Salzburg AG

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Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2000
Sitz Salzburg, Bayerhamerstraße 16[1]
Leitung Vorstand: August Hirschbichler, Leonhard Schitter; Aufsichtsräte: Christian Struber (Vorsitzender), Heinz Schaden (1. V-Stllv.), Leo Windtner (2. V-Stllv.), Erich Entstrasser (Vorstandsdirektor), Anja Hagenauer, Hans Mayr, Harald Preuner, Astrid Rössler, Hans Scharfetter, Werner Steinecker (Vorstandsdirektor)[2]
Mitarbeiter ~ 2.000[3]
Umsatz 1,363 Mrd. Euro (2013)[4]
Bilanzsumme 1,412 Mrd. Euro (2013)[5]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Infrastruktur-Dienstleister (Energie, Wasser, Telekommunikation, Verkehr)
Website www.salzburg-ag.at

Die Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation ist ein Energie- und Infrastruktur-Dienstleister mit Firmensitz in der Landeshauptstadt Salzburg in Österreich und versorgt im gesamten Bundesland Salzburg und angrenzendem Oberösterreich derzeit etwa 260.000 Kunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Salzburg AG entstand aus zwei Unternehmen, der Versorger von Stadt und Land Salzburg.[6]

Das Energieversorgungsunternehmen der Stadt Salzburg wurde im Jahr 1887 als Städtische Elektrizitätswerke gegründet. Diese wurden 1950 mit den 1940 gegründeten Städtischen Verkehrsbetrieben Salzburg zur neuen Gesellschaft Salzburger Stadtwerke vereinigt. Diese betrieben damals die Geschäftsfelder Verkehr, Elektrizität, sowie Gas- und Wasserversorgung und erbauten im selben Jahr die erste Fernwärme-Anlage des Landes für die Landeskrankenanstalten Salzburg. 1997 stiegen die Salzburger Stadtwerke als Anbieter in das Internet- und 1998 ins Telekommunikationsgeschäft ein.

Die Salzburger AG für Elektrizitätswirtschaft (SAFE) wurde 1920 als Landes-Elektrizitätsversorgungsunternehmen gegründet, betrieb bis 1980 vor allem die Stromversorgung des Bundeslandes. 1980 kamen die Geschäftsfelder Erdgas und Kabel-TV hinzu; 1989 errichtete das Unternehmen ein Fernwärme-Netz in der Stadt Hallein. 1996 bot die SAFE erstmals Telekommunikationsdienstleistungen an und stieg 1997 ebenfalls als Provider in das Internetgeschäft ein.

Im Jahr 1999 begannen erste Fusionsgespräche der Stadtwerke mit dem Konkurrenten SAFE. Am 15. September 2000 entstand schließlich durch die Fusion der beiden Dienstleister mit der Salzburg AG ein neues Unternehmen der Energiewirtschaft, das seither im Bundesland Salzburg führend ist.

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten]

Die Eigentumsverhältnisse sind zwischen dem Land Salzburg (42,56 %), der Stadt Salzburg (31,31 %) und der Energie AG Oberösterreich Service- und Beteiligungsverwaltungs-GmbH (26,13 %) aufgeteilt.[3]

Die Aktiengesellschaft ist heute an mehreren Firmen Alleineigentümer oder beteiligt.[7]

Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten]

Verwaltungsgebäude der Salzburg AG in Salzburg-Schallmoos

Energie und Wasser[Bearbeiten]

Das Unternehmen versorgt heute das gesamte Bundesland Salzburg jährlich als Energieversorger mit etwa 15.148,9 GWh Strom, 10.951,5 GWh Erdgas, 920,9 GWh Fernwärme und die Stadt Salzburg noch als Wasserversorger mit 12,4 Milliarden Liter Trink- und Nutzwasser (Stand April 2011).[3] Die Salzburg AG betreibt in Salzburg die fossil befeuerten Fernheizkraftwerke AG FHW Mitte Salzburg, FHW Nord Salzburg, HW Elsbethen in der Rainerkaserne (HW Salzburg Süd 2007 stillgelegt)[8] und das des Landeskrankenhauses Salzburg. Dabei werden mehr als 200.000 t CO2 je Jahr emittiert.[9][10] Im Dezember 2011 wurde der drittgrößte Fernwärmespeicher Europas beim Heizkraftwerk Nord in Betrieb genommen. Er ist 45 m hoch und hat einen Nutzinhalt von 30.000 m3 Heißwasser.[11] Daneben betreibt sie auch die Heizwerke Hallein, Wals-Siezenheim (seit 2007 in das Fernwämenetz Salzburg Stadt integriert) und etliche kleinere Heizwerke im Inselbetrieb (Bruck, Bramberg, Radstadt, Saalfelden, Abtenau, Altenmarkt, Wald, Fusch), teils Biomassekraftwerke.[8]

Wasserkraftwerke[Bearbeiten]

Kraftwerk Sohlstufe Lehen, 2014

Die Salzburg AG betreibt im gesamten Bundesland Salzburg 28 Wasserkraftanlagen (Stand: 2012).[12] Angegeben sind in der Aufzählung der Kraftwerksname, ggf. die Lage (Gemeindegebiet), genutzte Gewässer, Engpassleistung und Jahreszahlen der Inbetriebnahme bzw. Erweiterung.

Kraftwerksgruppe Flachgau/Tennengau:[13]

  • Kraftwerk Eichetmühle, Almkanal (154 kW, erbaut 1899)
  • Kraftwerk Hammer, Alm-Mühlbachkanal (125 kVA, erbaut 1919)
  • Kraftwerk Gamp, Salzach bei Hallein (8,58 MW, Inbetriebnahme 2007)
  • Kraftwerk Wiestal/Ausgleichsbecken (218 kW, Inbetriebnahme 2005)
  • Kraftwerk Wiestal, Wiestal-Stausee, Mörtelbach, Schwarzaubach (28 MW, 1913-1939, 1977)
  • Kraftwerk Strubklamm, Hintersee, Strubklamm-Stausee (15 MW, errichtet 1924/1983)
  • Kraftwerk Rott, Saalach an der Grenze zu Bayern (5 MW, neu errichtet 2004)
  • Kraftwerk Urstein, Gde. Puch bei Hallein, Salzach, Königsseeache (22,7 MW, Inbetriebnahme 1971)
  • Kraftwerk Sohlstufe Hallein, Salzach, Almbach (11,7 MW, Inbetriebnahme 1987)
  • Kraftwerk Sohlstufe Lehen, Stadt Salzburg (13,7 MW, Inbetriebnahme 2013)

Kraftwerksgruppe Oberpinzgau:[14]

Kraftwerksgruppe Mitterpinzgau:[15]

  • Kraftwerk Dießbach, Dießbach, Weißbach, Kallbrunnbach (26 MW, Inbetriebnahme 1964/68)
  • Bärenwerk (Gemeinde Fusch) Fuscher Ache u. andere (9,84 MW, Inbetriebnahme 1924, Erweiterung 1956)
  • Kraftwerk Bachwinkl (Saalfelden), Öfenbach und Lärchbach (120 kW, errichtet 1905)

Gemeinschaftskraftwerke Mittlere Salzach:[16] Bei diesen Gemeinschafts-Kraftwerken übernahm die Verbund AG Planung und Bau, die Salzburg AG hat die Betriebsführung inne.

  • Kraftwerk St. Johann im Pongau, Salzach bei Fluss-km 128,5 (16,5 MW, Inbetriebnahme 1990/91)
  • Kraftwerk Urreiting (St. Johann im Pongau), Salzach bei Fluss-km 123,9 (16,5 MW, Inbetriebnahme 1985)
  • Kraftwerk Bischofshofen, Salzach bei Fluss-km 119,5 (16 MW, Inbetriebnahme 1984/85)
  • Kraftwerk Kreuzbergmauth (Pfarrwerfen), Salzach bei Fluss-km 114,4 (17,7 MW, Inbetriebnahme 1995)

Kraftwerksgruppe Lungau:[17]

  • Kraftwerk Murfall (Gemeinde Muhr), Gewässer: Mur (780 kW, Inbetr. 1922/49)
  • Kraftwerk Rotgülden, Obere Mur (4,7 MW, Inbetriebnahme 1956/68)
  • Kraftwerk Zederhaus, Gewässer: Speicher Schliereralm, zehn Gebirgsbäche in zwei Beileitungen (10 MW, Inbetriebnahme 1984)
  • Kraftwerk Hintermuhr (Gemeinde Muhr) Gewässer: Rotgüldensee, Öllschützen, Mur, Muritzen und Altenbergbach (Kavernenkraftwerk und Pumpspeicher, 108 MW, Inbetriebnahme 1991, Erweiterung ab 2008)[18]

Kraftwerke im Gasteinertal:

  • Kraftwerk Nassfeld, Naßfelder Ache (Pumpspeicher, 31,5 MW, Inbetriebnahme 1982)[19]
  • Kraftwerk Böckstein, Bad Gastein/Ortsteil Böckstein: Naßfelder Ache (Tagesspeicher, 44,5 MW, Inbetriebnahme 1981)[20]
  • Kraftwerk Remsach, Bad Gastein /Ortsteil Remsach: Anlaufbach und Angerbach (Tagesspeicher, 30,9 MW, Inbetriebnahme 1995)[21]

IT-Dienstleistungen[Bearbeiten]

Zusätzlich ist die Salzburg AG noch in den Tätigkeitsbereichen Telekommunikation, Kabel-TV und Internet als Netzbetreiber und Provider verankert. Marke ist CableLink.[22]

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Bis 2012 gültiges Logo der Schienenverkehrssparte
Seit 2012 gültiges Logo der gesamten Verkehrssparte
Ein Triebwagen der Salzburg AG in der Haltestelle Pabing am Haunsberg
Bis 2012 verwendetes Logo des Oberleitungsbusses
Ein Oberleitungsbus der Salzburg AG in Liefering

Im Öffentlichen Personennahverkehr übernahm die Salzburg AG vom Vorgängerunternehmen die Bahnstrecke Salzburg–Lamprechtshausen, die Bahnstrecke Bürmoos–Trimmelkam, die Standseilbahn auf die Festung Hohensalzburg, den Oberleitungsbus Salzburg (zehn Linien), den 1890 eröffneten Mönchsbergaufzug sowie den kommunalen Omnibusverkehr. Damit ist sie größter Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs in der Landeshauptstadt. Alle Verkehrsmittel der Salzburg AG sind in den Salzburger Verkehrsverbund (SVV) integriert. Mit den Strecken nach Lamprechtshausen (S1) und Bürmoos (S11) betreibt die Salzburg AG auch zwei von fünf Linien der S-Bahn Salzburg.

Der Schienenverkehr der Salzburg AG wird seit deren Gründung im Jahr 2000 unter der traditionsreichen Bezeichnung Salzburger Lokalbahn (SLB) vermarktet. Der Oberleitungsbus- und Autobusverkehr tritt hingegen seit 2000 unter der Marketingbezeichnung StadtBus Salzburg auf.

Im Zuge einer Neustrukturierung des städtischen Omnibusverkehrs in Salzburg übernahm die Salzburg AG im Jahr 2005 49 Prozent des privaten Autobusunternehmens Albus Salzburg Verkehrsbetrieb. Im Gegenzug wurden die letzten beiden Autobuslinien der Salzburg AG, die Linien 15 und 27, samt aller damals im Bestand befindlichen Autobusse an Albus abgegeben um Synergiepotenziale ausnützen zu können. Seitdem ist die Salzburg AG eine der wenigen Verkehrsunternehmen weltweit, die zwar Oberleitungsbusse, aber keine Autobusse betreiben.

Im März 2006 übernahm die Salzburg AG außerdem den Betrieb der Schafbergbahn sowie die Wolfgangseeschifffahrt von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und brachte diese in die neu gegründete Salzkammergutbahn GmbH ein.[7] Im Juli 2008 übernahm die Salzburg AG zusätzlich den Betrieb auf der vom Land Salzburg erworbenen schmalspurigen Pinzgauer Lokalbahn, sie gehörte ursprünglich ebenfalls zur ÖBB.

Seit 2009 ist die Salzburg AG zusammen mit der Regentalbahn an einem Konsortium namens Berchtesgadener Land Bahn (BLB) beteiligt, das seit Dezember 2009 die S-Bahn-Linie S4 auf der vollständig in Deutschland gelegenen Bahnstrecke Freilassing–Berchtesgaden betreibt.[23]. Diese Kooperation ist das Ergebnis einer 2006 erfolgten Ausschreibung, aus der die Bietergemeinschaft als Sieger hervorging.

Zuletzt übernahm die Salzburg AG Mitte Juni 2010 im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain den Betrieb der dort neu entstandenen Museumsfeldbahn Großgmain. 2010 beförderte die Salzburg AG in ihren Verkehrsmitteln zusammengenommen 45,5 Millionen Fahrgäste.[24]

2012 änderten sich die Markenbezeichnungen erneut, die Verkehrssparte firmiert seither unter der einheitlichen Dachmarke Salzburger Lokalbahnen, der Obus wird als ObusSLB bezeichnet.[25]

Güterverkehr[Bearbeiten]

Neben dem Güterverkehr auf ihren Stammstrecken nach Lamprechtshausen und Trimmelkam sowie auf der Verbindungsstrecke zwischen Salzburg Hauptbahnhof und Salzburg Itzling ist die Salzburg AG von Beginn an auch für die Bedienung der Stieglbahn zuständig, einer nach der Stieglbrauerei benannten Anschlussbahn im Stadtgebiet. Grundlage hierfür ist ein aus den Zeiten der Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG) stammender Pachtvertrag.[26] Ebenso betreibt die Gesellschaft seit dem 2. Mai 2002 die Halleiner Schleppbahn.[27]

Bald nach seiner Gründung begann das Unternehmen auch außerhalb seiner Stammstrecken in der Region Salzburg zu expandieren. So verkehren die Güterzüge des Unternehmens infolge der Liberalisierung des Schienenverkehrs auch auf dem Netz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sowie der deutschen DB Netz AG. Darüber hinaus kommen sie auch bis ins schweizerische Buchs, ins italienische Tarvis sowie ins slowenische Jesenice.[28]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salzburg AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Impressum, salzburg-ag.at
  2. Unternehmen, salzburg-ag.at
  3. a b c Zahlen & Daten, salzburg-ag.at
  4. Geschäftsbericht 2013. Salzburg AG, abgerufen am 6. Juni 2014 (PDF 4,0 MB).
  5. Geschäftsbericht 2013. Salzburg AG, abgerufen am 6. Juni 2014 (PDF 4,0 MB).
  6. Geschichte, salzburg-ag.at
  7. a b Beteiligungen & Töchter, salzburg-ag.at
  8. a b Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation: Heizkraftwerke und Heizwerke – Wärme und Strom. Folder, o.D. (pdf, salzburg-ag.at)
  9. ECRA Register FHKW Mitte, abgerufen am 26. Oktober 2010.
  10. ECRA Register FHKW Nord, abgerufen am 26. Oktober 2010.
  11. Riesiger Wasserboiler geht ans Netz Meldung bei ORF Salzburg online vom 9. Dezember 2012
  12. Angaben über den Anlagenpark auf der Firmenhomepage
  13. Infofolder über die Kraftwerke Flachgau/Tennengau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012)
  14. Infofolder über die Kraftwerke im Oberpinzgau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012)
  15. Infofolder über die Kraftwerke im Mitterpinzgau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012)
  16. Infofolder über die Gemeinschaftskraftwerke der Salzburg AG und der Verbunf Hydro Power AG (PDF, abgerufen am 28. Mai 2012)
  17. Infofolder über die Kraftwerke im Lungau der Salzburg AG (PDF, abgerufen am 2. Juni 2012)
  18. Neues Kraftwerk Hintermuhr erörffnet, Bericht in ORF-Salzburg vom 11. April 2012
  19. Beschreibung des KW Nassfeld auf der Firmenhomepage
  20. Beschreibung des KW Böckstein auf der Firmenhomepage
  21. Beschreibung des KW Remsach auf der Firmenhomepage
  22. CableLink, auch cablelink.at
  23. Informationen auf der Homepage der Berchtesgadener LandBahn
  24. Geschäftsbericht 2010, Seite 59.
  25. Salzburger Lokalbahnen: neue Obus-Generation, neue Marke, Meldung vom 22. Mai 2012.
  26. Die Stieglbahn auf www.regionale-schienen.at, abgerufen am 18. März 2012.
  27. Die Halleiner Schleppbahn auf www.regionale-schienen.at, abgerufen am 18. März 2012.
  28. Salzburger Lokalbahn – Gütertransport regional und international