Samuel Krauss

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Samuel Krauss (* 18. Februar 1866 in Ukk, Ungarn; † 4. Juni 1948 in Cambridge, England) war ein jüdischer Gelehrter, dessen Schwerpunkte die talmudische Lexikographie, Realien, Archäologie und Kulturgeschichte waren.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Seit 1894 war Krauss Professor für Hebräisch am Jüdischen Lehrerseminar in Budapest. Von 1906 bis 1938 lehrte er als Dozent für jüdische Geschichte an der Israelitisch-Theologischen Lehranstalt in Wien.

Sein bedeutendstes Werk ist die dreibändige „Talmudische Archäologie“ (1910 / 1911 / 1912), die innerhalb des Grundrisses der Gesamtwissenschaft des Judentums erschien und bis heute als Standardwerk gilt. Es handelt sich um eine Kulturgeschichte des Judentums in den nachbiblischen Jahrhunderten („Talmudische Zeit“). Band I schildert den privaten Lebensbereich (Wohnung und Hausgerät, Kleidung, Schmuck, Feuerung, Nahrungsmittel, Gesundheitsregeln und anderes). In Band II beschreibt Krauss Landwirtschaft, Familienleben, Gewerbe, Verkehr und Handel. Der dritte Band handelt von Geselligkeit, Unterhaltung, Schrift- und Buchwesen sowie der Schule.

Krauss emigrierte nach England, nachdem im November 1938 seine wertvolle Bücherei zerstört worden war.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Griechische und lateinische Lehnwörter in Talmud, Midrasch und Targum, 2 Bde., 1898 / 1899
  • Leben Jesu nach jüdischen Quellen, 1902
  • Antoninus und Rabbi, Wien 1910
  • Talmudische Archäologie. Drei Bände, 1910 / 1911 / 1912
  • Die Wiener Geserah vom Jahre 1421. Wien 1920.
  • Synagogale Altertümer, 1922
  • Geschichte der jüdischen Ärzte, 1930

Literatur[Bearbeiten]