Sandakan

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5.8388888888889118.11527777778Koordinaten: 5° 50′ N, 118° 7′ O

Sandakan
山打根
Elopura
Sandakan
Sandakan (Malaysia)
Sandakan
Sandakan
Lage von Stadt und Distrikt SandakanLage von Stadt und Distrikt Sandakan
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Malaysia
Bundesstaat Sabah
Einwohner 157.330 (2010[1])
ISO 3166-2 MY-12
Webauftritt www.mps.sabah.gov.my
Politik
President DATUK Ir. JAMES WONG
Blick auf Sandakan vom englischen Teehaus
Blick auf Sandakan vom englischen Teehaus

Sandakan ist die drittgrößte Stadt an der Ostküste Sabahs in Malaysia. Sie gehört zum Gebiet Sandakan Division, das die Distrikte Beluran, Kinabatangan, Sandakan und Tongod umfasst. 2010 hatte die Stadt 157.330 Einwohner.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Ostküste Sabahs gehörte bis in den frühen 1870er Jahren zum Sultanat von Sulu, zu dem auch das Gebiet des heutigen Südens der Philippinen gehört. Die erste europäische Ansiedlung erfolgte durch einen schottischen Waffenschmuggler, William Clarke Cowie, der der Siedlung Sandakan den Namen gab, in der Sprache der Suluk "gepfändeter Platz". Bald allerdings hieß der Ort "Kampung German", als verschiedene Deutsche dort Stützpunkte errichteten. Die Ansiedlung pachtete 1878 der österreichisch-ungarische Konsul Baron von Overbeck vom Sultanat von Sulu. 1879 bereits brannte diese Ansiedlung ab und wurde nicht wieder errichtet. Statt dessen verlegte man die Ansiedlung am 18. Juni 1879 an einen Platz, der heute als Buli Sim Sim bekannt ist. Der Britische Resident, William Burges Pryer, gab der neuen Siedlung den Namen Elopura (Schöne Stadt); sie wurde einige Jahre später wiederum in Sandakan umbenannt. Der Name Elopura ist heute noch als Wahlkreis N45 für die Wahlen zum Dewan Undangan Negeri Sabah vorhanden.

Nordborneo kam 1881 unter die Verwaltung der North Borneo Chartered Company. 1883 wurde Sandakan anstelle des bisherigen Kudat zur Hauptstadt von Nordborneo (heute: Sabah) erhoben und behielt diese Stellung (zeitweise auch unter dem Namen Elopura) bis 1946. 1946 wurde das Gebiet zur britischen Kronkolonie und die Verwaltung nach Kota Kinabalu (damals noch Jesselton) als Hauptstadt verlegt.

Im Zweiten Weltkrieg hatte die Japanische Besatzungsarmee in Sandakan ein Arbeitslager. Bekannt wurde dies durch die Todesmärsche von Sandakan, bei denen etwa 6000 Indonesier, Briten und Australier umgebracht wurden oder an Krankheiten oder Unterernährung starben.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Bereits Mitte der 1930er Jahre erreichte der Export tropischer Hölzer aus Sandakan den Rekordwert von 180.000 Kubikmetern und machte die Stadt zum weltweit größten Exporteur von Hartholz. Auf dem Höhepunkt des Holzbooms prahlte Sandakan damit, die größte Anzahl an Millionären auf dem gesamten Erdball zu vereinen.

Heute ist Bedeutung des Holzexport stark gesunken. Aber immer noch besitzt Sandakan nach Kota Kinabalu den zweitwichtigsten Hafen Sabahs. Von hier aus wird hauptsächlich Palmöl. Tabak, Kakao, Kaffee und Sago exportiert.

Eine zunehmende Bedeutung spielt das aufstrebende Sandakan auch der Tourismus. Die Stadt ist berühmt für ihre öko-touristischen Attraktionen, wie zum Beispiel die Orang Utan-Auswilderungsstation Sepilok Rehabilitation Centre (ca. 25 km westlich der Stadt), den Nationalpark Kepulauan Penyu (Schildkröten-Inseln), den Kinabatangan (mit 560 km der zweitlängste Fluss Malaysias) und die Gomantong-Höhlen, bekannt für ihre Schwalbennester, die auch heute noch dort abgeerntet werden.

Sandakan
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Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Malaysia Meteorological Department
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Sandakan
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Max. Temperatur (°C) 29,3 29,6 30,6 31,7 32,6 32,4 32,3 32,5 32,1 31,6 30,8 29,9 Ø 31,3
Min. Temperatur (°C) 23,7 23,6 23,8 24,0 24,1 23,9 23,5 23,5 23,4 23,5 23,6 23,7 Ø 23,7
Niederschlag (mm) 398,2 303,8 152,9 114,1 125,0 195,1 202,3 223,6 225,1 284,0 334,7 458,6 Σ 3.017,4
Regentage (d) 17 13 9 7 9 11 12 12 12 15 18 20 Σ 155
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St. Michael's and All Angels - Die älteste aus Steinen erbaute Kirche in Malaysia

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Sandakan wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Die wenigen erhaltenen historischen Relikte der ehemaligen Hauptstadt wurden 2003 im Sandakan Heritage Trail (SHT) zu einem Cityrundgang zusammengefasst.[2] Die elf Stationen des Historischen Pfads umfassen

  • Masjid Jamik Moschee
  • William Pryer Denkmal
  • 100-Stufen-Treppe
  • Agnes-Keith-Haus
  • Altes Treppenhaus
  • Chinesischer Tempel "Göttin der Barmherzigkeit"
  • Singapore Road
  • Kirche "St Michael’s and All Angels"
  • Sam Sing Kung Tempel
  • Malaysia Brunnen
  • Tourist Information Centre
  • Sandakan Heritage Museum

[Bearbeiten] Distrikt Sandakan

Sandakan ist auch Verwaltungszentrum des Distrikts Sandakan. Der Distrikt Sandakan ist - bezogen auf die Einwohnerzahl - mit 396.290 Einwohnern nach Kota Kinabalu und Tawau der drittgrößte der 25 Distrikte Sabahs.2010[3]

Zum 1. Januar 1982 erfolgte eine Verschmelzung des Sandakan Town Board und des Sandakan Rural District Councils zum Sandakan Municipal Council.[4] Im Januar 1983 wurde Sandakan verwaltungstechnisch in vier Gebiete unterteilt: Stadtgebiet, Vorstädte, Umland und Seegebiet.[5]

[Bearbeiten] Sonstiges

Die Abenteuerbücher des italienischen Autors Emilio Salgari schufen einen fiktiven Helden, den Piraten Sandokan, dem "Tiger von Malaysia", der gegen den historischen britischen Kolonialherren James Brooke, Raja von Sarawak, kämpft. Diese Abenteuerbücher, die ab 1895 erschienen, wurden in den 1980er Jahren verfilmt. Der Name des fiktiven Helden hat keinen Bezug zur Ansiedlung Sandakan.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Census 2010 für Sabah, hrsg. vom Amt für Statistik, Malaysia
  2. Sandakan to be revitalised when heritage trails are completed, The Star, 25. Dezember 2010; abgerufen am 9. Dezember 2011
  3. Population Distribution by Local Authority Areas and Mukims, 2010 (Census 2010), Seite 369
  4. State of Sabah: Sandakan Municipal Council (Change of Status and Amalgamation) Enactment, 1981 vom 21. Dezember 1981
  5. State of Sabah: Sandakan Municipal Council Instrument 1983 vom 27. Januar 1983
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