Same (Manufahi)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Same
Same (Osttimor)
Same
Same
Koordinaten 9° 0′ S, 125° 39′ O-9.0033333333333125.64694444444Koordinaten: 9° 0′ S, 125° 39′ O
Manufahi subdistricts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Distrikt

Manufahi
Subdistrikt Same
Suco Letefoho, Babulo
Höhe 384 m
Einwohner 11.258 (2010)
Traditionelle Häuser in Same
Traditionelle Häuser in Same

Same (gesprochen Sah-may) ist die Hauptstadt des osttimoresischen Distrikts Manufahi und des Subdistrikts Same. Während der portugiesischen Kolonialzeit war auch der Distrikt nach seiner Hauptstadt benannt. In den 1930er Jahren wurde Same von den Portugiesen, nach dem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor Filomeno da Câmara de Melo Cabral, in Vila Filomeno da Câmara umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[1]

Geographie[Bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Ortsteile von Same
Orte Position[2] Höhe Orte Position Höhe
Akadiruhun 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0133333333333125.65527777778278 278 m Babulo 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0236111111111125.65611111111246 246 m
Cotalala 9° 0′ S, 125° 39′ O-8.9988888888889125.64944444444384 384 m Lapuro 9° 2′ S, 125° 39′ O-9.0266666666667125.65527777778246 246 m
Lia-Nai 9° 1′ S, 125° 38′ O-9.0086111111111125.6325457 457 m Maibuti 9° 1′ S, 125° 38′ O-9.0133333333333125.64027777778332 332 m
Manico 1 9° 0′ S, 125° 39′ O-9.0002777777778125.64611111111384 384 m Manico 2 9° 0′ S, 125° 38′ O-9.0005555555556125.64111111111425 425 m
Manikun 9° 1′ S, 125° 38′ O-9.0113888888889125.62888888889578 578 m Nunu-Fu 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.02125.64444444444332 332 m
Raimera 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0105555555556125.64805555556348 348 m Rai-Ubo 9° 0′ S, 125° 39′ O-8.9916666666667125.65638888889411 411 m
Ria-Lau 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0094444444444125.65194444444348 348 m Same 9° 0′ S, 125° 39′ O-9.0033333333333125.64694444444384 384 m
Searema 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0175125.64333333333332 332 m Uma-Liurai 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0197222222222125.65333333333301 301 m
Klimadiagramm von Same[3]

Die Stadt liegt im Inselinneren 49 km südlich von der Landeshauptstadt Dili, auf einer Meereshöhe von 384 m, südlich des Berges Cabalaki (Foho Kabulaki). Das Zentrum befindet sich im Suco Letefoho. Hier liegen die Ortsteile Ria-Lau (Rialau), Manico 1, Manico 2, Cotalala (Kotalala), Rai-Ubo (Raiubu) und Akadiruhun. Die Vororte Manikun, Lia-Nai (Lianai), Maibuti (Maihuti), Raimera (Raimerak), Searema (Scarema, Serema), Uma-Liurai (Umaliurai, Umahurai), Nunu-Fu (Nunufu), Babulo und Lapuro (Laiuru) liegen im Suco Babulo. Eine Überlandstraße führt von Same nach Maubisse im Norden und Betano im Süden. Eine Abzweigung führt nach Alas und Welaluhu im Osten.[4] Beide Sucos sind als „urban“ klassifiziert.

In Same liegen eine Vorschule, sechs Grundschulen, drei Prä-Sekundärschulen und eine Sekundärschule. Außerdem gibt es eine Polizeistation, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[5] Vom alten Marktgebäude sind seit seiner Zerstörung durch die Indonesier nur noch die Betonmauern übrig. Ebenfalls in Ruinen liegt die alte, katholische Kirche. Sie wurde aber bereits im Zweiten Weltkriegs durch die Japaner zerstört.

Einwohner[Bearbeiten]

Same hat 11.258 Einwohner (Stand 2010).[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Portugiesische Statue in Same

Same war die Hauptstadt des Reiches von Manufahi. Boaventura, der Liurai von Manufahi und sein Vater Duarte führten zwischen 1895 und 1912 mehrere große Revolten gegen die damalige portugiesische Kolonialmacht an. Boaventura vereinigte dabei mehrere timoresische Reiche zur größten Widerstandsbewegung, auf die die Portugiesen während der Kolonialzeit auf Timor trafen. Erst während der Rebellion von Manufahi 1911/12 wurde mit loyalen Timoresen und portugiesisch-afrikanischen Truppen aus Mosambik und teils sogar aus Angola der Aufstand endgültig geschlagen und Boaventura in Betano gefangen genommen. Er starb kurz darauf auf der Insel Atauro. Osttimoresische Quellen schätzen, dass bei der letzten Revolte zwischen 15.000 und 25.000 Menschen getötet und viele Tausend mehr gefangen genommen und eingekerkert wurden.[7][8]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Portugiesisch-Timor von den Japanern besetzt. Ihnen widersetzten sich, während der Schlacht um Timor, australische Truppen im Guerillakampf. Die alte Kirche von Same wurde während der Besatzung zerstört. Ihre Ruinen stehen noch heute in der Nähe des Ortes.

Der alte Markt von Same. Das Gebäude wurde von den indonesischen Armee zerstört und war 2010 noch nicht wieder aufgebaut

1975 marschierten die Indonesier in Osttimor ein. Bis Oktober 1976 waren auch die wichtigsten Städte wie Same besetzt. Ende 1979 gab es in Same ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[9]

1999 wurde die Stadt Same, während der Unruhen im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor, nahezu komplett von pro-indonesischen Milizen zerstört. 2001 wurde in Boroondara (Bundesstaat Victoria/Australien) der Freundschaftskreis Friends of Same gegründet, der Hilfsprojekte in der Region unterstützt.

Am 1. März 2007 wurde der flüchtige Rebellenführer Alfredo Reinado in Same zusammen mit 150 Mann von australischen ISF-Soldaten eingeschlossen. Zu ihm gesellten sich Gastão Salsinha, ein weiterer Anführer der rebellierenden Soldaten und der unabhängige Parlamentsabgeordneter Leandro Isaac, um ihn zu unterstützen. Etwa hundert Einwohner flohen aus den Ort. Am 4. März stürmte die australische Armee mit Unterstützung von Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen den Ort. Fünf Rebellen starben dabei, während von den Australiern niemand verletzt wurde. Reinado gelang die Flucht, ebenso Gastão Salsinha und seinen Männern. Leonardo Isaac blieb unverletzt. Einige Rebellen konnten gefangen genommen werden.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  2. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  3. Seeds of Life
  4. Timor-Leste GIS-Portal
  5. UNMIT-Landkarte von Manufahi, August 2008 (PDF; 523 kB)
  6. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,2 MB)
  7. Steve Sengstock, Faculty of Asian Studies, Australian National University, Canberra
  8. History of Timor – Technische Universität Lissabon (englisch; PDF; 824 kB)
  9. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)