Samuel Karlin

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Samuel Karlin (* 8. Juni 1924 in Yonova, Polen; † 18. Dezember 2007 in Palo Alto, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich insbesondere mit Anwendungen der Mathematik in der Populationsgenetik und Molekularbiologie, mit Spieltheorie und Statistik beschäftigte.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Karlin wurde als Sohn orthodoxer Juden in Polen geboren und wuchs in Chicago auf (die Familie zog schon in die USA, als er zwei Monate alt war). Er studierte am Illinois Institute of Technology und promovierte 1947 bei Salomon Bochner an der Princeton University (Independent Functions). 1948 bis 1956 lehrte er am Caltech und wurde dann Professor für Mathematik und Statistik an der Stanford University. Daneben arbeitete er in den 1950er Jahren für die RAND-Corporation.

Karlin befasste sich mit mathematischen Wirtschaftswissenschaften, Bioinformatik, Spieltheorie (mit Anwendungen in militärischen Fragen bei der RAND Corporation in den 1950er Jahren), mathematischer Evolutionstheorie, Mathematik der Sequenzanalyse in der Molekularbiologie, insbesondere aber mit Populationsgenetik. Die von ihm und Stephen Altschul in den 1990er Jahren entwickelte nach ihnen benannte statistische Methode des Vergleichs von DNA-Sequenzen dient als Grundlage des weit verbreiteten Sequenzanalyse-Programms BLAST.

2001 kritisierte er die University of Berkeley und das Biotechnik-Unternehmen Celera Genomics öffentlich wegen zahlreicher Fehler in der Genanalyse der Drosophila.

Karlin war Mitglied der National Academy of Sciences (seit 1973) und der American Academy of Arts and Sciences. 1989 erhielt er die National Medal of Science. 1987 erhielt er den John-von-Neumann-Theorie-Preis.

Sein Sohn Kenneth Karlin, mit dem er auch publizierte, ist Chemie-Professor an der Johns Hopkins University.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]