Sammonicus Serenus

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Sammonicus Serenus[1] († wohl 211) war ein römischer Gelehrter, Mentor von Geta und Caracalla sowie Autor des medizinischen Lehrgedichtes De medicina praecepta (das möglicherweise in der erhaltenen Form unvollständig ist) sowie vieler verlorener Werke.

Er war „ein Mann der Bücher in einer archaischen Welt“ und „ein würdiger Nachfolger von Fronto und Aulus Gellius deren sozialer Status eng verbunden war mit der vorherrschenden Leidenschaft für Grammatik und der Beherrschung antiker Lehren.“ Macrobius gemäß, der Serenus Werke für seine Saturnalia plünderte, war er „der belesenste Mann seiner Zeit“. Serenus besaß eine Bibliothek mit 60.000 Bänden.

Sein Werk Res reconditae wurde in zumindest fünf antiken Büchern erwähnt, ist jedoch nur noch in diesen Zitaten erhalten. Das überlieferte, in 1115 Hexametern verfasste Werk De medicina praecepta beinhaltet eine Reihe populärer Heilmittel, die Plinius und Pedanios Dioscurides entliehen sind, sowie verschiedene magische Formeln, unter anderem das bekannte Abrakadabra, als Kur für Fieber und Malaria. Es endet mit dem berühmten Gegengift des Mithridates von Pontos.

Im Mittelalter wurde es häufig benutzt und ist relevant für die Geschichte der antiken Medizin. Syntax und Metrum sind bemerkenswert korrekt. Der oft eher unverlässlichen Historia Augusta zufolge wurde der populäre Physiker und Polyhistor im Dezember 211 zusammen mit anderen Freunden von Geta, bei einem Abendessen ermordet, zu dem er von Caracalla eingeladen wurde, kurze Zeit nachdem dieser seinen Bruder ermorden ließ.[2]

Die erste gedruckte Ausgabe von De medicina praecepta wurde herausgegeben von Johannes Sulpitius Verulanus, vor 1484.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Macrobius, Saturnalia 3,96 und 16,6,17, sowie in Historia Augusta, Caracalla 4,4; Serenus Sammonicus in Historia Augusta, Geta 5,6.
  2. Allerdings basieren die Hauptviten der Historia Augusta (bis Elagabal) weitgehend auf den verlorenen Biographien des Marius Maximus (oder eines Ignotus [Unbekannten], so Ronald Syme) und werden in der Forschung als relativ verlässlich angesehen.