Saluto romano

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Oft als Römischer Gruss gedeutete Geste auf der Trajanssäule in Rom
Saluto romano im Bild Der Eid der Horatier von Jacques-Louis David (1784)

Der Saluto romano (Römischer Gruß, auch Olympischer Gruß) ist ein Gruß, der mit einem ausgestreckten Arm bezeugt wird. Er soll im Römischen Reich als allgemeiner Salut entstanden sein, dies ist jedoch sehr umstritten. Der Historiker Martin M. Winkler hält dazu fest: „Kein einziges römisches Kunstwerk – Skulptur, Münze oder Malerei – zeigt einen Gruß von der Art, die sich im Faschismus, Nationalsozialismus oder einer verwandten Ideologie findet. Er ist auch der römischen Literatur unbekannt und wird nie von antiken Historikern erwähnt, weder von denen des republikanischen noch denen des kaiserzeitlichen Roms.“[1]

Wahrscheinlicher ist, dass die genaue Geste erst im 18. und 19. Jahrhundert erfunden wurde. Sie könnte auf das Gemälde Der Eid der Horatier von Jacques-Louis David (1784) zurückgehen. Abbildungen einer oft als saluto romano gedeuteten Geste finden sich auf der Trajanssäule in Rom (siehe Bild rechts). Diese Geste wurde dann mehrmals in der Geschichte bis zur Neuzeit für ideologische Zwecke verwendet.

Es gibt mehrere Ausführungen der Geste: zum einen den gerade nach vorn gehaltenen Arm mit der Handfläche nach unten, zum anderen die gerade nach oben zeigende Form, sowie den gerade nach unten gestreckten Arm.

Verwendung[Bearbeiten]

Amerikanische Schüler mit dem „Bellamy salute“ 1941

Aus dem Gruß entstand unter anderem der Bellamy salute, der von 1892 bis 1942 in den Vereinigten Staaten beim Aufsagen des Treueschwurs offiziell vorgeschrieben war.

Der Diktator Benito Mussolini übernahm den Saluto romano wiederum in leicht abgeänderter Form für seine Partei Partito Nazionale Fascista und später für seinen eigenen Personenkult. In der Zeit des Nationalsozialismus übernahm Adolf Hitler, nach Mussolinis Vorbild, den Saluto romano ebenfalls und machte ihn zum Hitlergruß (die rechte Hand wird leicht nach oben gestreckt), zu dieser Zeit auch „Deutscher Gruß“ genannt. Dieser wird noch heute von rechtsextremen Gruppen angewandt und ist in Deutschland gemäß § 86a Abs. 2 Satz 1 StGB und in Österreich strafbar.

Heutzutage ist der Saluto romano in Italien per Gesetz als Ausdruck faschistischer Ideologie verboten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. („Not a single Roman work of art – sculpture, coinage, or painting – displays a salute of the kind that is found in Fascism, Nazism, and related ideologies. It is also unknown to Roman literature and is never mentioned by ancient historians of either republican or imperial Rome.“) Vgl. Martin M. Winkler: The Roman Salute. Cinema, History, Ideology. Columbus 2009, S. 2.
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