Sande (Friesland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sande
Sande (Friesland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sande hervorgehoben
53.5019444444448.01252Koordinaten: 53° 30′ N, 8° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Friesland
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 45 km²
Einwohner: 9015 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26452
Vorwahlen: 04422, 04421 (Mariensiel teilw.)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FRI
Gemeindeschlüssel: 03 4 55 014
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 79
26452 Sande
Webpräsenz: www.sande.de
Bürgermeister: Stephan Eiklenborg (Parteilos)
Lage der Gemeinde Sande im Landkreis Friesland
Bockhorn (Friesland) Varel Zetel Sande (Friesland) Schortens Jever Wilhelmshaven Landkreis Friesland Wangerland Minsener Oog (zu Gemeinde Wangerooge) Mellum Wangerooge Landkreis Leer Landkreis Ammerland Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Wesermarsch Landkreis WittmundKarte
Über dieses Bild
Sander See (Luftbild 2012)
Bootshafen Dykhausen (2012)

Sande ist eine Gemeinde im Landkreis Friesland, Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

„Mitten in Friesland – Leben zwischen Geest und Meer“ so ordnet sich die Gemeinde Sande geographisch ein. Sie liegt am Rande des Jeverlandes und zehn Kilometer südlich der Nordseestadt Wilhelmshaven.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sande grenzt im Norden an die Stadt Schortens, im Nordosten an die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven, im Süden an die Gemeinde Zetel und im Westen an die Gemeinde Friedeburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sande besteht aus den fünf Ortsteilen Sande, Neustadtgödens, Cäciliengroden, Mariensiel und Dykhausen.[2]

Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Gödens – Altgödens, Dykhausen, Gödens und Neustadtgödens – gehört seit der Gemeindereform von 1972 zur Gemeinde Sande und damit zum Landkreis Friesland. Vorher gehörten diese Orte zum Landkreis Wittmund, also zu Ostfriesland. Auf die Zugehörigkeit der in Gödens ansässigen Kirchen hatte die Gemeindereform keine Auswirkung.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Rund 80 % der Gemeindefläche bestehen aus Forst- und Landwirtschaftsflächen. Die Gebäude- und Freiflächen nehmen einen Anteil von rund 10 % ein. Die gesamte weitere Flächennutzung kann der folgenden Tabelle entnommen werden:[3]

Flächennutzung im Jahre 2006 Fläche in ha
Gebäude- und Freiflächen 415,01
Verkehrsflächen 321,40
Betriebsflächen 3,46
Forst- und Landwirtschaftsflächen 3.546,26
Wasserflächen 103,00
Erholungsflächen 39,74
Sonstige Flächen 58,34
Gesamtfläche 4.487,21

Klima[Bearbeiten]

Sande liegt in einer gemäßigten Klimazone, die dem direkten Einfluss der Nordsee untersteht. Nach der Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Gemeinde in der Einteilung Cfb. C steht für ein warm-gemäßigtes Klima, fb für ein feucht-gemäßigtes Klima mit Sommern, in denen die Tagestemperaturen tiefer sind und Wintern, in denen die Tagestemperaturen häufig höher sind als im weiteren Inland. Insgesamt wird das Klima von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Geschichte[Bearbeiten]

Ostfriesische Halbinsel um 1600 Sande, Gödens, Dijhusen und Marien Zijl sind bereits auf der Karte verzeichnet

Bis in das frühe Mittelalter wurde das Gebiet zwischen Geest und Küste, in dem heute unter anderem auch die Gemeinde angesiedelt ist, durch Übersandung in ein fruchtbares Marschland verwandelt. Bereits um 400 bis 800 n. Chr. gab es zahlreiche friesische Wurten und Warften, die zum Teil noch heute erhalten sind. Etwa ab 900 n. Chr. sicherten Dörfer und Einzelhöfe ihre Felder durch Ringdeiche vor Sturmfluten. Zusammenhängende Seedeiche wurden erst im 13. Jahrhundert angelegt. Zu der Zeit kam die Hochwassergefahr für Sande noch nicht von der Jade im Osten, sondern von der Maadebucht im Norden. Erst seit dem 14. Jahrhundert dehnte sich der Jadebusen massiv aus, so dass Sande und Gödens nach der Antoniflut 1511 eine Halbinsel, zunächst wohl sogar Insel, im Schwarzen Brack bildeten.

Die älteste Quelle für die Erwähnung von Sande stammt aus dem Jahr 1168. Die heute zu Sande gehörenden Ortsteile sind deutlich abweichenden Alters: Altgödens wird bereits um 785 erwähnt, während die Entstehung von Dykhausen im Jahr 1175 in etwa mit der von Sande fällt. Neustadtgödens wird erst nach dem Ende des Mittelalters um 1544 erwähnt, Mariensiel um 1570 und Cäciliengroden gar erst im Jahre 1938.[4] Im Mittelalter befand sich auf dem Gemeindegebiet das Kirchspiel Seediek, dass nach der Antoniflut im Jahre 1511 aufgegeben wurde.

Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert bestand im Westen des heutigen Gemeindegebietes die Herrlichkeit Gödens, die sich 1495 von der Herrschaft Jever abwandte und der Grafschaft Ostfriesland unterstellte, deren Geschichte sie bis zur Auflösung des Regierungsbezirks Aurich teilte.

Der Bau des Ems-Jade-Kanals und der Ausbau von Wilhelmshaven als kaiserlichem Marinestützpunkt brachte Ende des 19. Jahrhunderts auch für Sande einen wirtschaftlichen Aufschwung mit verbesserter Infrastruktur (z. B. Bahnanbindung). Als Kehrseite erhielt Sande während des Zweiten Weltkrieges am Bahnhof einen großen Bunker und vereinzelt Bombenschäden von alliierten Flugzeugen.

1933 war Sande in die neue Gemeinde Oestringen eingegliedert worden, erhielt aber 1948 seine kommunale Selbstständigkeit zurück. Durch die günstigen Verkehrsanbindungen siedelten sich in der Folgezeit einige Unternehmen an, später vor allem im neu geschaffenen Gewerbegebiet Bahnhofstraße/Weserstraße/Elektronikring.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde durch eine Verwaltungsreform die Gemeinde Gödens in die Gemeinde Sande eingegliedert.[5] Dadurch vergrößerte sich die Fläche um das Doppelte auf 45 km2.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerentwicklung[3] der Gemeinde Sande ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Jahr Einwohner
1819 812
1905 1.831
1940 4.588
1950 8.417
1960 6.899
1961 6.945
1970 7.611
1972 9.132
1996 8.984
2006 9.368
2008 9.311
2011 9.166

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Sande besteht aus 24 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 9.001 und 10.000 Einwohnern.[6] Die 24 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 30. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Stephan Eiklenborg.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[7]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
SPD 64,74 % 15 +9,58 % +2
CDU 19,48 % 5 −4,51 % −1
Bündnis 90/Die Grünen 11,75 % 3 +8,00 % +2
FDP 4,01 % 1 −8,21 % −2

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 52,65 %[7] etwas über dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[8] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 49,0 %.

In der konstituierenden Ratssitzung am 3. November 2011 wurde die SPD-Ratsfrau Ulrike Schlieper zur neuen Ratsvorsitzenden gewählt. Ihr Stellvertreter wurde Michael Ramke von der SPD. Als ehrenamtliche Bürgermeister wurden Michael Ramke und Monika Willenbücher-Orths (beide SPD) gewählt.[9]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Sande ist seit 2014 der parteilose Einzelbewerber Stephan Eiklenborg. Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 trat er gegen den bisherigen Amtsinhaber Josef Wesselmann an. Eiklenborg gewann die Wahl mit 57,41 % der Stimmen, sein Gegenkandidat Wesselmann erhielt 42,58 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,27 %. Eiklenborg trat sein Amt zum 1. November 2014 an.[10]

Vertreter in Land- und Bundestag[Bearbeiten]

Landtagsabgeordneter Olaf Lies

Bei den Wahlen zum Niedersächsischen Landtag gehört Sande zum Landtagswahlkreis 070 Friesland, der den gesamten Landkreis Friesland umfasst. Das Direktmandat wurde im Januar 2013 durch Olaf Lies von der SPD gewonnen. Am 19. Februar 2013 wurde Lies zum niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gewählt.[11] Die Wahlperiode endet 2018.

Bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag gehört Sande zum Bundestagswahlkreis 026 Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund. Er umfasst die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Stadt Wilhelmshaven.[12] Bei der Bundestagswahl 2013 wurde Karin Evers-Meyer von der SPD direkt gewählt. Ihr Gegenkandidat Hans-Werner Kammer von den Christdemokraten zog über die niedersächsische Landesliste der CDU in den Bundestag ein.[13]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Gemeinde

Das Wappen der Gemeinde Sande ist gespalten. Die rechte Seite des Wappens zeigt den Marienturm des ehemaligen Schlosses in Altmarienhausen, welches von dem Fräulein Maria von Jever auf dem Landgut Marienhausen errichtet wurde. Auf der linken Seite ist der jeverländische Löwe abgebildet, da Sande jahrhundertelang zur Herrschaft Jever gehörte. Die drei Wellensymbole sollen auf die Nähe zum Meer hindeuten.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sande unterhält seit dem 15. Juni 2007 eine Partnerschaft mit der vorpommerschen Stadt Ueckermünde.

Erste Kontakte zwischen den Gemeinden Ueckermünde und Sande entstanden bereits kurz nach der Wende durch Briefkontakte lokaler Sportvereine. Am 17./18. Januar 1990 waren der Bürgermeister Ueckermündes und der stellv. Vorsitzende des Sportvereins der Stadt Ueckermünde in Sande zu Besuch, bereits am 24./25. Januar 1990 erfolgte der erste Gegenbesuch durch eine Delegation eines Sander Sportvereins. Seither werden auf unterschiedlichen Ebenen intensive Kontakte gepflegt, die zu der offiziellen Erklärung der Partnerschaft mit Austausch von Urkunden im Jahr 2007 führten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marienturm von Sande
  • Das Sander Wahrzeichen: Der Marienturm des ehemaligen Schlosses (1568–1571)
  • St.-Magnus-Kirche zu Sande (14. Jahrhundert) – Die Kirche ist das älteste Gebäude in Sande.[14]
  • Küsteum – Küstenschutzausstellung in Sande-Altmarienhausen
  • Schloss Gödens (1517) – Ein Vorgängerbau des heutigen Schlosses brannte 1669 ab. Harro Burchard von Frydag ließ 1671 das Wasserschloss in seiner jetzigen Form errichten. 1746 kam Gödens durch Heirat in den Besitz der Familie von Wedel. Der Außenbau präsentiert sich im Stil der holländischen Renaissance. Sehenswert ist die deckenhohe malerische Ausschmückung des Prunksaals mit Darstellungen aus der griechischen Mythologie. Die bis heute bewohnte Burg ist nur bei Veranstaltungen teilweise zu besichtigen. Der Schlosspark ist dagegen frei zugänglich. Das Eingangstor zum Schlosspark weist einige Inschriften aus dem Jahr 1653 auf.[15]
  • Wasserschöpfmühle Wedelfeld (1844)
  • Museum im Landrichterhaus Neustadtgödens (16. Jahrhundert)
  • Ehemalige Synagoge in Neustadtgödens
  • Oberahmer Peldemühle in Neustadtgödens/Sanderahm (1764)
  • Skulpturenpfad Kunst am Deich am Seedeich zum Jadebusen zwischen Mariensiel bis Dangast (EXPO 2000-Projekt in Cäciliengroden)
  • Friesischer Heerweg – Er ist mit 400 km die längste durchgängig ausgeschilderte Radwanderroute Ostfrieslands

Sport[Bearbeiten]

Sande besitzt mit dem Gemeindesportbund Sande e.V. (GSB Sande) den einzigen Gemeinde-Sportbund in Niedersachsen. Er wurde 1969 als Zusammenschluss aller Sander Turn- und Sportvereine gegründet und dient als Interessenvertretung gegenüber Kommunen, Wirtschaft sowie dem Inhaber und Betreiber der Sporthalle „Klaus-Bünting-Halle“.

  • Klootschießer- und Boßelverein Cäciliengroden (KBV „Hart um Hart“)
  • Klootschießer- und Boßelverein Neustadtgödens (KBV „Fleu herut“)
  • Klootschießer- und Boßelverein Freesenspeel Sande (KBV Freesenspeel)
  • Klootschießer- und Boßelverein Dykhausen (KBV „Lütt End“)
  • Turn- und Sportverein Sande von 1863 (TuS Sande)
  • Turn- und Sportverein Cäciliengroden (TuS Cäci)
  • Squash-Club Sandhoppers
  • Kanu- und Segelverein Sande (KSV Sande)
  • Tennisverein Sanderbusch
  • Spielvereinigung Gödens (SV Gödens)
  • Schützenverein Sande
  • Schützenverein Gödens
  • FFC Sande 90 e. V. (Freizeitfußball)
  • FC Rot-Weiß Sande/Cäciliengroden
  • Kletterbunker „Monte Pinnow“ des Deutschen Alpenvereins, Sektion Wilhelmshaven
  • Freizeitanlage Sander See – Der Sander See ist im Zuge von Autobahnbauarbeiten entstanden.
  • Indoor-Soccer, Squash- und Tennishalle Sande
  • Paddel- und Pedalstation Sande – Hier kann man sich Kanus oder Fahrräder leihen. Die Abgabe ist in Friedeburg und Sande an der jeweiligen Station möglich.[16]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Aus dem Veranstaltungskalender der Gemeinde Sande sind die folgenden regelmäßigen Veranstaltungen mit großer regionaler Bekanntheit erwähnenswert:

  • Mai: Landpartie Schloss Gödens – Ausstellung im Country-Style auf dem Gelände des Wasserschlosses in Gödens
  • Juli: Sander Markt – Großes Volksfest in der Ortsmitte von Sande
  • August: Siedlerfest Cäciliengroden – Veranstaltung der Siedlergemeinschaften I. und II.
  • November: Warftenputz – anlässlich der Kontrolle der Gräben 1. Ordnung durch Wasser- und Bodenverband Weser-Ems
  • im Sommer: Norddeutsche Klettermeisterschaften – an der Bunkerruine am Bahnhof Sande (Deutscher Alpenverein)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverbindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sande verfügt über eine direkte Anbindung an die Bundesautobahn 29, die von Wilhelmshaven über Oldenburg zum Autobahndreieck Ahlhorner Heide führt. Von der Anschlussstelle Sande der A 29 führt die Bundesstraße 436 (kurz: B 436) über Friedeburg, Wiesmoor quer durch Ostfriesland und bis nach Weener nahe der niederländischen Grenze. Außerdem ist Sande über die K 294 an die Stadt Schortens und davon abzweigend über einen Zubringer an die nördlich von Sande verlaufende Bundesstraße 210 angebunden, die über Jever und Wittmund nach Aurich führt.

Bahnhof von Sande
Ems-Jade-Kanal in Sande
Gewerbegebiet am östlichen Ortsrand, mit Hallen der NE Sander Eisenbau
Rathaus von Sande

Schienenverbindungen[Bearbeiten]

Sande liegt an zwei Eisenbahnstrecken und bietet den Bahnhof „Sande“ sowie mitten im Ort den Haltepunkt „Sanderbusch“. Die erste Verbindung, die Bahnstrecke Wilhelmshaven–Oldenburg, (Kursbuchstrecke KBS 392), führt von Wilhelmshaven über Sande nach Oldenburg. Es bestehen von Oldenburg aus direkte Weiterfahrmöglichkeiten nach Cloppenburg und Osnabrück bzw. Bremen und Hannover. Von Oktober 2011 bis Januar 2013 wurde die Bahnstrecke Wilhelmshaven–Oldenburg zur Anbindung des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven zweigleisig ausgebaut.[17] Daher war die Strecke zwischen Sande und Rastede lange für den Personenverkehr gesperrt. Ersatzweise wurde auf der gesperrten Verbindung ein Schienenersatzverkehr mit Bussen betrieben.[18]

Eine zweite Verbindung, die Ostfriesische Küstenbahn, (Kursbuchstrecke KBS 393), verläuft von Wilhelmshaven zunächst über dieselbe Strecke bis zum Bahnhof „Sande“, zweigt hier dann ab und führt über den Haltepunkt „Sanderbusch“, weiter über Schortens, Jever und Wittmund nach Esens. Die NordWestBahn bedient im Auftrage der LNVG seit dem 5. November 2000 beide Verbindungen im Stundentakt mit modernen Dieseltriebwagen.

Über den einspurigen Eisenbahnstreckenabschnitt Sande–Sanderbusch wird auch der Güterverkehr zu den Wilhelmshavener Industriegebieten auf dem Voslapper und Rüstersieler Groden abgewickelt. Im Zusammenhang mit dem erfolgten Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven wird mit einer starken Zunahme des Verkehrsaufkommens gerechnet. Deshalb befindet sich zurzeit eine Bahnumgehung in Planung, die in nordöstlicher Richtung um Sande herumführen soll.[19][20] Dabei ist ungewiss, ob die bisherige Streckenführung Sande–Sanderbusch für den Personenverkehr bestehen bleibt.

Seit 2011 wird aus Anlass des Wochenendes an der Jade die Südstrecke der ehemaligen Vorortbahn Wilhelmshaven vom Bahnhof Sande zum Kulturzentrum Pumpwerk in Wilhelmshaven vom sogenannten „Sande-Express“ genutzt. Dabei handelt es sich um einen Shuttle Service mit einem Uerdinger Schienenbus der ehemaligen „Hümmlinger Kreisbahn“.

Wasserwege[Bearbeiten]

An Sande führt der Ems-Jade-Kanal vorbei, der die Ems bei Emden in Ostfriesland mit dem Jadebusen bei Wilhelmshaven verbindet. Er wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Aurich verwaltet. Der Ems-Jade-Kanal ist 72,3 km lang und passiert aufsteigend von der Ems in Emden die Orte Ihlow, Südbrookmerland und Aurich, um dann über Wiesmoor, Reepsholt, Sande nach Wilhelmshaven zum Jadebusen abzusteigen. Der Kanal hat sechs Schleusen und wird von 15 festen und 26 beweglichen Brücken gequert. Er ist nur für Schiffe bis zu 33 m Länge, 6,20 m Breite und 1,70 m Tiefgang befahrbar und wird deshalb seit einiger Zeit fast ausschließlich touristisch genutzt.

Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde liegt der Regionalflugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel, der vom Landkreis Friesland und der Stadt Wilhelmshaven gemeinsam betrieben wird. Der Flugplatz wird hauptsächlich für Sportflüge genutzt. Von dort gehen auf Anfrage auch Flüge zu den Nord- und Ostfriesischen Inseln aus.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Das überregional bekannteste Unternehmen in Sande ist der Elektronikversand Reichelt Elektronik. Das Versandhaus ist nach Conrad Electronic der zweitgrößte Privatkunden-Elektronik-Versender in Deutschland. Zudem sind in Sande die Gießerei „Sande Stahlguss GmbH“ und die „NE Sander Eisenbau GmbH“, eine Tochter der Ed. Züblin AG, ansässig. Auf dem Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel ist die zentrale Verkehrsleitung der WIKING Helikopter Service GmbH beheimatet. Die Firma führt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen den Seelotsenversetzdienst in der Deutschen Bucht durch. Zudem arbeitet Wiking mit dem Havariekommando zusammen.

Medien[Bearbeiten]

Die Wilhelmshavener Zeitung, das Jeversche Wochenblatt und die Nordwest-Zeitung berichten werktäglich über Themen aus Sande.

Im Dezember 2007 zog der Friesische Rundfunk nach Sande und war zunächst in den Gebäuden der ehemaligen Druckerei Klein ansässig.[21] 2010 zog der FRF ins ehemalige Bürgerhaus.[22]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Sande ist das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch beheimatet. Das Krankenhaus beschäftigt ca. 750 Mitarbeiter und besitzt als größter Arbeitgeber der Gemeinde eine große wirtschaftliche Bedeutung. Das Krankenhaus dient der Regelversorgung und verfügt über insgesamt 384 Betten. Der Landkreis Friesland ist Träger der Einrichtung.

Das Nordwest-Krankenhaus deckt die Fachbereiche Innere Medizin, Allgemeinchirurgie, Neurochirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Neurologie, Anästhesiologie und Intensivmedizin ab. Im Krankenhaus werden jährlich ca. 12.000 Patienten stationär und ca. 8.000 Patienten ambulant versorgt. Seit 1982 ist das Krankenhaus auch Standort des ADAC-Rettungshubschraubers „Christoph 26“. Derzeit ist eine BK 117 im Dienst. Der Rettungshubschrauber ist für die gesamten Weser-Ems-Region einschl. der ostfriesischen Inseln zuständig. Das Krankenhaus ist als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen angegliedert und dient der Ausbildung junger Studenten der Medizinischen Fakultät. Durch die Zusammenarbeit mit der Universität erhält das Krankenhaus einen direkten Zugang zu den neusten medizinischen Verfahren und Behandlungsmethoden.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde sind folgende Schulen vorhanden:

  • Grundschule Sande
  • Grundschule Neustadtgödens
  • Grundschule Cäciliengroden
  • Oberschule Sande

Das nächste allgemeinbildende Gymnasium im Landkreis Friesland ist das Mariengymnasium im rund zwölf Kilometer entfernten Jever mit einer Außenstelle in Schortens. Näher und besser erreichbar sind die Gymnasien in der benachbarten kreisfreien Stadt Wilhelmshaven, die aber wegen der unterschiedlichen Schulbezirke nicht von Sander Schülerinnen und Schülern besucht werden dürfen. Eine Ausnahme bildet die Cäcilienschule in Wilhelmshaven, da sich diese in kirchlicher Trägerschaft befindet. Die Fachgymnasien in Wilhelmshaven dürfen besucht werden, sofern es an den Berufsbildenden Schulen Jever kein vergleichbares Angebot gibt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Sande in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Egidius, Hans: Das schwarze Brack – eine Region behauptet sich gegen Naturgewalten – die geographische und historische Entwicklung des westlichen Jadebusens von Mariensiel bis Varel. CCV, Varel 1999, ISBN 3-934606-00-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sande (Friesland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Bürger-Informationsbroschüre der Gemeinde Sande, Seite 7 (PDF; 9,7 MB)
  3. a b Bürger-Informationsbroschüre der Gemeinde Sande, Seite 12 (PDF; 9,7 MB)
  4. Bürger-Informationsbroschüre der Gemeinde Sande, Seite 6 (PDF; 9,7 MB)
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 275.
  6. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2011
  7. a b Gemeinde Sande – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 4. November 2011
  8. Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt. In: ndr.de. 12. September 2011, archiviert vom Original am 25. August 2013, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  9. Neuer Rat in Sande nimmt Arbeit auf, abgerufen am 4. November 2011
  10. Sande: Stephan Eiklenborg gewinnt Bürgermeisterwahl, abgerufen am 22. Oktober 2014
  11. Olaf Lies: Über mich, abgerufen am 20. Juni 2013
  12. Wahlkreiseinteilung beim Bundeswahlleiter, abgerufen am 5. November 2011
  13. Jeversches Wochenblatt: Karin Evers-Meyer nicht zu schlagen, abgerufen am 23. September 2013
  14. http://kirche-sande.de/
  15. Schloss Gödens im Nordwestreisemagazin
  16. Paddel und Pedal Station Sande
  17. Zweigleisiger Ausbau zur Anbindung des Jade-Weser-Ports hat begonnen, abgerufen am 4. Dezember 2011
  18. Zugstrecke wegen Anbindung für Tiefwasserhafen bis Ende 2012 gesperrt, abgerufen am 4. Dezember 2011
  19. Planfeststellungsverfahren zur Bahnverlegung Sande, abgerufen am 19. Januar 2013
  20. Übersichtkarte der geplanten Bahnverlegung, abgerufen am 19. Januar 2013
  21. NWZ-Online über Umzug des friesischen Rundfunks, abgerufen am 6. Januar 2011
  22. NWZ-Online: Sender startet im Bürgerhaus, abgerufen am 6. Januar 2011