Ammoniumhydroxid

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Wikipedia:Redaktion Chemie/ausgeblendete Strukturformel

Allgemeines
Name Ammoniumhydroxid
Andere Namen
  • Ammoniaklösung, -wasser, -lauge
  • kaustischer Ammoniak
  • ätzendes Ammoniak
  • Salmiakgeist
  • Hirschhorngeist
  • Ätzammoniak
  • Ammoniumhydrat
Summenformel NH4OH
CAS-Nummer 1336-21-6
Kurzbeschreibung farblose stechend riechende Flüssigkeit
Eigenschaften
Molare Masse 35,1 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,91 g·cm−3 (25 %) [1]
0,88 g·cm−3 (32 %) [1]

Schmelzpunkt

−57,5 °C (25 %) [1]
−91,5 °C (32 %) [1]

Siedepunkt

37,7 °C (25 %) [1]
24,7 °C (32 %) [1]

Dampfdruck

483 hPa (25 %, 20 °C) [1]
837 hPa (32 %, 20 °C) [1]

Löslichkeit

vollständig mischbar mit Wasser [1]

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [2]
Ätzend Umweltgefährlich
Ätzend Umwelt-
gefährlich
(C) (N)
R- und S-Sätze R: 34-50
S: (1/2)-26-36/37/39-45-61
MAK

20 ml·m−3
14 mg·m−3 [1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ammoniumhydroxid, auch Salmiakgeist oder Ammoniakwasser, in der Laborsprache auch nur z. B. 25%iger Ammoniak genannt, ist primär eine physikalische Lösung von Ammoniak (NH3) in Wasser (H2O), bei der teilweise eine Protolyse vom Wasser zum Ammoniak stattfindet, und die deshalb basisch ist. Der Name Ammoniumhydroxid suggeriert, dass es sich dabei um eine reale Substanz handelt. Tatsächlich existiert sie aber nicht. Daher ist diese Bezeichnung nicht korrekt, wird aber dennoch verwendet, weil sie die basische Eigenschaft mit der alten Theorie von S. Arrhenius erklärt. In höchster Konzentration hat Ammoniakwasser die Dichte 0,880 g/cm³ (= 32 % ≙ 620 l NH3 in 1 l H2O).

Die Lebensmittelzusatzstoff-Kennzeichnung ist E 527.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entstehung

Wenn Ammoniak (NH3) in Wasser (H2O) gelöst wird, fangen Ammoniakmoleküle (die in das polymere Wasserstoffbrückensystem Wasser eingebaut und damit physikalisch gelöst sind) einzelne, durch die Autoprotolyse des Wassers entstehende Protonen ab:

\mathrm{NH_3(aq) + H_2O(l) \rightleftharpoons NH_4^+ (aq) + OH^- (aq)}.

Die meisten neu entstandenen Moleküle reagieren wieder zurück, sodass der größte Teil des gelösten Ammoniaks weiterhin als NH3, und nicht als NH4+ vorliegt.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Ammoniumhydroxidlösungen enthalten grundsätzlich einen wesentlichen Anteil an Ammoniak, der, physikalisch gelöst, also mit dem Wasser gemischt, ebenso wie Wasser verdunstet, aufgrund des höheren Dampfdruckes dazu noch wesentlich schneller, weshalb die Ammoniak-Konzentration in offenen Gefäßen mit der Zeit abnimmt. Dabei tritt der typische, stechend-scharfe Ammoniakgeruch auf. Eindrucksvoll kann dies nachgewiesen werden, indem man diesen Ammoniak in der Luft mit Chlorwasserstoff, wie er z. B. analog aus konz. Salzsäure verdunstet, in Kontakt bringt, wobei sich ein dichter weißer Rauch von Ammoniumchlorid in einer nicht-wässerigen Säure-Base-Reaktion bildet.

Bei Tieftemperatur-Versuchen konnte eine Additionsverbindung (NH3 · H2O) isoliert werden, die bei −77 °C schmilzt. Dabei handelt sich aber nicht um das eigentliche Ammoniumhydroxid, sondern eher um Ammoniak-Kristalle mit angelagertem Wasser.

C ≥ 25 % C, N R: 34-50
10 % ≤ C < 25 % C R: 34
5 % ≤ C < 10 % Xi R: 36/37/38

[Bearbeiten] Sicherheitshinweise

Die Kennzeichnungsdaten in der Tabelle beziehen sich auf die konzentrierte Lösung (= 32 %). Für andere Konzentrationsbereiche hat die EU[2] folgende Einstufungen festgelegt:

[Bearbeiten] Geschichte

Salmiak soll bereits den alten Ägyptern bekannt gewesen sein und wurde das erste Mal von Arrhenius aufgrund seiner Erfolge bei der Beschreibung von Basen postuliert.

[Bearbeiten] Verwendung

Ammoniakalische Netzmittelwäsche: Verzinkter Stahl kann nicht ohne weiteres mit Lacken beschichtet werden, da selbst spezielle Grundierungen auf der zinkoxid- und zinkcarbonathaltigen Oberfläche keinen ausreichenden Halt finden. Solche Flächen werden deshalb vor dem Grundieren mit stark verdünntem Ammoniakwasser gescheuert und abgewaschen (0,5 l 25%iges Ammoniakwasser werden mit 10 l Wasser und etwas Spülmittel vermischt), wobei die Lösung und der entstehende Schaum etwa 10 Minuten einwirken müssen.

Salmiakgeist wird als Hausmittel zur Reinigung von Oberflächen im Haushalt genutzt, gilt aber auch als Geheimtipp, um Wespen abzuwehren. Hierzu wird in geschlossenen Räumen ein wenig Salmiakgeist in eine kleine Schüssel gegeben, Wespen werden den Raum aufgrund des Geruchs von nun an meiden. Außerhalb eines Gebäudes nimmt man Papiertücher, die in Salmiakgeist eingelegt werden, und verteilt diese in der Nähe des Wespennestes.

Weiterhin wird empfohlen, ihn bei leichtem bis mittelstarkem Schimmelbefall an Wänden zur Reinigung und Bekämpfung des Pilzes einzusetzen.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Bekämpfung von Schädlingen wie Silberfischchen.

[Bearbeiten] Gefahren

Ammoniumhydroxid-Lösungen ab einem Anteil von 10 % Ammoniak wirken ätzend.

Verschlucken von Ammoniakwasser ruft heftige Schmerzen, Magenkatarrh, blutiges Erbrechen, Lungen- und Stimmschädigungen hervor, die oft tödlichen Ausgang haben. Weiterhin greift es die Augen an.

Da als primäres Verdunstungsprodukt Ammoniak entsteht, gelten des Weiteren die Gefahren dieser Substanz auch für die Dämpfe von Salmiakgeist.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j Eintrag zu Ammoniaklösung in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 21. Mai 2008 (JavaScript erforderlich)
  2. a b Eintrag zu CAS-Nr. 1336-21-6 im European chemical Substances Information System ESIS

[Bearbeiten] Weblinks

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