Salman ibn Abd al-Aziz

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Salman ibn Abd al-Aziz (2013)

Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud (arabisch ‏سلمان بن عبد العزيز آل سعود‎, DMG Salmān bin ʿAbd al-ʿAzīz Āl Saʿūd; * 31. Dezember 1935 in Riad) ist seit dem 23. Januar 2015 absolutistischer König und Premierminister Saudi-Arabiens. Dadurch ist er ebenfalls der Oberbefehlshaber des saudischen Militärs.

Privatleben[Bearbeiten]

Der jugendliche Salman
Salman ibn Abd al-Aziz mit circa 30 Jahren

König Salmans Vater war der Staatsgründer Saudi-Arabiens, König Abd al-Aziz ibn Saud. In der Geburtsfolge ist er der 32. Sohn seines Vaters. Seine Mutter Prinzessin Huzza Bint Ahmed Bin Mohammed Al-Sudairi war die Lieblingsfrau seines Vaters. Er ist der zweitjüngste der Sudairi-Brüder.[1] König Salman erhielt seine schulische Ausbildung an der „Schule der Prinzen“ am Hofe seines Vaters, die speziell für die Söhne des Königs eingerichtet wurde. Seine höhere Bildung erhielt er am Islamischen Institut in Mekka, wo er zusätzlich zu religiösen Studien Grundlagen der Hochschulmathematik und Geographie studierte.

König Salman hat aus drei Ehen insgesamt eine Tochter und zwölf Söhne. Sein Sohn Sultan war 1985 als erster Saudi im Weltraum.[2] 2011 verstarb seine Frau Sultana.[3] Nach einem Schlaganfall Anfang 2014 kann Salman seinen linken Arm nicht mehr völlig bewegen.[4]

Unternehmen[Bearbeiten]

Salman ist Besitzer der Zeitung Asharq al-Awsat (arabisch: الشرق الاوسط, übersetzt: ‚Der Nahe Osten‘). Es heißt außerdem, dass er über seinen Sohn Faisal die Saudi Research and Marketing Group (SRMG), das größte Medienunternehmen des Nahen Ostens,[5] kontrolliert.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gouverneur von Riad[Bearbeiten]

Gouverneur Salman ibn Abd al-Aziz mit Wladimir Putin (2007)

1962 wurde Salman von seinem älteren Halbbruder König Saud zum Gouverneur der Provinz Riad ernannt. Seither hat er das rasche Wachstum der Hauptstadt überwacht und gefördert.[7]

Terrorismusfinanzierung[Bearbeiten]

Während der 1980er und 90er Jahren erwies sich die Allianz zwischen der wohlhabenden Monarchie Saudi-Arabiens und den mächtigen Geistlichen des Landes als wichtigster Geldgeber des internationalen Terrorismus, die Millionen von Dollar zu Kämpfer in Afghanistan, Bosnien und anderswo leitete. Unter den großen Förderern des Projekts war der damalige Prinz Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud.[8]

Verteidigungsminister und Kronprinz[Bearbeiten]

Verteidigungsminister Salman ibn Abd al-Aziz mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta im Pentagon (April 2012)

Am 5. November 2011 wurde er zum Verteidigungsminister ernannt. Sein Vorgänger Sultan ibn Abd al-Aziz war am 22. Oktober 2011 gestorben.[9] Als Mitglied des Königlichen Rats wurde ihm großer Einfluss in Fragen der Nachfolge zugeschrieben.[1] Nach dem Tod seines Bruders Naif, der in der Thronfolge vor ihm stand, wurde er am 18. Juni 2012 zum Kronprinzen und Vizepremierminister ernannt und behielt außerdem sein Amt als Verteidigungsminister.[10][11]

König von Saudi-Arabien[Bearbeiten]

Nach dem Tod seines Halbbruders Abdullah wurde er am 23. Januar 2015 zum König ernannt.[4] Salman gilt als Vermittler innerhalb des Königshauses.[1] Er wird dem gemäßigt konservativen Flügel des Königshauses zugerechnet und unterhält enge Beziehungen zum Klerus.[4] Er lehnt Demokratie ab.[4] Dennoch werden zu Beginn seiner Herrschaft Reformen erwartet.[12]

Die schiitische und die liberale Opposition stehen ihm kritisch gegenüber.[4]

Sein designierter Nachfolger ist Kronprinz Muqrin.[4]

Sohn Mohammed[Bearbeiten]

Mit der Krönung Salmans zum König wurde sein 34-Jähriger Sohn Mohammed Verteidigungsminister sowie Chef des Hofes und kontrolliert damit den Zugang zum König. Laut Zeit gilt Mohammed "als extrem korrupt, raffgierig und arrogant. Niemand in den politischen oder diplomatischen Kreisen Saudi-Arabiens weiß irgendetwas Positives über den neuen starken Mann in der Regierung zu sagen."[13]

Literatur[Bearbeiten]

  • Salman bin Abdul Asis al Saud, Internationales Biographisches Archiv 32/2012 vom 7. August 2012, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salman ibn Abd al-Aziz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Simon Henderson: After King Abdullah. Succession in Saudi Arabia. In: Policy Focus. 96, August 2009. Abgerufen am 26. Februar 2011.
  2. John Lawton und Patricia Moody: A Prince in Space. Abgerufen am 26. Februar 2011 (englisch).
  3. Abdullah Al-Oraifij in Saudi Gazette: Sultana, wife of Riyadh Emir, passes away. Abgerufen am 4. August 2011.
  4. a b c d e f Spiegel Online: Machtwechsel in Saudi-Arabien: Saudischer König Abdullah ist tot. Abgerufen am 23. Januar 2015.
  5. GulfBase: The Saudi Research and Marketing Group (SRMG). Abgerufen am 26. Februar 2011 (englisch).
  6. US Botschaft Riad: Cable 09RIYADH651, IDEOLOGICAL AND OWNERSHIP TRENDS IN THE SAUDI MEDIA. Archiviert vom Original am 11. Dezember 2010, abgerufen am 26. Februar 2011. wikileaks
  7. PBS: Who’s Who: The House of Saud: Prince Salman Ibn Abdul Aziz. Abgerufen am 26. Februar 2011 (englisch).
  8. Ben Hubard: Pre-9/11 Ties Haunt Saudis as New Accusations Surface, The New York Times, 4. Februar 2015
  9. Wiener Zeitung: Saudi-Arabien: Prinz Salman neuer Verteidigungsminister. Abgerufen am 14. November 2011 (deutsch).
  10. Thronfolger von Saudi-Arabien gestorben. Abgerufen am 16. Juni 2012.
  11. Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud neuer Kronprinz. Abgerufen am 18. Juni 2012.
  12. n-tv: Machtwechsel in Saudi-Arabien. König Abdullah ist tot. Abgerufen am 23. Januar 2015.
  13. Martin Gehlen: König Salman räumt am saudischen Hof auf, Die Zeit, 30. Jan. 2015