San Giorgio in Velabro

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Basisdaten
Patrozinium: Hl. Georg
Weihetag:
Kardinaldiakon: Gianfranco Ravasi
Anschrift: Via del Velabro 19
00186 Roma
Fassade der Kirche San Giorgio in Velabro

San Giorgio in Velabro (lat.: Sancti Georgii in Velabro) ist eine Kirche in Rom. Sie ist Titeldiakonie, Rektoratskirche sowie Klosterkirche der Regularkanoniker des Ordens vom Heiligen Kreuz.

Darüber hinaus war sie auch Stationskirche am Donnerstag nach Aschermittwoch. Gelegentlich sind für das Gotteshaus auch die Bezeichnungen San Giorgio al Velabro, San Giorgio in Fonte, San Giorgio della Chiavica oder Santi Giorgio e Sebastiano zu finden.

Lage[Bearbeiten]

Das Kirchengebäude liegt an der Via del Velabro und befindet sich in unmittelbarer Nähe des Janusbogens. Die Kirche erinnert mit ihrem Beinamen an das antike Velabrum, ein Geschäfts- und Marktviertel. Hier am ehemals sumpfigen Ufer des Tiber soll der Sage nach der Hirt Faustulus die ausgesetzten Zwillinge Romulus und Remus aufgefunden haben. An die Stelle einer ersten Kirche (gegründet um 685 unter Papst Leo II. als Sancti Georgii ad velum aureum) trat im 9. Jh. ein Neubau, der im 12. Jh. durch eine Portikus und einen Campanile erweitert wurde. In diese Erweiterung wurde zum Teil der sogenannte Arco degli Argentari einbezogen.

Arco degli Argentari[Bearbeiten]

Arco degli Argentari

Der Bogen der Geldwechsler (lat. Arcus argentariorum) wurde einer Inschrift zufolge im Jahre 204 n. Chr. von den 'argentarii et negotiantes boarii huius loci', also von den Wechslern und Ochsenhändlern, zu Ehren des Kaisers Septimius Severus und seiner Familie (Gattin Julia Domna, Söhne Caracalla und Geta, Schwiegertochter Fulvia Plautilla) errichtet. Vielleicht befand sich hier einst ein Zugang zum Forum Boarium. Eigentlich handelt es sich eher um ein rechteckiges Portal, als um einen echten Bogen. Offensichtlich ließ Kaiser Caracalla sowohl den Namen seines ermordeten Bruders Geta (getötet 212 n. Chr.) aus der Inschrift tilgen, als auch dessen Bildnis an der Innenwand des Bogens abschlagen. Vielleicht standen ursprünglich oben auf der Attika (Architektur) die Statuen jener fünf Mitglieder des kaiserlichen Hauses. Der reich mit Rankenornamenten verzierte und reliefierte Bogen zeigt innen u. a. Szenen des opfernden Septimius Severus mit seiner Familie sowie außen Soldaten mit einem gefangenen Parther. Gegenüber dem Arco degli Argentari öffnet sich ein Tor zur Cloaca Maxima, dem ältesten und wichtigsten Kanal des antiken Roms; das Gewölbe stammt wohl aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Die Einmündung der Cloaca Maxima in den Tiber ist noch heute etwas unterhalb des Ponte Palatino deutlich erkennbar.

Kircheninneres[Bearbeiten]

Innenraum der Kirche

Über der Innenportikus der Kirche haben sich Teile einer Weiheinschrift aus dem 4. Jahrhundert n. Chr. erhalten. Für das Kircheninnere wurde Baumaterial aus antiken Gebäuden verschiedener Epochen und Stile verwendet. Doppelreihige Granit- und Marmorsäulen unterteilen die dreischiffige Basilika - mit etwas strenger Raumwirkung. Der Tabernakel (Kosmatenarbeit) datiert in das 12. Jh.; unter dem Altar ruhen die Gebeine des heiligen Georg. Die Apsisfresken sollen von Pietro Cavallini (um 1300, stark erneuert) stammen. Die Reste der Chorschranken an den Wänden gehören wohl in das 9. Jh.

Apsisfresko

Im Juli 1993 zerstörte eine Autobombe die Hauptfassade der Kirche. Der Campanile blieb dabei unversehrt, die Kirchenfassade wurde wieder rekonstruiert. Zudem wurde der Bau immer wieder überschwemmt; darauf verweist auch eine Markierung des Hochwassers 1870 im Bereich der Portikus.

Seit 2010 ist Gianfranco Ravasi Kardinaldiakon von San Giorgio in Velabro, seine Titelkirche hat er am 23. Januar 2011 in Besitz genommen[1].

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Kardinaldiakone von San Giorgio in Velabro

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Giorgio in Velabro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vatican Information Services 20110117 (170)

41.88962777777812.483172222222Koordinaten: 41° 53′ 22,7″ N, 12° 28′ 59,4″ O