Samuel Maoz

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Samuel Maoz bei den Filmfestspielen von Venedig 2009

Samuel Maoz (hebräisch ‏שמואל מעוז‎; * um 1962 in Tel Aviv) ist ein israelischer Regisseur und Drehbuchautor. Einem internationalen Publikum wurde er durch sein Spielfilmdebüt Lebanon (2009) bekannt, das ihm als ersten israelischen Filmemacher den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig einbrachte.

Biografie[Bearbeiten]

Samuel Maoz, auch unter den Namen Shmuel Maoz, Maoz Shmulik oder Shmulik Maoz bekannt, absolvierte eine Ausbildung zum Kameramann an der Kunsthochschule Beit Tzvi. Daraufhin begann er als Szenenbildner an Film- und Fernsehproduktionen mitzuwirken.[1] Als Regisseur zeigte sich Maoz für die Inszenierung von Dokumentarfilmen wie der ARTE-Produktion Total Eclipse (2000) mit Yevgenya Dodina[2], Fernsehserien und auch Theateraufführungen verantwortlich.[1]

Im Jahr 2007 begann Maoz mit der Realisierung von Lebanon, seinem ersten Spielfilmprojekt. In diesem widmete er sich dem Libanonkrieg im Jahr 1982, in dem er selbst als junger 20-jähriger Soldat verwundet worden war.[3] Im Drehbuch verarbeitete Maoz persönliche Erlebnisse, nachdem bereits seine Regiekollegen Joseph Cedar (Beaufort, 2007) und Ari Folman (Waltz with Bashir, 2008) sich dem Libanonkrieg und der persönlichen Vergangenheit angenommen hatten.

Lebanon schildert die traumatischen Erlebnisse einer vierköpfigen israelischen Panzerbesatzung in einem libanesischen Dorf zu Anfang des Krieges. „Es dauerte bei mir 20 Jahre, ehe ich die Stärke hatte, das Drehbuch zu schreiben“, so Maoz im Dezember 2006 vor Beginn der Dreharbeiten. „Als ich im Libanon war änderte es mein Leben. Ich tötete Menschen während ich dort war. Der Film schaut auf sehr komplizierte Probleme.“[4] Finanziell unterstützt wurde Maoz’ Regiearbeit unter anderem durch die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, die hervorhob, dass der Film „ganz bei der Panzercrew“ bliebe. „Den Krieg und die beklemmende Bedrohung sehe man nur durch den Sucher des Zielfernrohrs.“[5]

Ende Juli 2009 erhielt Maoz für sein Spielfilmdebüt eine Einladung in den Wettbewerb der 66. Filmfestspiele von Venedig, wo er mit dem Goldenen Löwen den Hauptpreis des Festivals gewann,[6] nachdem die Filmfestivals von Berlin und Cannes Lebanon abgelehnt hatten.[7] Die deutschsprachige Fachpresse äußerte sich mehrheitlich begeistert über den Film. Peter Zander (Die Welt) lobte Lebanon als einen der überzeugendsten Wettbewerbsbeiträge, der „weit über den konkreten historischen Fall hinaus zu einer allgemeingültigen Parabel auf den Krieg anwächst“,[8] während der österreichische Standard die konzeptuelle Idee des klaustrophobischen Kammerspiels als äußerst effektvolles Mittel hervorhob, die Unwägbarkeiten des Krieges zu thematisieren.[9] Im selben Jahr wurde der Film in zehn Kategorien für den Ophir Award nominiert, Israels nationalen Filmpreis, und gewann vier Auszeichnungen. Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2010 folgten fünf Nominierungen in den Kategorien Film, Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt und gewann die Preise für Kamera und Erstlingswerk.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2000: Total Eclipse (Dokumentarfilm)
  • 2009: Lebanon (לבנון)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Europäischer Filmpreis[Bearbeiten]

  • 2010: Bestes Erstlingswerk und nominiert in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch für Lebanon

Ophir Award[Bearbeiten]

  • 2009: nominiert in den Kategorien Beste Regie und Bestes Drehbuch für Lebanon

Weitere[Bearbeiten]

Asia Pacific Screen Awards

  • 2010: Großer Preis der Jury und Drehbuchpreis für Lebanon

Thessaloniki Film Festival

  • 2009: Human Values Award für Lebanon

Internationale Filmfestspiele von Venedig

  • 2009: Goldener Löwen für Lebanon

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b vgl. Profil bei tiff.net (aufgerufen am 5. September 2009)
  2. vgl. Kopf, Shula: Prima Dodina. In: The Jerusalem Post, 30. Mai 2003, S. 12
  3. vgl. Venezia : Levanon, la guerra vista da un tank. ANSA, 26. August 2009 5:26 PM CET, Rom
  4. vgl. Jaafar, Ali: Israelis tackle Lebanese occupation. In: Variety, 12.–18. Juni 2006, S. 12
  5. vgl. NRW-Filme in Venedig. In: General-Anzeiger (Bonn), 31. Juli 2009, S. 12
  6. vgl. Official Awards bei labiennale.org, 12. September 2009
  7. vgl. Elley, Derek: U.S. pics, 3-D fills out lineup. In: Variety, 31. August–6. September 2009 (aufgerufen am 5. September 2009 via LexisNexis Wirtschaft)
  8. vgl. Zander, Peter: Putsch und Krieg in Venedig: Deutscher Wettbewerbsfilm ist preisverdächtig bei welt.de, 9. September 2009 (aufgerufen am 12. September 2009)
  9. vgl. Kamalzadeh, Dominik: Lügen haben lange Wirkung bei derstandard.at, 8. September 2009 (aufgerufen am 12. September 2009)