Samelson-Prinzip

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Das Samelson-Prinzip, formuliert von Klaus Samelson (1918–1980), empfiehlt, Produkte (speziell Software-Produkte) so zu gestalten, dass Benutzer, die nur einen Teil der Anwendungsmöglichkeiten kennen, von der Existenz der anderen Möglichkeiten nicht oder möglichst wenig gestört werden.

Ist das Prinzip befolgt, dann kann man einen Teil der Funktionen benutzen, ohne die anderen zu kennen, also ohne die Gebrauchsanleitung gründlich zu lesen.

Das Prinzip konfligiert meistens mit anderen wichtigen Entwurfszielen.

Beispiele[Bearbeiten]

Software: Ein Textbearbeitungsprogramm springt unbeabsichtigt vom Einfüge- in den Überschreib-Modus, weil der Benutzer versehentlich eine ihm unbekannte Tastenkombination gedrückt hat.

Hardware (realisiert durch Software): Ein Telefonapparat ändert plötzlich sein Verhalten und wählt bei jedem Abheben des Hörers eine bestimmte eingespeicherte Rufnummer. Der Benutzer denkt an eine Funktionsstörung, hat aber nur versehentlich die Tastenkombination für die Funktion „Babyfon“ gedrückt, die er in der Gebrauchsanleitung unbeachtet gelassen hat. – Ein auffälliges Symbol in der Anzeige kann ihm (gemäß dem Samelson-Prinzip) helfen, das Telefon wieder benutzbar zu machen.