Salve Regina
Das Salve Regina (Gegrüßet seist du, Königin) ist die marianische Antiphon, die im Stundengebet der katholischen Kirche in der Zeit im Jahreskreis entweder nach der Vesper oder nach der Komplet gesungen wird − je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird. In vielen Regionen ist es Brauch, das Salve Regina beim Begräbnis eines Priesters oder einer Person des geweihten Lebens am Grab zu singen.
Benannt ist die Antiphon nach den ersten beiden Worten des lateinischen Textes, der vor 1054 entstanden ist und Hermann von Reichenau (Hermann der Lahme, Hermannus Contractus), einem Benediktiner der Abtei Reichenau, zugeschrieben wird.
Die letzten Anrufungen des Gebets (o clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria) sind ein späterer Zusatz, den Bernhard von Clairvaux angefügt haben soll.
Inhaltsverzeichnis |
Text des Salve Regina [Bearbeiten]
| lateinisch | deutsch |
|---|---|
|
Salve, Regina, |
Sei gegrüßt, o Königin, |
„Gegrüßet seist du, Königin“ („Salve-Regina-Lied“) [Bearbeiten]
Auf Johann Georg Seidenbusch (1641-1729) geht ein Marienlied zurück, das in den einzelnen Strophen die Marientitel des Salve Regina paraphrasiert (Gotteslob 1975 Nr. 573, Gotteslob 2013 Nr. 536).
1 Gegrüßet seist du, Königin, (o Maria) - erhabne Frau und Herrscherin (oder: der Menschen Schutz und Helferin), (o Maria).
2 O Mutter der Barmherzigkeit - du unsres Lebens Süßigkeit.
3 Du unsre Hoffnung, sei gegrüßt, - die du der Sünder Zuflucht bist.
4 Wir Kinder Evas schrein zu dir, - aus Tod und Elend rufen wir.
5 O mächtige Fürsprecherin, - bei Gott sei unsre Helferin.
6 Dein mildes Auge zu uns wend - und zeig uns Jesus nach dem End.
Der Refrain lautet: Freut euch, ihr Kerubim, lobsingt, ihr Seraphim, grüßet eure Königin: Salve, salve, salve Regina!
Das Salve Regina in der Musikgeschichte (Auswahl) [Bearbeiten]
Durch die Jahrhunderte der abendländischen Musikgeschichte vertonten viele Komponisten das Salve Regina, z. B.:
- Johannes Ockeghem (ca 1410-1497): Salve Regina (Motette)
- Pierre de la Rue (* um 1460-1518): Salve Regina I - VI (Motetten)
- Jean-Baptiste Lully (1632-1687)
- Giovanni Battista Bassani (1657-1712)
- Georg Friedrich Händel (1685-1759) Geistliches Konzert für Sopran,Streicher und Orgel/Cembalo HWV 241
- Johann Adolf Hasse (1699-1781)
- Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736)
- Antonio Salieri (1750-1825): Salve Regina D-Dur (1815), mit deutschem Text in G-Dur und zuletzt in B-Dur für vierstimmigen Chor und Orchester
- Cayetano Carreño (1774-1836): Salve Regina (1814)
- Ferdinand Schubert (1794-1859): Salve Regina, op. 12
- Franz Schubert (1797-1828): Salve Regina op. 140 in C-Dur für gemischtes Quartett (April 1824) und Salve Regina op. 153 in A-Dur für Sopran und Orchester (November 1817)
- Moritz Hauptmann (1792-1868): Salve Regina
- Otto Nicolai (1810-1849): Salve Regina (Hymne an die heilige Jungfrau) op. 39 (1846)
- Franz Liszt (1811-1886): Salve Regina, S. 66 (1885)
- Gabriel Fauré (1845-1924): Salve Regina, op. 67/1 (1895)
- Leoš Janáček (1854-1928): Gebet der Jenufa im 2. Akt der gleichnamigen Oper
- Francis Poulenc (1899-1963): Finale der Oper "Dialougues des Carmélites" (1957)
- Hermann Schroeder (1904-1984): Salve Regina, in Die Marianischen Antiphonen für Orgel (1953), und "Salve Regina", Cantilena choralis für Violoncello und Orgel (1981)
- Jean Langlais (1907-1991): Missa Salve Regina, 3 voix égales, unisson, 2 orgues, 5 trombones, 3 trompettes (1954)
- Anton Dawidowicz (1910-1993): Salve Regina
- Arvo Pärt (*1935): Salve Regina (2002)
- Guy Bovet (*1942): Salve Regina für Orgel (1978)
- Andrew Lloyd Webber (*1948): im Musical "Evita" (1974) unter dem Titel "Requiem"
- Enjott Schneider (*1950): 2. Sinfonie, 1. Satz
Weblinks [Bearbeiten]
Hermannus-Gemeinschaft Altshausen: Zur Autorenschaft des Salve Regina