Samarium(II)-chlorid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Samarium(II)-chlorid
__ Sm2+     __ Cl
Allgemeines
Name Samarium(II)-chlorid
Andere Namen

Samariumdichlorid

Verhältnisformel SmCl2
CAS-Nummer 13874-75-4
PubChem 6393953
Kurzbeschreibung

dunkelbrauner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 221,27 g·mol-1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

3,69 g·cm-3[2]

Schmelzpunkt

850 °C[1]

Siedepunkt

1310 °C[1]

Löslichkeit

löslich in Tetrahydrofuran[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Samarium(II)-chlorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Samariums aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Samarium(II)-chlorid kann durch Reduktion von Samarium(III)-chlorid mit Samarium im Vakuum bei 800 bis 900 °C oder Wasserstoff bei 350 °C gewonnen werden, wobei jedoch letztere Reaktion lange Reaktionszeiten erfordert und unerwünschte Nebenreaktionen auftreten.[1]

\mathrm{2 \ SmCl_3 + Sm \longrightarrow 3 \ SmCl_2}
\mathrm{2 \ SmCl_3 + H_2 \longrightarrow 2 \ SmCl_2 + 2 \ HCl}

Auch die Darstellung durch Reduktion des Samarium(III)-chlorid mit Zink in einem Schmelzfluss aus Zink(II)-chlorid bei 500 °C ist möglich.[1]

Die Verbindung lässt sich auch durch Reduktion mit Lithium-Naphthalin gewinnen.[5] Andere Reduktionsmittel wie Natrium oder Magnesium[6] können ebenfalls verwendet werden.

\mathrm{SmCl_3 + Li \longrightarrow SmCl_2 + LiCl}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Samarium(II)-chlorid ist ein dunkelbrauner Feststoff. Die Verbindung ist äußerst hygroskopisch und kann nur unter sorgfältig getrocknetem Schutzgas oder im Hochvakuum aufbewahrt und gehandhabt werden. An Luft oder bei Kontakt mit Wasser geht er unter Feuchtigkeitsaufnahme in Hydrate über, die aber instabil sind und sich mehr oder weniger rasch unter Wasserstoff-Entwicklung in Oxidchloride verwandeln. Die Verbindung besitzt eine Kristallstruktur vom Blei(II)-chlorid-Typ.[1] Oberhalb von 680 °C existiert auch eine kubische Modifikation.[3]

Verwendung[Bearbeiten]

Samarium(II)-chlorid wird (wie auch Samarium(II)-iodid und Samarium(II)-bromid) in der organischen Chemie zum Beispiel für Pinakol-Kupplungsreaktionen verwendet.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 1081.
  2.  William M. Haynes: CRC Handbook of Chemistry and Physics, 93rd Edition. CRC Press, 2012, ISBN 1439880492, S. 4-86 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b  Jane E. Macintyre: Dictionary of Inorganic Compounds. CRC Press, 1992, ISBN 041230120-2, S. 2903 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  5. Kurt Rossmanith: Herstellung der klassischen Seltenerd(II)-chloride in Lösung. In: Monatshefte für Chemie. 110, 1979, S. 109–114, doi:10.1007/BF00903752.
  6.  Advances in Inorganic Chemistry and Radiochemistry. Academic Press, 1977, ISBN 008057869-1, S. 9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  David J. Procter, Robert A. Flowers, Troels Skrydstrup: Organic Synthesis Using Samarium Diiodide: A Practical Guide. Royal Society of Chemistry, 2010, ISBN 184755110-6, S. 157 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).