Salona

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Salona (Begriffsklärung) aufgeführt.

Salona (Σαλωνα) war die Metropole der römische Provinz Dalmatien, die sich im südöstlichen Teil der Adriatischen Küste befindet. In der Zeit der Völkerwanderung wurde sie verlassen. Später entstand östlich von der antiken Stadt Salona die mittelalterliche Stadt Solin.

Episcopales Zentrum und Therme
Amphitheater

Geschichte[Bearbeiten]

Salona wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Ursprünglich war es der Stützpunkt und der Hafen der illyrischen Dalmaten, eines Stammes der Illyrer. In der unmittelbaren Nähe befanden sich die griechische Kolonien Tragurion (Trogir) und Epetion (Stobreč). In dieser Zeit lebten in Salona neben der einheimischen Illyrern auch griechische Einsiedler und die Italiker. Nach dem Bürgerkrieg zwischen Caesar und Magnus Pompeius 47 v. Chr. erhielt Salona den Status einer römischen Kolonie und wurde zur Metropole der römischen Provinz Illyrien. Die Reste der antiken Stadt befinden sich im heutigen Solin, 6 km von Split entfernt. Nach der Vereitelung des letzten Aufstands der Illyrer wuchs Salona sehr schnell und ungestört und erlebte ihre Blütezeit.[1]

Die wichtigste Zeit für Salona war die Zeit, in der Kaiser Diokletian regierte (284–305). Unweit von Salona ließ er einen prächtigen Palast (Diokletianspalast) bauen, wohin er sich nach seiner Abdikation im Jahre 305 zurückgezog. Salona wurde Valeria genannt, nach seinem Familiennamen (nomen gentile). Zu dieser Zeit war Salona eine dicht bevölkerte Stadt, die mit dem Umland fast 60.000 Einwohner zählte. Der alte Stadtkern war trapezförmig gebaut und von dicken Mauern geschützt. Teile dieser Mauer stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Der östliche Teil der Stadtmauern ist bis heute erhalten. Er ist aus großen Steinblöcken gebaut worden. Das Stadttor, Porta Caesarea, hatte an beiden Seiten achteckige Türme. In der Mitte war der Platz für Wagen, links und rechts die Durchgänge für die Fußgänger. Von dort aus führte eine Straße fort, über „fünf Brücken“, wie heute die Reste der Bögen genannt werden. Die Straße verzweigte sich, eine führte nach Süden und die andere nach Norden, in das Landesinnere.

Die Stadt wuchs, viele öffentliche Gebäude wurden in dieser Zeit gebaut. Im südöstlichen Teil der Stadt wurde ein Forum mit dem Kapitol gebaut als Mittelpunkt des öffentlichen, politischen und religiösen Lebens. Ganz in der Nähe des Forums wurde ein Theater gebaut, das Platz für 3500 Zuschauer hatte. Auf der Trajanssäule in Rom befindet sich ein Bildnis von Salona, auf dem man das Theater sehen kann. Südlich des Theaters befand sich ein früher gebauter Tempel. Außerhalb der Stadtmauern, entlang der Straßen, die aus der Stadt führten, wurden nach römischer Tradition die Nekropolen gebaut. Die bekannteste ist die westliche Nekropole, in horto Metrodori, sie befand sich neben der Straße nach Tragurion und war bekannt wegen der „zyklopischen“ Grenzmauern der Gräber. Im 1. Jahrhundert v. Chr. begann die Stadt sich nach Osten und Westen auszudehnen. Wegen der Gefahren, die von germanischen Stämmen ausgingen, wurden die Stadtmauern erweitert, um so die neu angebauten Gebiete zu befestigen. Die Stadt bekam eine elliptische Form mit einer 1,6 km langen Ost-West- und einer 700 m langen Süd-Nord-Achse.

Amphitheater[Bearbeiten]

Da der Bau der Stadtmauern schnell vonstatten gehen musste, wurden manche Gebäude einfach ein Bestandteil davon. Auch das oberirdische, im 1. Jahrhundert v. Chr. gebaute Bewässerungssystem wurde in die Mauer integriert sowie auch das monumentalste Gebäude von Salona, das Amphitheater. Der dänische Archäologe und Architekt Ejnar Dyggve, der sich viele Jahre mit Ausgrabungen von Salona beschäftigte, vermutet, dass das Amphitheater in der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. gebaut wurde und mindestens 15.000 Zuschauer darin Platz hatten. In der Arena wurden blutige Kämpfe zwischen den Gladiatoren und wilden Tiere ausgetragen. Das erklärt auch die Anwesenheit von zwei in der Unterkonstruktion des Gebäudes gefundenen Heiligenstätten, die der Göttin Nemesis gewidmet waren. Im Hellenismus galt Nemesis auch als Göttin der "Agone" (Wettkämpfe aller Art) und wurde in der römischen Zeit in den Amphitheatern und Rennbahnen verehrt. Die Christen verwandelten später die Heiligenstätten in Kapellen, um an christliche Märtyrer zu erinnern, die in der Arena ums Leben gekommen waren. Unterhalb der Ehrenplätze wurde ein Teil einer Aufschrift „RP DONO DEDIT“ gefunden, was bedeutet, dass die Saloniter den Bau des Amphitheaters einem wohlhabenden Mitbürger zu verdanken hatten. Während des Gotenkriegs (535-554) hat man das Amphitheater etwas verändert, um sich vor dem Feind zu schützen. Die Arena hat den Niedergang von Salona überstanden, erst die Venezianer zerstörten den Bau im 18. Jahrhundert, um die Türken daran zu hindern, dort Schutz zu finden. In der Nähe des Amphitheaters befindet sich der Friedhof der Gladiatoren. Einige alte Sarkophage sind noch erhalten. Die Reste der Arena, nur die unteren Teile der massiven Mauern, sind gut erhalten. und so konnte Dyggve die bekannte Rekonstruktion machen.[2]

Religion[Bearbeiten]

Neben der offiziellen römischen Religion lebten zur antiken Zeit viele verschiedene Glaubensgemeinschaften nebeneinander, Anhänger verschiedener orientalischen Religionen, die Isis und Kybele verehrten, die jüdische Glaubensgemeinschaft, aber auch die Anhänger des Sonnengottes Mithras, dessen Verehrungsstätten an mehreren Plätzen in Salona gefunden wurden. Ab dem 3. Jahrhundert entwickelte sich in Salona die christliche Glaubensgemeinschaft, was auch mit dem salonitischen Bischof Venancije (lat. Venantius Martyr) zusammenhängt, der aus Rom gekommen war, um den christlichen Glauben in der Provinz zu verbreiten und um die Kirche in Salona neu zu organisieren. Während der Herrschaft Diokletians (284–305) verlor sein Nachfolger, Bischof Domnius, der aus Syrien stammte, sein Leben während der Christenverfolgung im Jahre 304. Mit ihm zusammen wurden auch viele andere Christen gefoltert und hingerichtet, darunter Anastasius, der Priester Asterius sowie auch vier Soldaten aus der Leibgarde Diokletians (Antiohan, Gaian, Telij und Paulinian)[3] Im Jahr 313 räumte Kaiser Konstantin mit der Mailänder Vereinbarung allen Christen das Recht ein, ihre Religion frei auszuüben. Einer seiner Nachfolger, Theodosius I., erhob am Ende des 4. Jahrhunderts das Christentum zur Staatsreligion und erließ Gesetze gegen das Heidentum und die christlichen Häresien.[4]. Diese Veränderungen wirkten sich auf die Entwicklung der Stadt aus. Das Zentrum von Salona wurde nach Osten verlagert, wo im 5. Jahrhundert ein episkopales Zentrum entstand, mit einer doppelten Basilika, einer Taufkirche und einem Bischofspalast. Anfangs des 5. Jahrhunderts wurde der Saloniter Bischof Metropolit von Dalmatien. In Salona wurden in den Jahren 530 und 533 zwei wichtige kirchliche Tagungen aller dalmatinischer Bischöfe abgehalten. Nach der Reichsteilung im Jahre 395 ging die Provinz Dalmatien zum Weströmischen Reich über, und nach seinem endgültigen Zusammenbruch 476 gehörte Dalmatien zum Königreich des Odoakars.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. (Višić-Ljubić, Ema, Salona, Colonia Martia, Ivlia Valeria, str. 5.)
  2. History of Salonitan Christianity - Eynar Dyggve
  3. Šušnjar, Bogdan, Sveti Dujam i salonitanski mučenici, str. 61.
  4. [1]

Links[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Buovac, Marin Buovac Amphitheatres in the Republic of Croatia, 13th Annual Meeting of the European Association of Archaeologists, Sveučilište u Zadru, Zadar 2007.
  • Cambi, Nenad, Antika, Naklada Ljevak, Zagreb, 2002.
  • Šušnjar, Bogdan, Sveti Dujam i salonitanski mučenici, Naklada Bošković, Split, 2004. ISBN 953-7090-44-2
  • Višić-Ljubić, Ema, Salona, Colonia Martia, Ivlia Valeria, Arheološki muzej u Splitu, Solin, 2010. ISBN 978-953-7633-04-2

43.53972222222216.483055555556Koordinaten: 43° 32′ 23″ N, 16° 28′ 59″ O