Salzbergen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Emsland | |
| Höhe: | 38 m ü. NN | |
| Fläche: | 53,31 km² | |
| Einwohner: |
7492 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 141 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 48499 | |
| Vorwahlen: | 05976, 05971 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EL | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 54 045 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Franz-Schratz-Str. 12 Postfach 11 63 48499 Salzbergen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Andreas Kaiser (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Salzbergen im Landkreis Emsland | ||
Salzbergen ist eine Gemeinde an der Ems im Landkreis Emsland in Niedersachsen, nördlich von Rheine.
Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Salzbergen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts als Eisenbahnknotenpunkt und durch die Gründung der Erdölraffinerie im Jahre 1860. Diese Raffinerie ist heute die älteste noch aktive der Welt und gleichzeitig eine der modernsten.
Salzbergen ist mittlerweile ein großer Industriestandort mit vielen Industriebetrieben. Am bedeutendsten sind die Sparten Windenergie, Erdöl, Maschinenbau und Textil.
Inhaltsverzeichnis |
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen zeigt drei Tropfen, die auf die Ölverarbeitung in Salzbergen hinweisen, darunter drei Salzberge, die auf das Salzvorkommen hinweisen, und der blaue, geschwungene Balken zeigt die Ems, an der Salzbergen liegt.
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt im südlichen Teil des Landkreises an der Ems. Sie liegt an der Grenze zum westfälischen Teil von Nordrhein-Westfalen.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Im Norden grenzt die Gemeinde an die Gemeinde Emsbüren, im Osten an die Samtgemeinde Spelle, im Süden an die Stadt Rheine und die Gemeinden Neuenkirchen und Wettringen im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen und im Westen an die Samtgemeinde Schüttorf in der Grafschaft Bentheim.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
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Geschichte [Bearbeiten]
Geschichte von Salzbergen [Bearbeiten]
Der Name Salzbergen (alt: Saltesberch, Saltesberg) wird vom hier abgebauten Salzvorkommen abgeleitet. 1172 wird ein Edelhof in Salzbergen erwähnt. Die Brüder Wiebold (1171–1193) und Theodorich (1171–1215) machten eine Schenkung, was der Bischof Ludwig von Münster besiegelte: … duobus fratribus, de Saltesberch, Theodorico et Wibaldo. Eigenartig ist, dass die Schenkung offensichtlich von Kindern gemacht worden sein soll. 1177 bestätigte Bischof Hermann II. von Münster förmlich eine Schenkung des Edlen Sigvin und seiner Gattin Bartradis an die Domkirche zu Münster. Darin heißt es: In Salzbergen hat Rabodo ein Erbe zu Lehen. Die Familie scheint spätestens 1254 ausgestorben zu sein, da sie nach dieser Zeit nicht mehr erwähnt wird. Die Burganlage soll auf Lempkers Kämpe gestanden haben.
Seit dem 13. Jahrhundert gehörte Salzbergen zum Oberstift Münster, im Gegensatz zum übrigen Oberstift fiel es nach dem Wiener Kongress nicht an Preußen, sondern an Hannover. Dort gehörte es zum Amt Lingen, nach der preußischen Annexion Hannovers zum Landkreis Lingen, der 1977 Teil des Landkreises Emsland wurde.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde das damals kleine Dorf Salzbergen mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe. Grund waren die Erdölraffinerie sowie der Eisenbahnknotenpunkt. Kurz vor Ende des Krieges erfolgte am 6. März 1945 um die Mittagszeit der verheerendste Angriff, bei dem in knapp 20 Minuten ca. 4.000 Bomben von mehreren hundert Bombern abgeworfen wurden. Die Raffinerie und das Dorf wurden dabei völlig zerstört. 40 Tote, darunter viele Kinder, waren zu beklagen.
Geschichte und Namensherleitung der Ortsteile [Bearbeiten]
Holsten. Das Bestimmungswort hol steht für Holz, vgl. niederdt. holt; das Grundwort sete bedeutet fester Wohnsitz, Siedlung. Zusammen: Sitz im Gehölz. Sete kommt vor 1000 nicht vor und tritt nur im südlichen Teil des Emslandes auf. Das lässt nach Hermann Abels auf einen jüngeren Ort mit rein sächsischem Ursprung schließen, da die Sachsen erst zu diesem Zeitpunkt im Emsland voll sesshaft geworden sein sollen.
Bexten, ehemals Feilbexten (alt: Falbeki = fahler, gelber Bach) wird als Teil des Venkigaus bereits um 890 im Werdener Urbar erwähnt. Athalgrim in Falbeki zahlte an das Kloster Werden 18 Scheffel Korn, den Heerschilling und 16 Denare.
Hummeldorf (alt: Humilathorpe). Das Bestimmungswort humil bedeutet mager, dürr; das Grundwort thorpe, torpe steht für Dorf. Zusammen: Dorf mit magerem Boden. Hummeldorf wird ebenfalls 890 im Werdener Heberegister als Teil des Venkigaus erwähnt. Der Ort grenzt an Bentlage. Auf dem Hof Barwick wurde früher das Salzberger Holzgericht, das dem Bischof von Münster gehörte, durch den Amtmann von Rheine gehalten.
Steide, um 1300 erwähnt. Die Herkunft des Namens ist unsicher.
Stovern ist ein altes Rittergut, um 1230 wird ein Arnold von Stovern genannt. Etwa seit dem 17. Jahrhundert im Besitz der Familie von Twickel.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. März 1974 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Bexten-Listrup mit damals etwa 200 und Mehringen mit damals etwa 250 Einwohnern eingegliedert.[2]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die Gemeinde hat heute über 7.850 Einwohner auf einer Fläche von 5.330 ha, davon ca. 1.400 ha Wald und ca. 2.638 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Zahlreiche Neubaugebiete wurden in den letzten zwei Jahrzehnten erschlossen. Weitere Baugebiete befinden sich zurzeit im Ausbau und in der Planung.
| Einwohner | 1880 | 1900 | 1925 | 1933 | 1939 | 1950 | 1962 | 2006 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Salzbergen | 718 | 1.052 | 1.433 | 1.549 | 1.772 | 2.393 | 2.800 | 7.851 |
| Hummeldorf | 219 | 273 | 321 | 350 | 363 | 479 | k.A. | k.A. |
| Holsten | 192 | 262 | 345 | 390 | 409 | 524 | k.A. | k.A. |
| Steide | 343 | 425 | 443 | 425 | 409 | 524 | k.A. | k.A. |
Politik [Bearbeiten]
Zusammensetzung des Gemeinderates [Bearbeiten]
Der Gemeinderat hat 20 gewählte Mitglieder. Hinzu kommt der direkt gewählte Bürgermeister. Ihm gehören als Ergebnis der Kommunalwahl vom 11. September 2011 zwei Parteien an.[3]
Partnergemeinde [Bearbeiten]
Krzanowice, seit Mai 2006
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
Feuerwehrmuseum [Bearbeiten]
Ausstellung von Feuerwehrexponaten aus aller Welt. Der Feuerwehrmuseumsverein verfügt heute über eine ansehnliche Anzahl von Fahrzeugen, Handdruckspritzen, Geräten und Kleinteilen. U.a. werden Helme aus aller Welt, Kappen und Mützen, Uniformen, Ärmelabzeichen, Orden und Ehrenzeichen, Stahlrohre, Feuerlöscher, Atemschutzgeräte, alte Urkunden und Dokumente, kurzum, ein buntes Bild quer durch die Geschichte des Feuerlöschwesens gezeigt. Ein Highlight ist dabei eine Dampfdruckspritze aus dem Jahre 1901, die als einzige in Deutschland noch immer betrieben werden darf. Seit 2010 gehört das Feuerwehrmuseum zur Route der Industriekultur im Nordwesten.[4]
Musik [Bearbeiten]
- Musikverein Salzbergen
- Kirchenchor St. Cyriakus
- Kirchenchor St. Marien
- Jugendchor Salzbergen
- MissKlang - Frauenchor Salzbergen
Bauwerke [Bearbeiten]
Die neugotische katholische Kirche St. Cyriakus wurde in der jetzigen Form in den Jahren 1897–1903 erbaut. An derselben Stelle befand sich bereits eine Kirche, die für den Neubau abgerissen wurde. Im Jahre 2002 erhielt die Kirche ihren ursprünglichen Kirchturm zurück, der im 2. Weltkrieg wegen der Nähe zur Fliegerkaserne Bentlage (wegen der Einflugschneise) abgetragen wurde. Sehenswert ist die "Klünsche" Madonna.
- Kolpingbildungshaus und Heimathaus (Fachwerkhäuser)
Das emsländische Heuerhaus aus dem Jahre 1729 gehörte zur Hofstelle des Bauern Lölver aus Holsten und steht nach dem Aufbau durch den Heimatverein seit dem Jahre 1983 in der Nähe des Kolping-Bildungshauses in Salzbergen. Das Zweiständer-Hallenhaus in Form eines Niedersachsenhauses beheimatet Wohnbereich, Diele und Stallungen in einem einzigen Raum. Mittelpunkt des Hauses ist die offene Feuerstelle.
- Gut Stovern
Das Rittergut Stovern wurde erstmals um 1230 erwähnt und ist herrlich gelegen inmitten des Stoverner Waldes. Auf dem Gut befindet sich eine Kapelle, der schon Papst Benedikt XIV. Privilegien verliehen hat. Das Gebäude, das auch an zwei Tagen im Monat zur Besichtigung freigegeben ist (Information durch Gemeinde Salzbergen, Tel. 05976 9479-0), ist jetzt noch von drei Seiten von einem ca. 5 Meter breiten Wassergraben umgeben.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Salz- und Ölmarkt (am dritten Wochenende im Juni)
- Salzbergener Herbstkirmes (am zweiten Wochenende im Oktober)
- Martinsmarkt (am zweiten Wochenende im November)
Sehenswertes [Bearbeiten]
- Vor dem Bahnhof steht seit 1978 die letzte außerdienstgestellte Dampflok 043 196-5 der Deutschen Bundesbahn. Sie wurde 1942 bei Krupp in Essen gebaut und fuhr zuletzt 1977 auf der Strecke Emden–Rheine.
- Etwa 50 Meter weiter steht ein Ein-Mann-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der in einem Wald in der Nähe gefunden und 2002 an seinem jetzigen Standort aufgestellt worden ist.
- Im Bereich des Ortsteiles Holsten-Bexten am Brandeweg/Sandweg befinden sich bronzezeitliche Grabhügelfelder mit Wallanlagen.
- Barocke Bildstöcke an der Emsstraße
- Nepomukweg an der Ems
- Feuerwehrmuseum
- Das Waldgebiet am Gut Stovern zeichnet sich durch bemerkenswerte botanische Vielfalt aus.
- Das Grab von Franz Karl Berlage (Dompropst am Kölner Dom 1886–1917) auf dem Friedhof mit einer originalen Balustrade des Kölner Doms
- Reste einer "Burg" im Ärztehaus hinter der Pfarrkirche
- Die sogenannte "Klünsche Madonna" (Gnadenbild) in der Pfarrkirche (15. Jh.)
- Naturschutzgebiet Keienvenn im Ortsteil Steide
Infrastruktur und Wirtschaft [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
- Schienen- und Busverkehr
Der Bahnhof Salzbergen liegt an der Emslandstrecke (KBS 395), von der hier die Bahnstrecke nach Almelo (NL) (KBS 375) abzweigt. Er wird im Schienenpersonennahverkehr jeweils im Stundentakt vom RE 15 „Emsland-Express“ Münster – Rheine – Lingen – Leer – Emden und von der RB 61 „Wiehengebirgs-Bahn“ Bad Bentheim – Rheine – Osnabrück – Herford – Bielefeld bedient.
Im Straßenpersonennahverkehr verkehren Busse der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) im Schüler- und Berufsverkehr innerhalb Salzbergens, nach Rheine, Schüttorf, Bad Bentheim, Emsbüren und Leschede.
- Straßen
Salzbergen ist über die Landesstraße L 39 ehemals B 65, die B 70, die A 30 Bad Oeynhausen–Niederlande und die A 31 Emden–Bottrop an das Fernstraßennetz angebunden.
Unternehmen [Bearbeiten]
Das im SDAX gelistete Unternehmen H&R AG hat seinen Hauptsitz in Salzbergen. Zudem hat die Windenergietochter des US-Unternehmens General Electric, GE Wind Energy, als Nachfolger der Tacke Windtechnik GmbH & Co. KG ihren Sitz in Salzbergen.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Franz Karl Berlage, Dompropst am Kölner Dom 1886–1917 (Grab auf dem Friedhof Salzbergen)
- Ernst Overhues (1877–1972), Oberbürgermeister in Düren
- Wilhelm Frerichs (* 1900, † unbekannt), SS-Obersturmführer, Leiter der Politischen Abteilung im KZ Buchenwald
- Franz Josef Krafeld (* 1947), Professor für Erziehungswissenschaften
- Hans Reckers (* 1953), Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank
- Gaby Baginsky (eigentlich Gabi Baginski, * 1954), deutsche Schlagersängerin
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben [Bearbeiten]
- Wilhelm Lepenau (1838–1901), Gründer der Raffinerie Salzbergen, Ehrenbürger der Gemeinde Salzbergen seit 25. Februar 1900
- Maria Mönch-Tegeder (1903–1980), Dichterin
- Max Georg Freiherr von Twickel (* 1926), em. Weihbischof von Münster
- Werner Wolke (*1923) - Schulleiter der Haupt- und Realschule von 1973 bis 1986
Sport [Bearbeiten]
Der Sportverein des Ortes ist der SVA Salzbergen e. V. Die erste Fußballseniorenmannschaft des Vereins spielt in der Kreisliga Emsland. In der Mannschaft spielen ausschließlich Spieler, die auch schon in den Jugendmannschaften des Vereins gespielt haben. Der Kader muss aufgrund der guten Jugendarbeit nicht durch auswärtige Spieler verstärkt werden. Die zweite Herrenmannschaft, mit ausschließlich einheimischen Spielern, ist Tabellenführer der zweiten Kreisklasse. Erfolgreich spielen auch die Volleyballdamen des Vereins - derzeit in der Verbandsliga.
Literatur [Bearbeiten]
- Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
- Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
- Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
- Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
- Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
- Alois Kohstall: Salzbergen. Die Geschichte eines Dorfes, Hrsg. von der Gemeinde Salzbergen, 2. Aufl., 1977
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.
- ↑ www.salzbergen.de
- ↑ Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten: Route der Industriekultur im Nordwesten. Station 7: Feuerwehrmuseum Salzbergen
Weblinks [Bearbeiten]
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