Salus Populi Romani

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Salus Populi Romani
Die Ikone in der Cappella Paolina von Santa Maria Maggiore

Salus Populi Romani (lat.: Beschützerin des Römischen Volkes) ist der seit dem 19. Jahrhundert verwendete Titel einer Ikone der Maria mit dem Kind, die sich in der Cappella Paolina der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom befindet. Das Bild ist die historisch bedeutendste Marienikone Roms. Die Worte Salus Populi Romani gehen auf die heidnische römische Antike zurück. Die Praetoren baten die Götter um das Heil des Römischen Volkes, der Gott des Wohlergehens wurde auch als Salus Populi romani bezeichnet.

Jahrhundertelang war die Ikone über der Tür zum Baptisterium der Basilika platziert. Im Jahr 1240 wurde sie als Regina Caeli (Himmelskönigin) bezeichnet. Später versetzte man sie in das Langhaus der Kirche, seit dem 13. Jahrhundert stand sie in einem Marmortabernakel. Seit 1613 befindet sie sich im Altar der Cappella Paolina, der eigens für sie errichtet wurde. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert gilt die Ikone als wundertätig.

Die Ikone ist eines der sogenannten Lukasbilder, von denen man glaubte, sie seien durch den heiligen Lukas als Portraits der Maria zu deren Lebzeiten gemalt worden.

Die Maße des Bildes betragen 117 × 79 cm. Es ist auf eine dicke Zedernholztafel gemalt. Maria trägt einen goldgesäumten dunkelblauen Mantel über einer purpurroten Tunica. Die griechischen Buchstaben oben identifizieren die Dargestellte als „Mutter Gottes“. Der Jesusknabe hält ein Buch in seiner linken Hand und segnet mit der rechten. Die zusammengelegten Hände Mariens unterscheiden dieses Bild als frühe Ikone, bevor der Typus der Hodegetria sich im 10. Jahrhundert so weiterentwickelte, dass Maria mit der Rechten auf Christus zeigt. Sie hält das Kind eng bei sich und bietet es weniger dem Betrachter dar als in anderen Marienbildern. Da Maria in ihrer Hand eine Mappa (oder Mappula, eine Art besticktes zeremonielles Taschentuch) hält, die als kaiserliches Symbol galt, wird ihr königlicher Status als Regina Caeli betont, wenngleich sie (auf dem gemalten Bild) keine Krone trägt.

Nach der Studie von Gerhard Wolf kann das Gemälde in seiner ursprünglichen Form in die Spätantike datiert werden. Der jetzige Zustand geht auf eine Übermalung im 13. Jahrhundert zurück, die auf mehrere frühere Überarbeitungen folgte.

Die frühe Verehrung des Bildes wird durch die Produktion von Kopien bereits im 8. Jahrhundert belegt werden, ebenso wie durch ihre Rolle am Fest Mariä Himmelfahrt in Rom, wo die Marienikone aus dem Lateran in einer Prozession nach Santa Maria Maggiore getragen wurde, um der Salus Populi Romani-Ikone zu begegnen.

Die Ikone war das bevorzugte Marienbild mehrerer Päpste. 593 ließ Papst Gregor der Große sie durch Rom tragen, um für das Ende der Pest zu bitten. 1571 betete Papst Pius V. zu der Ikone für den Sieg in der Schlacht von Lepanto. 1837 betete Papst Gregor XVI. zu ihr für das Ende der Choleraepidemie. Eugenio Pacelli (der spätere Papst Pius XII.) feierte am 3. April 1899, einen Tag nach seiner Priesterweihe, seine erste Heilige Messe (die Primiz) vor dieser Ikone. Im Jahre 1953 wurde sie durch Rom getragen, um das erste marianische Jahr der Kirchengeschichte zu eröffnen. 1954 krönte Pius XII. sie bei der Einführung eines neuen Marienfestes. Eine Kopie der Ikone übergab Johannes Paul II. der Jugend der Welt, sie begleitet seither das Weltjugendtagskreuz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Wolf: „Salus Populi Romani“. Die Geschichte römischer Kultbilder im Mittelalter. VCH, Acta Humaniora, Weinheim 1990, ISBN 3-527-17717-5 (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1989).