Samuel Adler (Komponist)

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Samuel Hans Adler (* 4. März 1928 in Mannheim) ist ein deutsch-US-amerikanischer Komponist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Adler wurde als Sohn des Mannheimer Kantors Hugo Chaim Adler und der Selma Rothschild geboren. Nach der Reichspogromnacht wurde der Vater im Konzentrationslager Dachau inhaftiert und zur Auswanderung gezwungen. Die Familie floh Ende 1938 in die USA, wo der Vater als Kantor am Temple Emanuel in Worcester (Massachusetts) tätig wurde.

Sam Adler studierte von 1943 bis 1947 Musik an der Boston University bei Herbert Fromm[1] und 1948 bis 1950 an der Harvard University, u.a. bei Aaron Copland, Paul Hindemith, Paul Pisk, Walter Piston und Randall Thompson, und erhielt 1950 einen M.A.. Bei Serge Koussevitzky absolvierte er 1949 einen Dirigierkurs in Tanglewood.

Während seines Wehrdienstes von 1950 bis 1952 war er im Koreakrieg eingesetzt und gründete für die United States Army das Seventh Army Symphony Orchestra, das er in mehr als 75 Konzerten in Deutschland und Österreich dirigierte. Er wurde mit der Medal of Honor ausgezeichnet. 1953 erhielt er eine Stelle als Musikalischer Leiter am Temple Emanu-El in Dallas. Dort betreute er auch das Dallas Lyric Theater und den Chor. Danach war Adler von 1957 bis 1966 Hochschullehrer für Komposition am College of Music der University of North Texas und in derselben Funktion bis 1995 an der Eastman School of Music in Rochester (New York). Seit 1997 ist er Hochschullehrer an der Juilliard School, an der er im akademischen Jahr 2009/10 den William Schuman Scholars Chair innehatte.

Adler hat an vielen nationalen und internationalen Universitäten Meisterkurse und Seminare gehalten und Sommerkurse bei den großen Musikfestivals gegeben.

Adler ist verheiratet mit Emily Freeman-Brown.

Musik[Bearbeiten]

Adler hat über 400 musikalische Werke veröffentlicht, darunter fünf Opern, sechs Sinfonien, acht Streichquartette und verschiedene Instrumentalkonzerte, Chormusiken und Lieder. Unter seinen Schülern bei Juilliard waren Eric Ewazen, Dana Wilson, Jay Greenberg und Jason Robert Brown. Er hat drei größere Bücher zur Musik geschrieben: Choral Conducting (1971), Sight Singing (1979) und The Study of Orchestration (1982) und daneben eine große Anzahl von Zeitschriftenartikeln und Buchbeiträgen.

Ehrungen[Bearbeiten]

Adler wurde vielfach ausgezeichnet und geehrt. Die Southern Methodist and Wake Forest Universities, das St. Mary’s College of Notre Dame und das St. Louis Conservatory of Music verliehen ihm die Ehrendoktorwürde. 1984 erhielt er ein Guggenheim-Stipendium, 1988 war er "Phi Beta Kappa Visiting Scholar". 1999 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Er war 2004 als Composer in Residence Fellow an der American Academy in Berlin. Im Mai 2001 wurde er Mitglied der American Academy of Arts and Letters und wurde im Oktober 2008 in die American Classical Music Hall of Fame aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • David M. Cummings, Dennis K. McIntire (Ed.): International who's who in music and musician's directory. In the classical and light classical fields. 1991
  • Jerald C. Graue: Adler, Samuel. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Macmillan, London 1980
  • Matthias Pasdzierny: Wiederaufnahme? Rückkehr aus dem Exil und das westdeutsche Musikleben nach 1945. edition text + kritik, München 2014 ISBN 978-3-86916-328-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herbert Fromm bei Naxos