Salzgitter-Bad

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52.04722222222210.378888888889138Koordinaten: 52° 2′ 50″ N, 10° 22′ 44″ O

Salzgitter-Bad
Ortswappen von Salzgitter-Bad
Höhe: 132–204 m
Fläche: 19,28 km²
Einwohner: 19.965 (31. Dez. 2013)
Eingemeindung: 1. April 1942
Eingemeindet nach: Watenstedt-Salzgitter
Postleitzahl: 38259
Vorwahl: 05341
Karte

Lage von Salzgitter-Bad in Salzgitter

Salzgitter-Bad ist der zweitgrößte von insgesamt 31 Stadtteilen der kreisfreien Stadt Salzgitter in Niedersachsen, gelegen in der Ortschaft Süd, und ist der namensgebende Stadtteil der am 1. April 1942 gegründeten Großstadt Salzgitter, die bis zum 23. Januar 1951 Watenstedt-Salzgitter hieß.

Der heutige Stadtteil „Salzgitter-Bad“ hieß bis 1951 nur „Salzgitter“ und war bis 1942 eine Kleinstadt im damaligen Landkreis Goslar. Der Stadtteil weist eine Fläche von rund 19,284 km² auf.[1] Der größte Stadtteil vom Oberzentrum Salzgitter, Lebenstedt, ist etwa fünfzehn Kilometer entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

In Salzgitter-Bad befand sich die 1961 entstandene bis 1992 tätige Zentrale Beweismittel- und Dokumentationsstelle der Landesjustizverwaltungen (ZESt), die Hinweise auf vollendete oder versuchte Tötungshandlungen (zum Beispiel an der innerdeutschen Grenze), Unrechtsurteile aus politischen Gründen, Misshandlungen im Strafvollzug und Verschleppung oder politische Verfolgung in der DDR dokumentieren sollte. Das Gebäude wird inzwischen als Polizeidienststelle genutzt, neben dem Eingang erinnert eine Gedenkstätte mit einem Originalstück der Berliner Mauer an die ZESt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Näheres zu Eingemeindungen (Vorsalz, Liebenhall, Kniestedt) und zur Geschichte der Stadt findet man im Artikel zur Stadt Salzgitter.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Quellen: Die Bevölkerungszahlen von 1821 bis 2000 basieren auf dem Statistischen Jahrbuch des Referats für Wirtschaft und Statistik der Stadt Salzgitter.[2] Die Bevölkerungsstatistik ab 2001 basiert auf den statistischen Monatsberichten der Stadt Salzgitter (Einwohner mit Hauptwohnsitz) gemäß Melderegister zum Monatsende Dezember.[3]

Im Januar 2013 hat die Einwohnerzahl erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges die 20.000-Marke unterschritten.

Politik[Bearbeiten]

Salzgitter-Bad hat als Teil der Ortschaft Süd von Salzgitter einen gemeinsamen Ortsrat mit den zur Ortschaft gehörenden Stadtteilen Gitter, Groß Mahner, Hohenrode und Ringelheim.

Ortsbürgermeister ist Wolfgang Bauer (SPD).[4]

Wappen[Bearbeiten]

Das Ortswappen von Salzgitter-Bad ist eine Neugestaltung des Wappens der alten Salzstadt Salzgitter, das offiziell bis 1850 geführt und 1982 bei Restaurierungsarbeiten wiederentdeckt wurde. Gegenüber der heutigen Version war bei dem alten Wappen in der oberen Hälfte nur ein Männerkopf, ohne die Darstellung der Pyramide, wiedergegeben. Ein ähnliches Wappen hatte schon früher der Rat von Salzliebenhall benutzt, hier war auch die Darstellung der Pyramide vorhanden. Diese Darstellung findet man auch auf einer um 1750 gegossenen Bürgerglocke der St.-Mariae-Jakobi-Kirche und der Magistrat verwendete es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf seinen Siegeln.

Das heutige Wappen zeigt in der unteren Hälfte zwei Salzhaken als Symbol der alten Salzstadt, in der oberen Hälfte einen Männerkopf in einer Pyramide. Hier gibt es verschiedene Deutungsversuche: die einen sehen es als Symbol Johannes des Täufers, dessen Kopf auf einer Schüssel liegt. Andere sehen hierin eine Darstellung des heiligen Jacobus, dem die 1481 gebaute Wallkirche des Ortes (heute St. Mariae-Jakobi-Kirche) geweiht war.

Das Wappen wurde in einer Bürgerversammlung im April 2008 als Ortswappen von Salzgitter-Bad angenommen.[5][6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Altstadt
Traditionsinsel (Rosengarten). Von links: Tillyhaus, Kniestedter Gutshaus, Garßenhof. Im Vordergrund Gradierpavillion

Salzgitter-Bad ist ein „staatlich anerkannter Ort mit Solekurbetrieb“. Das frühere Solbad in der Altstadt nahe der damaligen Saline „Liebenhalle“, deren Steinsalzlager 1850 in einer Tiefe von 229 m erbohrt wurde,[7] ist 1972 durch ein Thermal-Sole-Bad am Ortsrand ersetzt worden. Am 23. Oktober 2009 wurde im Rosengarten ein Gradierpavillon eingeweiht, der auf Betreiben des Bürgervereins Bad Salzgitter e. V. mit Spendenmitteln erbaut wurde.

Der 1900 eingeweihte Bismarckturm Salzgitter nahe dem 275,30 m hohen Hamberg trägt ein großes „Heimkehrerkreuz“, das abends beleuchtet und weithin sichtbar ist. Daneben steht eine Ausflugsgaststätte. Wanderwege führen durch den Salzgitter-Höhenzug unter anderem nach Salzgitter-Gebhardshagen.

Jeden Sommer findet das von dem Komitee Bürgerfeste ausgerichtete Altstadtfest statt. Drei Tage lang gibt es auf diesem Straßenfest Essen, Trinken, Accessoires, kunsthandwerkliche Produkte und anderes zu kaufen. Es finden Veranstaltungen der Vereine und Kirchengemeinden statt. Auf den öffentlichen Plätzen treten Musikbands auf. Den Abschluss bildet der Festumzug der Vereine durch die Straßen der Altstadt.

Lokalpolitiker und Vereine in Salzgitter-Bad möchten die Geschichte des Ortes weiter herausstellen. So hatte der Ortsrat der Ortschaft Süd als lokales Gemeindeorgan den Beschluss gefasst, Salzgitter-Bad seinen Traditionsnamen „Bad Salzgitter“ wiederzugeben.[8] Dieser Vorstoß wurde 2007 jedoch vom Stadtrat abgelehnt.

Theater, Musik und Kino[Bearbeiten]

Die örtlichen Theatervereine nutzen für Aufführungen häufig die Aula des Gymnasiums. Diverse kulturelle Veranstaltungen (z. B. Lesungen, Konzerte, Kabarett) finden in der entweihten Kniestedter Kirche statt.

Das mehrfach mit öffentlichen Mitteln geförderte kleine Programmkino Cinema bietet neben Mainstream-Filmen zweimal wöchentlich die Programmreihe „Der besondere Film“ an. Jährlich wird hier auch der mit einem Rahmenprogramm ausgestaltete „Kinofrühling“ durchgeführt, bei dem in einem Zeitraum von einer Woche besonders viele verschiedene Filme gezeigt werden.

Bauwerke[Bearbeiten]

Tilly-Haus von 1595 oder 1608

Zu den sehenswerten Bauwerken gehören die neben dem Marktplatz als sogenannte "Traditionsinsel" angeordneten, teilweise hierher versetzten Häuser Tillyhaus, Garßenhof und Kniestedter Gutshaus. Das Tillyhaus diente dem kaiserlichen Heerführer Tilly 1626 als Unterkunft nach der Schlacht bei Lutter, später als Wohnsitz des Pächters der Saline Liebenhalle. Ebenfalls von besonderem Interesse sind die 1488 erbaute St.-Mariae-Jakobi-Kirche und die 1889 fertiggestellte katholische St.-Marien-Kirche von Richard Herzig in der Innenstadt, die als Vöppstedter Ruine bezeichneten Reste der im 12. Jahrhundert erbauten Jakobus-Kirche, die seit 1985 als Veranstaltungsort genutzte ehemalige Kniestedter Kirche und das Kniestedter Herrenhaus im ehemaligen Ortsteil Kniestedt, der Bahnhof aus dem Jahr 1857 sowie der Bismarckturm Salzgitter von 1900.

Parks[Bearbeiten]

In der historischen Altstadt liegt der Rosengarten mit Gradierpavillon. Als Naherholungsgebiet dient der auf dem Gelände der früheren Kalischachtanlage „Fürst Bismarck“ entstandene Greifpark.

Sport[Bearbeiten]

Tennis-, Pferdesport-, Golf- und andere Sportanlagen am Mahner Berg ergänzen das Angebot von Fußballplätzen und Schulturnhallen. Ein Freibad hat Salzgitter-Bad nicht mehr. Eingeschränkt kann der Schwimmsport im Thermal-Solebad ausgeübt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Firmengelände der SMAG in Salzgitter-Bad

In Salzgitter-Bad befindet sich der Hauptsitz der Salzgitter Maschinenbau AG (SMAG), die weltweit ca. 900 Mitarbeiter an den Standorten Salzgitter-Bad, Döbeln und Shanghai beschäftigt und die im Geschäftsjahr 2006/2007 einen Umsatz von ca. 100 Mio. Euro erzielte. Das Unternehmen stellt Greifer für den Hafenumschlag, Antennenträger für militärische und zivile Anwendungen und Bergbaugeräte her[9].

Früher wurde aus drei Quellen – am bekanntesten die „Irenenquelle“ – Mineralwasser gefördert und vertrieben. Im „Kleinen Rathaus“ am Marktplatz von Salzgitter-Bad haben einige Ämter der Stadtverwaltung Zweigstellen; dort befindet sich auch eine Zweigstelle der Stadtbibliothek. Das Salzgitteraner Stadtarchiv ist im Norden auf dem Gelände des ehemaligen Schachtes Hannoversche Treue Süd angesiedelt.

Lebenstedt, der größte Stadtteil Salzgitters, ist etwa fünfzehn Kilometer entfernt. Auch Goslar, Braunschweig und Hildesheim sind nicht weit.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude von Salzgitter-Bad, Ansicht von Süden, d.h. vom Bahnhofsvorplatz

Salzgitter-Bad liegt auf der Eisenbahnstrecke Göttingen/Herzberg (Harz)–Braunschweig (Bahnstrecke Braunschweig–Kreiensen). Das historische Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz. Eine nach Börßum führende Strecke der Warnetalbahn wurde bis Ende 1975 für den öffentlichen Personenverkehr genutzt und dient mittlerweile nur noch als Museumsbahn. Außerdem zweigt eine Strecke der Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter (VPS) zum Hüttenwerk der Salzgitter AG ab. Das Gelände des Güterbahnhofes ist in einen Einkaufs-Park umgewandelt worden.

Bus[Bearbeiten]

Zwischen Salzgitter-Bad und den benachbarten Ortschaften sind vor allem Buslienien im Einsatz. Neben einem Busnetz innerhalb Salzgitter-Bads erreicht man vom ZOB neben dem Bahnhof die anderen Stadtteile sowie Braunschweig, Goslar, Seesen und Baddeckenstedt.

Straße[Bearbeiten]

Salzgitter-Bad hat keinen direkten Autobahnanschluss. Nahe gelegen sind die A 7 mit dem Autobahndreieck Salzgitter und der Anschlussstelle Derneburg-Salzgitter im Westen, die A 39 mit den Salzgitteraner Anschlussstellen im Norden und die A 395 im Osten. Die B 6 und die B 248 führen durch Salzgitter-Bad. Salzgitter-Bad und Salzgitter-Lebenstedt sind durch die „Nord-Süd-Straße“, eine teilweise vierspurig ausgebaute Schnellstraße, miteinander verbunden.

Bildung[Bearbeiten]

In Salzgitter-Bad gibt es vier Grundschulen.[10] Darüber hinaus gibt es nach der Zusammenlegung mehrerer Schulen einer Schulform zum Schuljahr 2005/06 ein Gymnasium, das Gymnasium Salzgitter-Bad,[11] eine Realschule,[12] eine Hauptschule, die Dr.-Klaus-Schmidt-Hauptschule,[13] und eine Förderschule, die Schule am Steinberg.[14]

Religionen[Bearbeiten]

Salzgitter-Bad ist Sitz einer Evangelisch-lutherischen Propstei, zu ihr gehört die Gnadenkirche an der Burgstraße, die 1967 eingeweihte Kirche Heilige Dreifaltigkeit an der Friedrich-Ebert-Straße, die St.-Mariae-Jakobi-Kirche in der Altstadt, und Martin-Luther-Kirche am Martin-Luther-Platz. In der Nähe jeder Kirche befindet sich jeweils ein evangelischer Kindergarten.

Salzgitter-Bad ist Sitz der katholischen Pfarrgemeinde St. Marien, zu ihr gehört in Salzgitter-Bad neben der 1888/89 erbauten St. Marien-Kirche in der Altstadt die 1960 errichtete Christ-König-Kirche, zwischen Breite Straße und Wilhelm-Busch-Weg gelegen. Ferner gehören der Kindergarten Christ-König in der Gablonzer Straße und der Altstadtfriedhof zur Pfarrgemeinde. In der Altstadt befindet sich auch das katholische St. Elisabeth-Krankenhaus, in dem sich eine Kapelle befindet.

Eine Neuapostolische Kirche, deren Gemeinde bereits 1937 entstand, befindet sich an der Braunschweiger Straße.

Die Erlöserkirche in der Kriemhildstraße gehört zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten).

Die Gemeinde der Zeugen Jehovas trifft sich seit 1982 in ihren Königreichssaal in der Tillystraße.

Die Moschee der Islamisch-Türkischen Gemeinde befindet sich an der Braunschweiger Straße, sie wurde 2007 eröffnet.

Die Kniestedter Kirche an der Braunschweiger Straße wurde 1972 entweiht und wird seit 1985 für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Statistische Jahrbuch der Stadt Salzgitter 2010 (Seite 17; PDF; 1,6 MB) weist die Fläche der Stadtteile Salzgitter-Bad und Gitter nur zusammen aus (2226,8 Hektar), da diese Stadtteile keine separaten Gemarkungen bilden. Die Flächenanteile der einzelnen Stadtteile wurden anhand der Karte gemessen.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatReferat für Wirtschaft und Statistik: Statistisches Jahrbuch 2010. Stadt Salzgitter, 11. November 2010, S. 31–108, abgerufen am 15. Januar 2013 (Gesamtzahl Wohnberechtigter (Haupt- und Nebenwohnsitz) © Stadt Salzgitter).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatReferat für Wirtschaft und Statistik: Statistische Monatsberichte der Stadt Salzgitter. Stadt Salzgitter, abgerufen am 15. Januar 2014 (Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung © Stadt Salzgitter).
  4. Ortsrat der Ortschaft Süd der Stadt Salzgitter
  5.  Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 32-33.
  6. Altes Wappen von Salzgitter-Bad, Salzgitter Zeitung vom 10. April 2008, S. 24.
  7. Meyers Konversations-Lexikon, 1888, Bd. 14, S. 246; vgl. Online-Ausgabe
  8. Antrag auf Namensänderung des Stadtteils Salzgitter-Bad in "Bad Salzgitter". Archiviert vom Original am 28. September 2007, abgerufen am 19. Februar 2013.
  9. Homepage der SMAG, gefunden am 16. Oktober 2011
  10. http://www.salzgitter.de/stadtleben/bildung/grundschule.php
  11. http://www.gsbonline.de/
  12. http://www.rs-sz-bad.de/
  13. http://www.dr-klaus-schmidt-hauptschule.de/
  14. http://www.salzgitter.de/stadtleben/bildung/foerderschule.php

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salzgitter – Bildergalerie zur Stadt Salzgitter
 Commons: Salzgitter-Bad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien