Salzgittersee

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Salzgittersee
Luftaufnahme des Salzgittersees, August 2007
Luftaufnahme des Salzgittersees, August 2007
Geographische Lage Salzgitter-Lebenstedt, Niedersachsen
Orte am Ufer Salzgitter-Lebenstedt
Daten
Koordinaten 52° 9′ 25″ N, 10° 18′ 18″ O52.15694444444410.305Koordinaten: 52° 9′ 25″ N, 10° 18′ 18″ O
Salzgittersee (Niedersachsen)
Salzgittersee
Höhe über Meeresspiegel f181,3 bis 82,8
Fläche 75 haf5
Länge 2,12 kmf6
Breite 800 mf7
Volumen 1.875.000 m³f8
Maximale Tiefe 17 mf10
Mittlere Tiefe 2,5 mf11
Besonderheiten

Baggersee

Der Salzgittersee ist ein 2,1 km langer und 0,8 km breiter See im Westen des Salzgitteraner Stadtteils Lebenstedt, Niedersachsen. Auf dem 75 ha großen künstlich geschaffenen See befindet sich eine 25 ha große Insel, die über eine Brücke zu erreichen ist.

Entstehung[Bearbeiten]

Die ersten Überlegungen zur Schaffung eines Erholungsgebietes in der Niederung der kleinen Flüsse Fuhse und Flote (Nebenfluss der Fuhse) stammt aus der Mitte der 1930er Jahre, aber erst 1958 gab es erste konkrete Planungen und 1959 wurde die Vermessungsarbeiten des Fuhsetales aufgenommen. Um die Finanzierung des Projektes zu ermöglichen, wurde der Firma Steine und Erden GmbH (später FELS-Werke, ein Unternehmen der damaligen Salzgitter AG) die wirtschaftliche Ausbeutung des Kiesvorkommens im zukünftigen Gebiet des Sees übertragen. An der Westseite des Sees wurden ein Kies- und eine Betonwerk errichtet, in denen der ausgebaggerte Kies weiterverarbeitet wurde. Die Kiesgewinnung, die zum Ende nur noch am Nordufer betrieben wurde, wurde 1976 endgültig eingestellt.

Der erste Spatenstich zur Aufnahme der Nassbaggerarbeiten war am 5. Oktober 1960. Bereits am 27. Mai 1963 konnte eine Teilfläche des bis dahin 34 ha großen Sees für den Bade- und Wassersportbetrieb freigegeben werden. In den folgenden Jahren wurden die Planungen für die Größe des Sees stetig erweitert, 1967 rechnete man schon mit einer Wasserfläche von 42 ha, 1968 waren es 50 ha und als endgültiges Planungsziel wurde seit April 1972 eine Fläche von 75 ha angegeben. Die Fuhse wurde zwischen 1964 und 1971 in zwei Schritten nach Westen verlegt, so dass sie den See nicht mehr durchfloss. Damit hat der See keinen oberirdischen Zufluss und wird lediglich von einem starken Grundwasserstrom (16 l/sec) gespeist, der parallel zur Flote im kiesigen Untergrund verläuft.

Die bei der Ausbaggerung des Sees aufgeschüttete 25 ha große Insel wurde 1974 durch eine Pylonbrücke mit dem westlichen Ufer verbunden. 1976/77 wurde in der Nähe zur Brücke eine Eissporthalle erbaut. Insgesamt wurden rund um den Salzgittersee 20 ha Fläche zum Spielen, zur Freizeitgestaltung und zur Erholung geschaffen.[1][2]

Freizeitbetrieb[Bearbeiten]

Der Salzgittersee ist ein beliebtes Freizeit- und Erholungsgebiet der Stadt Salzgitter. Neben dem Badebetrieb an den jeweils über 1 km langen Sandstränden am Ost- und Westufer ist es auch möglich zu tauchen, zu segeln, zu rudern oder zu surfen. Am Salzgittersee gibt es rund zehn Wassersport-Vereine. Direkt am Salzgittersee werden Kanus, Kajaks und alle dazugehörigen Ausrüstungen vermietet. Der Betrieb von Bootsmotoren ist untersagt.

An der Westseite wird eine kommerzielle Wasserskianlage betrieben. Der See ist von einem 15 km langen gut ausgebauten Wegenetz umgeben. Regelmäßig finden am und auf dem See Veranstaltungen wie Volkstriathlon, Silvesterlauf, Fackelschwimmen, Drachenbootrennen, Seefest sowie Ruder- und Segelwettbewerbe statt. Seit Oktober 2008 gibt es vier ausgewiesene und vom Niedersächsischen Leichtathletik-Verband zertifizierte Laufstrecken.

Die Wasserqualität wird während der Badesaison regelmäßig vom Gesundheitsamt überprüft. Der See verfügt über zwei Strände.

Ein 4.500 Quadratmeter großer Piratenspielplatz ist nicht weit vom Hallenfreibad zu finden. Er ist mit zahlreichen Kletter- und Rutschmöglichkeiten ausgestattet.

Wenn die Eisdicke des Sees im Winter 15 cm beträgt, gibt die Stadtverwaltung durch Hissen eines rot-weißen Wimpels in Höhe des Piratenspielplatzes den See offiziell innerhalb einer abgegrenzten und markierten Fläche zum Betreten frei. Zum Eislaufen kann alternativ die nahegelegene Eissporthalle genutzt werden.

Reisemobilstellplatz[Bearbeiten]

Direkt am Hallenfreibad wurde Anfang 2010 ein Reisemobilstellplatz für zwölf Reisemobile angelegt. Ausgestattet ist er mit Strom und Fließwasser.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salzgittersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Festschrift der Stadt Salzgitter zum 50. Jahrestag des ersten Spatenstichs zum Salzgittersee. Auch Erinnerung zum 100. Geburtstag von Karl Nestvogel, der als Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Salzgitter die Planungen und den Bau des Salzgittersees maßgeblich vorangetrieben hatte. Herausgegeben durch die Stadt Salzgitter im Jahr 2010
  2. Informationen der Stadt Salzgitter zum Salzgittersee, PDF-Datei, 1,8 MB, abgerufen am 26. Februar 2012