San Domenico (Perugia)

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IMG 1066 - Perugia - Museo archeologico - Chiostro - 7 ago 2006 - Foto G. Dall'Orto.jpg

San Domenico ist eine Kirche in der umbrischen Stadt Perugia mit dem Titel einer Basilica minor.

Schon von außen ist deutlich zu erkennen, dass die Kirche eine unstete Entwicklung genommen hat. S. Domenico hatte einst große historische Bedeutung, insofern als 1304 die eigentlich nordeuropäische Form der Hallenkirche „italianisiert“ worden ist. Dieser Bau stürzte jedoch 1614 ein und ist in seiner heutigen Form ein Werk der Renaissance.

Der Innenraum wurde 1632 von Carlo Maderno umgebaut. Hier in Perugia ist durch den Umbau eine ungewöhnliche Form entstanden, die eine gewisse Ähnlichkeit zum Langhaus vom Petersdom in Rom zeigt, das auch von Maderno geschaffen wurde. Aber dieser Raum ist eingeschossig, es gibt im Hauptschiff keine Fenster. Über den Arkaden fängt direkt das Tonnengewölbe an. Allerdings ist die Fensterzone der Peterskirche in Rom auch nicht sehr ausgeprägt.

Dafür besitzt San Domenico in dem etwas höheren Chor eines der größten gotischen Fenster der Kunstgeschichte. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert (oberer Teil 1759), ist 21 Meter hoch und 8,5 Meter breit. Es gibt wahrscheinlich nur zwei Fenster, die größer sind, und zwar zunächst das Chorfenster der Kathedrale von Gloucester in England mit 24 Meter Höhe und 12 Meter Breite (= 185 m² [1]) und das Apsisfenster des Mailänder Doms. Solche Fenster sind für den italienischen Raum absolut unüblich. Da versuchte man eher, die Fenster klein zu halten und damit der äußeren Hitze den Schatten des Innenraumes entgegenzusetzen. Hier ist ein solch großes Fenster notwendig geworden, weil keine andere Beleuchtung existiert.

Auf einem Fresko des 15. Jahrhunderts aus der Priorenkapelle des Priorenpalastes von Benedetto Bonfigli ist in der Mitte dieses große Chor-Fenster von S. Domenico im Unterschied zu den übrigen, wesentlich kleineren Kirchenfenstern zu sehen.

Der noch original erhaltene Renaissance-Kreuzgang (1455–1579) steht in schönem Kontrast zu dem Unglücksbau der Kirche dahinter.

In linken Querschiff befindet sich das Grab Benedikts XI. von Giovanni Pisano.

Literatur[Bearbeiten]

  • Francesco Federico Mancini, Giovanna Casagrande: Perugia. Kunst- und Geschichtsführer. Pellegrini, Perugia 1985.
  • Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der Gotik. Architektur – Skulptur – Malerei. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-313-5.
  • Klaus Zimmermanns: Umbrien. Eine Landschaft im Herzen Italiens. (= DuMont-Dokumente. DuMont Kunst-Reiseführer). DuMont, Köln 1987, ISBN 3-7701-1684-4, S. 96, Abb. 27.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Domenico (Perugia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Toman, S. 147

43.1065912.39176Koordinaten: 43° 6′ 24″ N, 12° 23′ 30″ O