Same (Manufahi)

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Subdistrikt Same
Same (Manufahi) (Osttimor)
Red pog.svg
Blick auf Same
Hauptstadt Same
Fläche 355,28 km²[1]
Einwohnerzahl 27.554 (2010)[1]
Sucos Einwohner (2010)[2]
Babulo 4.745
Betano 5.151
Dai-Sua 2.284
Grotu 857
Holarua 5.384
Letefoho 6.759
Rotuto 866
Tutuluro 1.508
Übersichtskarte
Verwaltungsgliederung von Manufahi
Lage des Distrikts Manufahi

Same (gesprochen Sah-may) ist die Hauptstadt des osttimoresischen Distrikts Manufahi und des Subdistrikts Same. Während der portugiesischen Kolonialzeit war auch der Distrikt nach seiner Hauptstadt benannt. In der Zeit des Estado Novo wurde der Ort in Vila Filomeno da Câmara umbenannt, nach dem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor Filomeno da Câmara de Melo Cabral.

Der Ort[Bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Ortsteile von Same
Orte Position[3] Höhe Orte Position Höhe
Akadiruhun 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0133333333333125.65527777778278 278 m Babulo 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0236111111111125.65611111111246 246 m
Cotalala 9° 0′ S, 125° 39′ O-8.9988888888889125.64944444444384 384 m Lapuro 9° 2′ S, 125° 39′ O-9.0266666666667125.65527777778246 246 m
Lia-Nai 9° 1′ S, 125° 38′ O-9.0086111111111125.6325457 457 m Maibuti 9° 1′ S, 125° 38′ O-9.0133333333333125.64027777778332 332 m
Manico 1 9° 0′ S, 125° 39′ O-9.0002777777778125.64611111111384 384 m Manico 2 9° 0′ S, 125° 38′ O-9.0005555555556125.64111111111425 425 m
Manikun 9° 1′ S, 125° 38′ O-9.0113888888889125.62888888889578 578 m Nunu-Fu 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.02125.64444444444332 332 m
Raimera 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0105555555556125.64805555556348 348 m Rai-Ubo 9° 0′ S, 125° 39′ O-8.9916666666667125.65638888889411 411 m
Ria-Lau 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0094444444444125.65194444444348 348 m Same 9° 0′ S, 125° 39′ O-9.0033333333333125.64694444444384 384 m
Searema 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0175125.64333333333332 332 m Uma-Liurai 9° 1′ S, 125° 39′ O-9.0197222222222125.65333333333301 301 m
Traditionelle Häuser in Same

Die Stadt liegt im Inselinneren 49 km südlich von der Landeshauptstadt Dili, auf einer Meereshöhe von 384 m, südlich des Berges Cabalaki (Foho Kabulaki). Das Zentrum befindet sich im Suco Letefoho. Hie liegen die Ortsteile Ria-Lau (Rialau), Manico 1, Manico 2, Cotalala (Kotalala), Rai-Ubo (Raiubu) und Akadiruhun. Die Vororte Manikun, Lia-Nai (Lianai), Maibuti (Maihuti), Raimera (Raimerak), Searema (Scarema, Serema), Uma-Liurai (Umaliurai, Umahurai), Nunu-Fu (Nunufu), Babulo und Lapuro (Laiuru) liegen im Suco Babulo. Eine Überlandstraße führt von Same nach Maubisse im Norden und Betano im Süden. Eine Abzweigung führt nach Alas und Welaluhu im Osten.[4] Beide Sucos sind als „urban“ klassifiziert. Same hat 11.258 Einwohner (Stand 2010).[5]

In Same liegen eine Vorschule, sechs Grundschulen, drei Prä-Sekundärschulen und eine Sekundärschule. Außerdem gibt es eine Polizeistation, einen Hubschrauberlandeplatz und ein kommunales Gesundheitszentrum.[6] Vom alten Marktgebäude sind seit seiner Zerstörung durch die Indonesier nur noch die Betonmauern übrig. Ebenfalls in Ruinen liegt die alte, katholische Kirche. Sie wurde aber bereits im Zweiten Weltkriegs durch die Japaner zerstört.

Der Subdistrikt[Bearbeiten]

Same liegt im Westen des Distrikts Manufahi
Feierlichkeiten zum Besuch von Xanana Gusmão in Same (2000)

Same teilt sich in acht Sucos: Babulo (Babulu), Betano, Dai-Sua (Daisua, Daisula), Grotu (Gratu), Holarua, Letefoho, Rotuto (Rotutu) und Tutuluro. Letefoho und Babulo sind als urban klassifiziert. Nordöstlich liegen die Subdistrikte Turiscai und Fatuberlio, östlich der Subdistrikt Alas. Im Nordwesten und Westen grenzt Same an den Distrikt Ainaro mit seinen Subdistrikten Maubisse, Hatu-Builico und Hato-Udo. Im Süden liegt die Timorsee. Das Flusssystem des Caraulun durchzieht den Norden von Same, bevor er als Grenzfluss zu Ainaro in die Timorsee mündet. Sein wichtigster Nebenfluss, der Sui folgt der nördliche Ostgrenze zu Alas und Fatuberlio. Der kleine Quelun bildet an seiner Mündung den Grenzfluss zu Alas im Süden.

Der Subdistrikt Same hat 27.554 Einwohner (2010,[1] 2004: 26.066[8]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Bunak. Der Altersdurchschnitt beträgt 18,3 Jahre (2010,[1] 2004: 18,2 Jahre[9]).

Subdistriktadministrator ist Adão Mendes (Stand April 2010).[10]

66 % der Haushalte in Same bauen Maniok an, 65 % Mais, 52 % Kokosnüsse, 54 % Gemüse, 44 % Kaffee und 15 % Reis.[9] 2010 wurde beklagt, dass die Einwohner der Sucos Holarua, Grotu, Dai-Sua und Rotuto ständig unter einer Nahrungsmittelknappheit leiden, da ihre Böden nicht ertragreich genug seien. Dazu kämen Stürme und Erdrutsche, die bereits in Rotuto Felder zerstörten.[10]

Geschichte[Bearbeiten]

Portugiesische Statue in Same

Same war die Hauptstadt des Reiches von Manufahi. Boaventura, der Liurai von Manufahi und sein Vater Duarte führten zwischen 1895 und 1912 mehrere große Revolten gegen die damalige portugiesische Kolonialmacht an. Boaventura vereinigte dabei mehrere timoresische Reiche zur größten Widerstandsbewegung, auf die die Portugiesen während der Kolonialzeit auf Timor trafen. Erst während der Rebellion von Manufahi 1911/12 wurde mit loyalen Timoresen und portugiesisch-afrikanischen Truppen aus Mosambik und teils sogar aus Angola der Aufstand endgültig geschlagen und Boaventura in Betano gefangen genommen. Er starb kurz darauf auf der Insel Atauro. Osttimoresische Quellen schätzen, dass bei der letzten Revolte zwischen 15.000 und 25.000 Menschen getötet und viele Tausend mehr gefangen genommen und eingekerkert wurden. Allein beim Massaker am Berg Leolaco im heutigen Suco Dai-Sua, eines der größten Massaker in der portugiesischen Kolonialgeschichte, starben im August 1912 etwa 3.000 Männer, Frauen und Kinder.[11][12]

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Portugiesisch-Timor von den Japanern besetzt. Ihnen widersetzten sich, während der Schlacht um Timor, australische Truppen im Guerillakampf. Über den Hafen von Betano lief der australische Nachschub. Dabei ging der australische Zerstörer HMAS Voyager hier verloren. Die Kirche von Same wurde während der Besatzung zerstört. Ihre Ruinen stehen noch heute in der Nähe des Ortes.

Während des Bürgerkriegs zwischen FRETILIN und UDT in den letzten Tagen der portugiesischen Kolonialherrschaft flohen am 11. August 1975 die meisten Einwohner von Letefoho aus ihren Häusern in die Berge. Sie fürchteten Verschleppungen durch die UDT, nachdem FRETILIN-Anhänger in Wedauberek (Subdistrikt Alas) getötet worden waren.[13]

Der alte Markt von Same. Das Gebäude wurde von den indonesischen Armee zerstört und war 2010 noch nicht wieder aufgebaut

1975 marschierten die Indonesier in Osttimor ein. Bis Oktober 1976 waren auch die wichtigsten Städte wie Same besetzt. Ende 1979 gab es in Betano, Dai-Sua, Holarua, Letefoho, der Stadt Same und in Babulo indonesische Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[13]

Am 20. August 1982 griffen FALINTIL-Kämpfer die indonesische Hansip (Zivilverteidigung) in Rotuto an. Dies war Teil des Cabalaki-Aufstands, bei dem mehrere indonesische Stützpunkte in der Region gleichzeitig attackiert wurden. Die Indonesier schickten sofort Truppen in die Region. Häuser wurden niedergebrannt, Schulen geschlossen und Frauen und Kinder dazu gezwungen Wache in Militärposten zu halten. Außerdem kam es zu Zwangsumsiedlungen, Brandschatzung, Plünderungen und Vergewaltigungen. FALINTIL-Kämpfer und ein Großteil der Bevölkerung flohen aus dem Gebiet.[14][15][16]

1999 wurde die Stadt Same, während der Unruhen im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendum in Osttimor, nahezu komplett von pro-indonesischen Milizen zerstört. 2001 wurde in Boroondara (Bundesstaat Victoria/Australien) der Freundschaftskreis Friends of Same gegründet, der Hilfsprojekte in der Region unterstützt.

Am 1. März 2007 wurde der flüchtige Rebellenführer Alfredo Reinado in Same zusammen mit 150 Mann von australischen ISF-Soldaten eingeschlossen. Zu ihm gesellten sich Gastão Salsinha, ein weiterer Anführer der rebellierenden Soldaten und der unabhängige Parlamentsabgeordneter Leandro Isaac, um ihn zu unterstützen. Etwa hundert Einwohner flohen aus den Ort. Am 4. März stürmte die australische Armee mit Unterstützung von Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen den Ort. Fünf Rebellen starben dabei, während von den Australiern niemand verletzt wurde. Reinado gelang die Flucht, ebenso Gastão Salsinha und seinen Männern. Leonardo Isaac blieb unverletzt. Einige Rebellen konnten gefangen genommen werden.

Vier Tage später sollen australische Soldaten auf der Suche nach Reinado bei einer nächtlichen Durchsuchungsaktion etwa zehn Häuser im nahe gelegenen Dorf Searema zerstört haben. Die australische Armee bestreitet die Zerstörung und spricht nur von geringen Schäden, bei denen Soldaten später bei der Reparatur halfen. Auch im Dorf Sasaneh sollen australische Soldaten ihre Durchsuchung brutal durchgeführt haben. Möbel seien beschädigt worden und die Bewohner wurden mit erhobenen Händen zusammengetrieben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Same (Manufahi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
  2. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Timor-Leste GIS-Portal
  5. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,2 MB)
  6. UNMIT-Landkarte von Manufahi, August 2008 (PDF; 523 kB)
  7. a b c d Seeds of Life
  8. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  9. a b Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
  10. a b Radio Timor-Leste, 23. April 2010, Four villages Residents of Same sub district run short of food
  11. Steve Sengstock, Faculty of Asian Studies, Australian National University, Canberra
  12. History of Timor – Technische Universität Lissabon (englisch; PDF; 824 kB)
  13. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  14. „Chapter 7.4 Arbitrary detention, torture and ill-treatment“ (PDF; 2,0 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  15. 6.4 Mauchiga case study: a quantitative analysis of violations experienced during counter-Resistance operations (PDF; 456 kB) aus dem Abschlussbericht der Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission von Osttimor (englisch)
  16. Chapter 7.7: Sexual Violence (PDF; 1,2 MB) aus dem Abschlussbericht der Empfangs-, Wahrheits- und Versöhnungskommission von Osttimor (englisch)

-9.0033333333333125.64694444444Koordinaten: 9° 0′ S, 125° 39′ O