San-Giorgio-Klasse

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Naval Ensign of Italy.svg San-Giorgio-Klasse
San Giusto (L 9894) während des Manövers Sorbet Royal 2005
San Giusto (L 9894) während des Manövers Sorbet Royal 2005
Übersicht
Typ Landing Platform Dock
Namensgeber Heilige (1-3)
Einheiten 4
Bauwerft

Fincantieri
Riva Trigoso, Genua

Dienstzeit

ItalienItalien Italien ab 1988
AlgerienAlgerien Algerien ab 2014 geplant

Technische Daten
Verdrängung

7.960 ts (max. 8.000)

Länge

133,30 m

Breite

20,50 m

Tiefgang

5,50 m

Besatzung

163 (Stammbesatzung)
plus 350 Marineinfanteristen

Antrieb

2x 2 Grandi Motori Trieste A-420.12 Dieselmotoren
(12.35MW)

Geschwindigkeit

21 kn

Reichweite

4.500 sm bei 20 kn

Bewaffnung

2x 25/90 mm Maschinenkanonen
2x 12,7 mm MG

Bordhubschrauber

4x

Zuladung

1.000 t
2x LCVP
LCM
30 APC (wie AAV7)

Die San-Giorgio-Klasse ist eine Landungsschiffklasse (Landing Platform Dock - LPD) der italienischen Marine. Die Klasse besteht aus drei zwischen 1988 und 1994 in Dienst gestellten Schiffen. Das dritte Schiff, die San Giusto, ist eine modifizierte Version, die manchmal als eigene Klasse bezeichnet wird. Hinzu kommt ein weiteres Schiff für die Marine Algeriens.

Entwurf[Bearbeiten]

San Giusto (L 9894) im Jahr 2005

Diese von Fincantieri in Riva Trigoso gebauten Schiffe haben ein ziviles Ro-Ro-Design mit Welldeck und durchgehendem Flugdeck. Sie ähneln in verschiedener Hinsicht der weit größeren amerikanischen Wasp-Klasse (LPH). Aufnehmen können sie 330 voll ausgerüstete Marineinfanteristen, bis zu 34 gepanzerte Fahrzeuge, fünf Mehrzwecklandungsboote, bis zu 170 Tonnen Munition und Sonderausrüstung und vier Hubschrauber vom Typ Sea King oder EH-101. Bei den ersten beiden Schiffen wurden Modernisierungsarbeiten durchgeführt, unter anderem eine Verlängerung und Verbreiterung des Flugdecks. In diesen Fällen musste das Schiffsgeschütz 76/62 Compact ausgebaut werden.

Das Landungsschiff San Giusto ist auch für Zivilschutzaufgaben ausgelegt und verfügt über ein Bordkrankenhaus mit mehreren Operationssälen. Darüber hinaus hat es besondere Führungs- und Kommunikationseinrichtungen und kann z.B. bei amphibischen Operationen oder Katastrophenfällen einen entsprechenden Führungsstab aufnehmen. Das Schiff wird von der Marineakademie in Livorno auch als Schulschiff verwendet.

Das algerische Schiff ist länger (142.9 m), breiter (21.5 m) und schwerer (8.800 Tonnen max.) und besitzt modernere Einsatzführungssysteme.

Einheiten[Bearbeiten]

ItalienItalien Italien

Alle drei Schiffe der Klasse unterstehen dem Kommando für amphibische Operationen (COMFORSBARC) in Brindisi und unterstützen in der Regel das San-Marco-Regiment.

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Rufzeichen Status
L9892 San Giorgio 27. Mai 1985 21. Februar 1987 13. Februar 1988 IARG aktiv
L9893 San Marco 26. März 1985 10. Oktober 1987 14. Mai 1988 IARM aktiv
L9894 San Giusto 19. August 1991 23. Oktober 1993 14. April 1994 IASG aktiv

AlgerienAlgerien Algerien

1 Schiff auf Basis der San Giusto im Bau, Kiellegung am 11. Januar 2012, Stapellauf im Januar 2014, Auslieferung im September 2014 geplant.

Namensvorgänger[Bearbeiten]

  • Capitani-Romani-Klasse, 1941-1971, 2 Zerstörer (ehem. Kreuzer, 5.600 ts):
    • San Giorgio (D 562) (ex RN Pompeo Magno)
    • San Marco (D 563) (ex RN Giulio Germanico)
  • Panzerkreuzerklasse, 1908-1941, 2 Schiffe: San Giorgio, San Marco (11.300 ts)

Nachfolger[Bearbeiten]

Die Schiffe der San-Giorgio-Klasse sollen gegen Ende dieses Jahrzehnts zunächst von zwei neuen, etwa 20.000 Tonnen verdrängenden Landungsschiffen (LHD) abgelöst werden. Ein weiteres, etwas größeres amphibisches Angriffsschiff (LHA) mit durchgehendem Flugdeck ist als Ergänzung der neuen Landungsschiffe und als Ersatz für den 1985 in Dienst gestellten Flugzeugträger Garibaldi geplant. Zusätzliche Kapazitäten für amphibische Operationen stellt auch der Flugzeugträger Cavour bereit.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Giorgio-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien