Sampo

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Dieser Artikel beschreibt den Sampo aus dem finnischen Epos Kalevala. Für andere Bedeutungen siehe Sampo (Begriffsklärung).
Akseli Gallen-Kallela
"Die Verteidigung des Sampo"

Der Sampo ist ein Gerät "mit buntem Deckel" aus dem finnischen Epos Kalevala, das durch seine Zauberkräfte seinem Besitzer Wohlstand verschafft. In der deutschen Übersetzung von Hans Fromm wird es gelegentlich mit „Zaubermühle“ beschrieben.

Der Sampo wurde von dem Schmied Ilmarinen geschaffen, aber im eisigen Nordreich Pohjola von dessen Herrscherin, der zauberkräftigen Louhi, eifersüchtig gehütet, bis er ihr von den Helden des Kalevala entrissen wird. Beim Kampf darum zerbricht er und verbreitet Fruchtbarkeit über Land und Meer.

Deutung[Bearbeiten]

Von finnischen Autoren wie Harva und Haavio wird der Sampo als Stütze des Himmelsgewölbes bzw. als deren kultische Repräsentation gedeutet: die Himmelsachse oder der Weltenbaum, um den herum sich der Sternhimmel dreht, kultisch repräsentiert vielleicht durch eine eiserne Säule. Deren Raub oder Zerstörung ist ein Motiv in verschiedenen Mythologien (z.B. im altnordischen Freyr-Mythos oder im Bericht von der Zerstörung der Irminsul). Bei den Samen wurden Weltbäume bis in die Neuzeit hinein errichtet.

Hans Fromm sieht demgegenüber einen möglichen Ursprung des Liedes in der Faszination durch die seit dem dritten nachchristlichen Jahrhundert auch in Skandinavien verbreitete Drehmühle. Die Vorstellung der „Glücksmühle“, die die landwirtschaftliche Produktivität entscheidend erhöht, stammt ursprünglich wohl aus dem Mittelmeerraum und wanderte vielleicht über Byzanz und Russland nach Karelien. Raub und Zerstörung des Sampo wären dann als Gleichnis für das Zerbrechen eines technischen Monopols und die Dissemination der neuen Technik oder noch allgemeiner: als Symbol des Enkulturationsprozesses anzusehen. Das „Nordland“ Pohjola wäre nicht geographisch zu deuten, sondern als außermenschliche Gegenwelt.[1]

Trivia[Bearbeiten]

Eine finnische Streichholzmarke ist nach dem Sampo benannt. Auch eines der größten finnischen Banken- und Versicherungsunternehmen sowie ein bekannter Eisbrecher tragen den Namen Sampo.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans Fromm, Kommentar zu Kalevala, S. 426 ff.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kalevala. Das finnische Epos des Elias Lönnroth. Übers.: Lore und Hans Fromm, Nachwort u. Kommentar: Hans Fromm. Reclam 1985. Darin: 10. Gesang: Schmiedung des Sampo, 42./43. Gesang: Raub, Verteidigung und Zerstörung des Sampo.
  • Harva, Uno, Sammon ryöstö. Suomen tiedettä 3, Porvoo: WSOY, 1943.
  • Haavio, Martti, Sammon arvoitus, Suomalainen Suomi, 1957.

Film[Bearbeiten]

  • 1959: Das gestohlene Glück (Originaltitel: Sampo), Sowjetunion/Finnland, Regie: Aleksandr Ptushko