Sammelwerk

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Sammelwerk im Verlagswesen[Bearbeiten]

Ein Sammelwerk (auch: Herausgeberschrift) ist im Verlagswesen ein von einem Verlag ediertes Fachbuch mit mehreren Autoren, die Beiträge zu einem speziellen Fachgebiet liefern. Bei umfangreichen Themen kann das Werk auch aus mehreren Bänden bestehen. Eine spezielle Form von Sammelwerken sind Enzyklopädien und Proceedings (Publikation von Kongressbeiträgen). Der Herausgeber muss nicht immer ein Verlag sein. Oft ist es (zumindest formal) der ranghöchste oder der bekannteste des Autorenkollektivs, oder eine Gruppe von zwei bis fünf solcher Personen.

Sammelwerk im Urheberrecht[Bearbeiten]

Urheberrechtlich ist ein Sammelwerk eine Sammlung „von Werken, Daten oder anderen unabhängigen Elementen“, die „aufgrund der Auswahl oder Anordnung der Elemente eine persönliche geistige Schöpfung“ ist (§ 4 UrhG). So ist die Zusammenstellung von Gedichttiteln in einer Liste ein Sammelwerk, wenn die Auswahl der Titel als individuelle Schöpfung anzusehen ist (BGH 24.5 2007 - I ZR 130/ 04). Auf die Qualität und ästhetische Werte der Sammlung kommt es nicht an (BGH aaO). Für ein Sammelwerk ist nicht erforderlich, dass die Sammlung ein systematisches Ordnungssystem hat, z.B. alphabetische Ordnung. Ausreichend ist eine Sammlung von Elementen (Elementenhaufen), die durch Auswahl oder Anordnung der Elemente eine persönliche geistige Schöpfung ist. Ein Sammelwerk kann zu einem Datenbankwerk werden, wenn das Sammelwerk ein systematisches Ordnungssystem enthält.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Häntzschel: Sammelwerk. In: Handbuch Medien der Literatur. Hrsg. von Natalie Binczek, Till Dembeck, Jörgen Schäfer. De Gruyter, Berlin–Boston 2013, ISBN 978-3-11-020493-3, S. 260–265.

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