Samtpappel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Samtpappel
Samtpappel (Abutilon theophrasti)

Samtpappel (Abutilon theophrasti)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Malvoideae
Gattung: Abutilon
Art: Samtpappel
Wissenschaftlicher Name
Abutilon theophrasti
Medik.

Die Samtpappel oder Lindenblättrige Schönmalve (Abutilon theophrasti) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Laubblatt
Unreife Frucht
Samen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Bei der Samtpappel handelt es sich um einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 und 2 Meter erreicht. Sie wächst aufrecht mit einer dominierenden Hauptachse. Die oberirdischen Pflanzenteile sind samtig behaart, deshalb der Trivialname Samtpappel.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang. Die einfache Blattspreite ist rundlich herzförmig, wobei die Spitze auch dreieckig ausgezogen sein kann. Der Blattrand ist gezähnt. Von der Blattbasis gehen sieben bis elf starke Blattadern aus.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen in lockeren, zymösen, blattachselständigen Blütenständen. Der Blütenstiel ist 1 bis 4 cm lang. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die lanzettlichen bis breit lanzettlichen Kelchblätter sind am Grund verwachsen. Die fünf Kronblätter sind dunkelgelb bis hell orangefarben, radförmig ausgebreitet und meist einen guten Zentimeter lang. Es sind 12 bis 15 Fruchtblätter vorhanden.

Die charakteristisch geformte Spaltfrucht sind fast kugelig bis halbkugelförmig und zerfällt in 12 bis 15 Teilfrüchte, die sich bei Reife mit einem Schlitz auf der Außenseite öffnen.

Verbreitung, Standortansprüche und Verwendung[Bearbeiten]

Es handelt sich ursprünglich um eine mittel- oder südasiatische Art, wobei die genaue Verbreitung nicht bekannt ist. Abutilon theophrasti in weiten Teilen Eurasiens und Nordamerikas ein Neophyt. In Europa kam sie danach hauptsächlich in Südeuropa vor, und nur sehr vereinzelt in Mitteleuropa. Seit 1990 und besonders seit 2000 tritt sie aber in ganz Mitteleuropa vermehrt auf. Man findet sie vor allem in Rübenäckern, da die dafür zugelassenen Herbizide keinen Schutz gegen die Art bieten. In Deutschland ist es ein Neophyt, der vor allem in Rübenäckern vorkommt.

Sie wurde bereits im 18. Jahrhundert in Teile Europas, darunter auch Deutschland, Nordamerikas und Australiens als Faserpflanzen eingeführt, wo sie aber bald von besseren Faserpflanzen wie Hanf, Lein oder Baumwolle verdrängt wurde. In China wird sie allerdings immer noch angebaut.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz Deutschland. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Eva Haensel: Bekämpfung, Konkurrenz und Diversität von Abutilon theophrasti MED. (Lindenblättrige Schönmalve) in Zuckerrüben; Universitäts- und Landesbibliothek Bonn, Landwirtschaftliche Fakultät, 2005 ([1])

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Samtpappel (Abutilon theophrasti) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien