Saltbox

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Beispiel für eine Saltbox: The Comfort Starr House in Guilford, Connecticut
Asymmetrische Dachform einer Saltbox (Comfort Starr House, 1645)

Eine Saltbox (engl. Salzbox) bezeichnet ein Gebäude der Kolonialarchitektur in Nordamerika. Im vorderen Gebäudeteil des hölzernen Fachwerkhauses befinden sich zwei – teilweise auch drei – Stockwerke; im hinteren nur eines. Die dadurch entstehende Asymmetrie des Satteldaches, das auf der längeren Hinterseite steil abfällt ist ein typisches Kennzeichen der Saltbox. Die Namensgebung führt auf die optische Ähnlichkeit der Saltbox mit einer hölzernen Klappdeckelkiste zurück, die zur Aufbewahrung von Salz üblich war.[1]

Ursprünge[Bearbeiten]

Thomas Hawley House in Monroe, Connecticut: Typische Dachform von der Rückseite aus betrachtet.

Der Ursprung der Saltbox liegt in Neuengland und ist ein Beispiel der Kolonialarchitektur Nordamerikas. Der Bau der Saltbox soll auf die Grundsteuer zurückgehen, die unter Queen Anne in Amerikanischen Kolonien eingeführt wurde. Die Steuer galt jedoch nur für mehrstöckige Häuser. Die Saltbox war den Erbauen nach ein Bungalow, da das Dach bis hinunter zum ersten Stock reichte. Besitzer mussten demzufolge keine Steuern zahlen.[2]

Ephraim Hawley House, in Nichols, Connecticut: Die ursprüngliche Rückwand ist unter dem verlängerten Dach erkennbar

Wesentlich wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Form des Hauses bei einer Erweiterung des Wohnraumes entstand; ein Anbau stellt die einfachste Möglichkeit dar, zusätzlichen Raum für eine wachsende Familie zu schaffen. So könnte ein zweistöckiges Haus zur Hinterseite hin mit einem Anbau erweitert worden sein, wobei das Dach bis auf weniger als zwei Meter Höhe über dem Boden verlängert wurde. Anhaltspunkte liefert beispielsweise das Ephraim Hawley House in Nichols, Connecticut. Unter dem verlängerten Dach ist die Stülpschalung, eine waagerechte Holzverschalung, der ursprünglichen Rückwand sichtbar. Das verwendete Eichenholz ist typischerweise älter als die restliche Verschalung des Hauses. Es waren vermutlich die Einfachheit und Funktionalität, weswegen man den Stil der Saltbox über die Kolonialzeit hinaus bis in die junge Republik kopierte. Die Saltbox tritt auch in Teilen Neufundlands und Labradors auf.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Saltbox ist, wie viele andere Gebäude der Kolonialzeit, im Stil des Fachwerkhauses errichtet worden. Dabei besteht das Grundgerüst aus langen Holzteilen, die mit Zapfenverbindungen zusammengesetzt werden. Nägel aus Metall fanden dabei wegen ihres Preises nur selten Verwendung. Typisch ist die Verblendung der Außenwände mit Holzlamellen (Stülpschalung). Das Joshua Day House in West Springfield, Massachusetts ist aus Ziegeln gemauert.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times: The Salt-Box House.; Books of the Season.. In: The New York Times, 22. Dezember 1900. Abgerufen am 16. September 2013. 
  2. Tax Shelters: The Three-Storey Bungalow. Abgerufen am 16. September 2013.
  3. Joshua Day House Museum Website, abgerufen am 16. September 2013 West-springfield.ma.us