Salvian von Marseille

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Salvian von Marseille (auch Salvianus, * um 400 in Trier, Köln oder Umgebung; † um 475) war ein christlicher Kirchenvater und Schriftsteller während der spätantiken Völkerwanderung des 5. Jahrhunderts.

Salvian wurde um 400 irgendwo im nördlichen Gallien geboren und entstammte einer Familie der gallorömischen Oberschicht. Er erhielt, wie viele seiner Standesgenossen, eine gute Ausbildung im Bereich der Juristik und der lateinischen Rhetorik und sollte wohl Karriere im Reichsdienst machen. Mit seiner heidnischen Gattin Palladia hatte er eine Tochter, Auspiciola. Man geht davon aus, dass sich Salvian nach Beendigung seiner Studien nach Südgallien begab, da sich dort seit etwa 400 der Sitz des gallischen Prätorianerpräfekten und somit das Zentrum der römischen Verwaltung dieses Reichsteils befand. Aber bereits gegen 426 trat er offenbar der asketischen Gemeinschaft auf der Insel Lérins bei (der späteren Abtei Lérins), die von Honoratus, dem späteren Bischof von Arles um 410 gegründet worden war. Später, vielleicht um 429, wurde er Presbyter in Marseille und starb wohl nach 470.

Ein Großteil seiner Werke, die in der Schrift De viris inlustribus des Gennadius von Marseille erwähnt werden, sind verloren gegangen. Sein Hauptwerk De gubernatione Dei (lat.: Von der Herrschaft Gottes) ist jedoch erhalten geblieben. In ihm schildert Salvian um 450 die Drangsale der damaligen Zeit im Zeichen der Vorsehung und interpretierte die Probleme dieser Jahre als Strafe Gottes für den sündigen Zustand von Gesellschaft und Kirche. Das Werk verzerrt aufgrund dieser Wirkabsicht vieles ins Negative, weshalb die heutige Forschung Salvians Angaben in der Regel nicht mehr für bare Münze nimmt; dessen ungeachtet ist der Text aber eine Hauptquelle für die Kultur- und Sozialgeschichte Westroms.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]