwohner: 1.340 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 26 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3524, 3525, 3631, 3913, 3914
Vorwahl: 02877
Gemeindekennziffer: 3 25 22
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sallingberg 31
3525 Sallingberg
Website: www.sallingberg.at
Politik
Bürgermeister: Leopold Bock (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(19 Mitglieder)
13
3
3
13 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Sallingberg im Bezirk Zwettl
Allentsteig Altmelon Arbesbach Bad Traunstein Bärnkopf Echsenbach Göpfritz an der Wild Grafenschlag Groß Gerungs Großgöttfritz Gutenbrunn Kirchschlag Kottes-Purk Langschlag Martinsberg Ottenschlag (Niederösterreich) Pölla Rappottenstein Sallingberg Schönbach (Niederösterreich) Schwarzenau Schweiggers Waldhausen Zwettl-NiederösterreichLage der Gemeinde Sallingberg im Bezirk Zwettl (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Sallingberg ist eine Marktgemeinde mit 1340 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Zwettl in Niederösterreich.

Blick auf die Dorfkirche

Geografie[Bearbeiten]

Sallingberg liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 51,63 Quadratkilometer. 55,62 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Armschlag (95)
  • Grainbrunn (161)
  • Großnondorf (163)
  • Heubach (31)
  • Kamles (36)
  • Kleinhaslau (58)
  • Lugendorf (106)
  • Moniholz (168)
  • Rabenhof (35)
  • Sallingberg (387)
  • Spielleithen (44)
  • Voitschlag (87)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Armschlag, Großnondorf, Heubach, Kamles, Kleinhaslau, Lugendorf, Moniholz, Rabenhof, Sallingberg, Spielleithen und Voitschlag.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Grafenschlag Großgöttfritz Waldhausen
Bad Traunstein Nachbargemeinden Lichtenau im Waldviertel
Ottenschlag Kottes-Purk Albrechtsberg an der Großen Krems

Geschichte[Bearbeiten]

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Der Ort wird 1208 zum ersten Mal urkundlich als Saliginberge erwähnt, der Name bedeutet wohl etwa „Berg der saligen Leute“. Das mittelhochdeutsche „saelic“ steht für „glücklich und von allen irdischen Übeln befreit“. Weitere Namensformen sind 1269 Sellingberg, 1272 Salingberg, 1284 Seligenberg, 1330 Seligenperge, 1374 Sälingberg, 1388 Seligenperg und 1464 Salingperg. In der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes wird ein „Riwinus de Saliginberge“ erwähnt, der als Zeuge einem Begräbnis beiwohnt. Dieser war wohl ein Dienstmann oder kleiner Adeliger der in den Diensten Ulrichs von Imbach stand.

Blick auf den Dorfplatz

1269 wird im Zuge der Stiftung des Klosters Imbach durch Albero, Truchseß von Feldsberg zum ersten Mal die Kirche im Ort erwähnt. Die Pfarre war ursprünglich ein Teil der Pfarre Obermeisling. Im 14. Jahrhundert war die Pfarre dann dem Dekanat Krems-Stein zugeordnet, während der Reformationszeiten und dem Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen, die Kirche und der Pfarrhof waren verwüstet und die Glocken und der Meßkelch der Kirche wurden geraubt.

1788 wird das erste Schulhaus im Ort errichtet, 1875 erhält es noch ein Stockwerk dazu. Es wurde 1963 durch einen Neubau ersetzt.

1893 kam es im Ort zu umfangreichen Straßenumbauten, durch den in Folge stetig ansteigenden Warenverkehr wurde im Dezember 1900 eine Postablage im Ort installiert, 1946 wurde schließlich auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters ein Postamt eröffnet. 1884 wurde in Sallingberg die Feuerwehr gegründet und das Feuerwehrhaus direkt am Ortseingang erbaut. Es wurde inzwischen auf Grund Platzproblemen abgerissen und im Kremstal neu errichtet. Im gleichen Jahr wurde auch die Raiffeisenkassa im Ort begründet. 1909 brannten im Ort bei einem schweren Brandunglück 5 Häuser nieder. Erwähnenswert ist auch das Haus mit Sgraffitomalereien, das anstelle des ehemaligen Forsthauses 1850/51 errichtet wurde. 1950 schließlich wurde der gesamte Ort durch die NEWAG an das Stromnetz angeschlossen.

Armschlag[Bearbeiten]

Der Ort welcher an der Bundesstraße zwischen Lugendorf und Ottenschlag liegt, wird 1341 zum ersten Mal schriftlich als „Aerbenschlag“ erwähnt, der Name deutet auf eine Waldschlägerung die auf einen Aribo zurückgeht hin. Die Bewohner waren Waldbauern, die kärglichen Feldbau betrieben. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden im Ortsgebiet zwei Mühlen und zwei Brettsägen im Verlauf der Großen Krems an dem der Ort liegt. Ende 1951 wird der Ort an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, seit 1980er Jahren hat sich das Mohndorf Armschlag als touristischer Begriff etabliert.

Heubach[Bearbeiten]

Das abseits der Straße zwischen Sallingberg und Lugendorf liegende Dorf besteht aus den zwei Weilern Ober- und Unterheubach. 1267 wird der Ort zum ersten Mal schriftlich als Haipach erwähnt, Unterheubach ist der ältere Teil des landwirtschaftlich geprägten Ortes. Seit Ende 1946 ist der Ort an das öffentliche Stromnetz der NEWAG angeschlossen.

Kamles[Bearbeiten]

Das Dorf liegt nördlich von Voitschlag und östlich von Kaltenbrunn auf etwa 700 Metern Seehöhe oberhalb des Tales des Kleines Kamps. Kamles wird als 1252 zum ersten Mal schriftlich als „Chambeleins“ erwähnt, der Name bedeutet etwa Ort am Kleinen Kamp. 1880 wurde die kleine Kapelle im Ort errichtet, das Schulhaus wurde 1895 anstelle des Bauernhauses Wagleithner eröffnet. 1947 wurde der Ort schließlich an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Kapelle Kleinhaslau

Kleinhaslau[Bearbeiten]

Der zwischen Voitschlag und Kamles auf 720 Meter liegende Ort trug früher den Namen „Zaglau“, er wurde 1297 als „Zaglav“ zum ersten Mal schriftlich erwähnt. 1720 wird der Ort auf Ansuchen der Anwohner von Zagelau in Kleinhaslau umbenannt. Seit 1851 existiert im Ort die Betkapelle, seit 1947 ist er öffentlich elektrifiziert.

Lugendorf[Bearbeiten]

Der an der Bundesstraße zwischen Grafenschlag und Armschlag gelegene Ort wird 1309 zum ersten Mal schriftlich erwähnt, 1320 erscheint es als „Lvgendorf“. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wird der Ort stark verwüstet, ebenso während der Napoleonischen Kriege. Am 2. Mai 1898 kommt es zu einem verheerenden Ortsbrand bei dem 11 Häuser den Flammen zum Opfer fallen, am 28. April 1833 kommt es erneut zum Brand von insgesamt 8 Häusern. Die Ortskapelle wird 1829 errichtet, 1875/76 folgt die Einrichtung einer einklassigen Volksschule die allerdings 1968/69 wieder stillgelegt wird. Im Oktober 1946 wird der Ort schließlich elektrifiziert.

Rabenhof[Bearbeiten]

Der auf 760 Metern Seehöhe an der Straße zwischen Sallingberg und Kottes liegende Ort wird 1355 zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Die im 19. Jahrhundert errichtete Kapelle im Ort wurde 1936 renoviert, 1950 wurde der Ort elektrifiziert.

Spielleithen[Bearbeiten]

Die Ansiedlung liegt südsüdöstlich von Sallingberg auf einer Anhöhe südlich der Großen Krems auf etwa 750 Metern Seehöhe. Sie wird 1361 zum ersten Mal schriftlich als „Spilleyten“ erwähnt. 1950 wird der Ort elektrifiziert.

Voitschlag[Bearbeiten]

Der nördlich von Sallingberg auf 750 Metern Seehöhe liegende Ort wird 1267 als „villa Voitslage“ zum ersten Mal schriftlich erwähnt, der Name geht auf den Waldeinschlag im Auftrag eines Vogtes zurück. Um 1300 war der Ort kurzzeitig verödet. Im Sommer 1946 wurde der Ort schließlich elektrifiziert.

Kapelle in Voitschlag

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1471 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1601 Einwohner, 1981 1548 und im Jahr 1971 1619 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Leopold Bock, Amtsleiter Erwin Schnait.

Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 13, L.FPÖ 3, BGS 3.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sallingberg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 64, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 168. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 608. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 42,42 Prozent.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sallingberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Festschrift zur Erinnerung an die vor 700 Jahren erfolgte erste urkundliche Erwähnung der Pfarre Sallingberg, 1969 im Eigenverlag der Gemeinde Sallingberg erschienen