Bläschendrüse

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Lage der Samenblase

Die Bläschendrüse, Samenbläschen oder Samenblase (Glandula vesiculosa, Vesicula seminalis, bei Tieren als Glandula vesicularis bezeichnet) ist eine beim Mann paarig angelegte akzessorische Geschlechtsdrüse, die über ihren Ausführgang, den Ductus excretorius, jeweils zusammen mit dem gleichseitigen Samenleiter (Ductus deferens) in die Harnröhre mündet. Da in der Vesicula seminalis – entgegen früheren Annahmen – keine Speicherung der Spermien stattfindet, ist die Bezeichnung „Bläschendrüse“ vorzuziehen. Die arterielle Versorgung der Vesicula seminalis wird durch Äste der Arteria vesicalis inferior gewährleistet. Sie produziert (Testosteron-abhängig) ein alkalisches Sekret, das reich an Fructose ist und etwa 70% des flüssigen Anteils des Spermas ausmacht. Die Fructose dient den Spermien dabei als Energielieferant. Glatte Muskulatur in der Wand der Bläschendrüse ermöglicht eine schnelle Abgabe des Sekrets bei der Ejakulation.

Auch die meisten anderen Säugetiere besitzen eine Bläschendrüse, lediglich bei Raubtieren ist sie nicht ausgebildet. Der Blasencharakter ist jedoch nicht bei allen Arten ausgeprägt. Bei Paarhufern ist sie z. B. eine kompakte Drüse von höckrig-derber Konsistenz.

Ebenfalls als „Samenblasen“ werden im Tierreich Behältnisse zur Aufbewahrung der Spermien benannt, die sowohl beim Weibchen (etwa bei Ameisen oder Bienen) als auch beim Männchen (etwa bei den Libellen) vorkommen können.

Mikroskopischer Aufbau beim Menschen[Bearbeiten]

Die Samenblase ist etwa fünf Zentimeter lang und besteht aus einem einzigen 15 Zentimeter langen, mehrfach gewundenem Gang mit einem weitem Lumen. Das Oberflächenepithel ist einschichtig oder zweischichtig prismatisch, im Alter flacht es ab. Es sezerniert sein Sekret vorwiegend per Exozytose, auch apokrine Sekretion kann vorkommen. Das Oberflächenrelief ist kompliziert aufgebaut, die Trennwände zwischen zwei Drüsenanschnitten können über Epithelbrücken miteinander verbunden sein.

Die äußere Wand enthält glatte Muskelzellen und elastische Fasern.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Uwe Gille: Harn- und Geschlechtssystem, Apparatus urogenitalis. In: Franz-Viktor Salomon et al. (Hrsg.): Anatomie für die Tiermedizin. 2. erw. Aufl., Enke, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 389–403.
  •  Ulrich Welsch: Lehrbuch Histologie. Elsevier Urban&Fischer, München 2010, ISBN 978-3-437-44431-9, S. 417.
  •  Gerhard Aumüller u.a.: Duale Reihe Anatomie. Thieme, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-13-136042-7, S. 749f..