Sand-Mohn

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Sand-Mohn
Sand-Mohn (Papaver argemone)

Sand-Mohn (Papaver argemone)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae
Gattung: Mohn (Papaver)
Art: Sand-Mohn
Wissenschaftlicher Name
Papaver argemone
L.
Unreife Fruchtkapsel.
Papaver argemone (Illustration)

Der Sand-Mohn (Papaver argemone) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die ein-, selten auch zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 cm. Der Stängel ist aufrecht oder aufsteigend, beblättert und anliegend mit etwa 1,5 bis 3 mm langen, borstigen Haaren besetzt. Die Laubblätter sind ein- bis dreifach fiederteilig und besitzen bis zu 3 mm breite, meist zerstreut behaarte, spitze Zipfel und sind etwa 12 (bis 20) cm lang. Die unteren Blätter sind gestielt, die mittleren und oberen mit schmalem Grund sitzend.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind vierzählig. Die zwei Kelchblätter fallen beim Öffnen der Blütenknospen ab. Die Kronblätter sind dunkelrot, etwa 1,2 bis 2,5 cm lang und besitzen am Grund einen schwarzen Fleck. Die Staubbeutel sind dunkelviolett gefärbt.

Die Kapselfrucht ist keulenförmig, allmählich in den Stiel verschmälert und mit hellen, borstenförmigen, etwa 1,5 bis 3 mm langen Haaren besetzt. Es sind meist vier bis acht Narbenstrahlen vorhanden. Der Deckel der Frucht ist zur Reifezeit gewölbt.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Sand-Mohn blüht von Mai bis Juli. Die Fruchtkapseln sind Windstreuer und wegen der zur Reifezeit abstehenden Borstenhaare auch Tierstreuer.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Papaver argemone ist eine mediterrane bis submediterrane Pflanzenart, die ursprünglich im Mittelmeergebiet beheimatet war. Nordwärts ist sie inzwischen bis Mittelschweden eingebürgert oder verschleppt.

Der Sand-Mohn ist im Norden und in der Mitte Deutschlands verbreitet, nach Süden jedoch selten vorkommend. In Österreich ist er selten und gefährdet, in der Schweiz kommt er zerstreut vor. Diese Art ist wohl während der Jungsteinzeit mit dem Getreideanbau nach Mitteleuropa gelangt.

Der Sand-Mohn wächst in Getreideunkrautgesellschaften, seltener auch in Schuttunkrautgesellschaften. Er ist in Mitteleuropa Kennart der Assoziation Papaveretum argemonis (Sandmohn-Gesellschaft).[1] Er bevorzugt mäßig saure, kalkfreie, auch sandige Lehmböden.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 6., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  • Robert W. Kiger, David F. Murray: Papaver. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1997, ISBN 0-19-511246-6, S. 325 (online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1, S. 564.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sand-Mohn (Papaver argemone) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder: biopix.dk wilde-planten.nl