Sandkerwa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Straßenfest im Sand

Die Sandkerwa (hochsprachlich Sandkirchweih) ist das traditionelle Bamberger Volksfest, das jedes Jahr im August in der historischen Altstadt – genauer gesagt im Sand, also rund um die Sandstraße – stattfindet. Jährlich zieht es etwa 300.000 Besucher an fünf Tagen (Donnerstag bis Montag) an und gehört damit zu den größten Volksfesten Bayerns. Zum 60-jährigen Jubiläum im Jahr 2010 dauerte die Sandkerwa erstmals sieben Tage (vom 18. bis zum 24. August).

Geschichte[Bearbeiten]

Es handelt sich eigentlich um die Kirchweih-Feier der St.-Elisabeth-Kirche im Sand (also an der Sandstraße), die ursprünglich die Kapelle des ehemaligen ersten Bamberger Bürgerspitals war (heute Justizvollzugsanstalt). Die Einnahmen aus dem Verkauf von Festabzeichen und anderen Souvenirs kommen dem Bürgerverein IV. Distrikt zugute, der sich für die Sanierung des Viertels einsetzt. Der Bürgerverein ist Initiator und Organisator der Veranstaltung. Der Begriff Sandkerwa ist eine geschützte Wortmarke.[1]

Attraktionen[Bearbeiten]

Höhepunkt der Sandkerwa ist das historische Fischerstechen der Bamberger Schiffer- und Fischerzunft vor der Kulisse Klein-Venedigs, des ehemaligen Fischerviertels an der Regnitz. Das Stechen diente bereits seit dem 15. Jahrhundert der Belustigung des Fürstbischofs und der Bevölkerung. Den Abschluss bildet am Montag um 22 Uhr ein großes Feuerwerk. Der wichtigste Anziehungspunkt des Volksfestes sind allerdings die vielen Bierstände, die Bier aus Bamberg und seinem Umland ausschenken.

Kritik[Bearbeiten]

In den vergangenen Jahren haben Körperverletzungen und Sachbeschädigungen im Zusammenhang mit der Sandkerwa deutlich zugenommen. Den Veranstaltern und der Bamberger Polizei zufolge spielt übermäßiger Alkoholkonsum hierbei eine erhebliche Rolle. Als Reaktion auf das unkontrollierte Urinieren im Freien können mit der sogenannten Piss-nix-in-the-City-Karte öffentliche Toiletten zehnmal zum Preis von vier Euro aufgesucht werden.

Im Jahr 2012 gab es das erste Mal mobile Urinale, die zahlreich genutzt wurden.[2] Anwohnern und Geschäftsleuten zufolge konnte das wilde Urinieren aber bisher kaum eingeschränkt werden. Die Sicherheitsproblematik bei der Sandkerwa ähnelt der bei anderen Großveranstaltungen.[3][4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Registernummer: 30514678, Registernummer: 30316884 Wort-/Bildmarke, Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamt
  2. Interview mit Ulrike Heucken: Rückblick auf die Sandkerwa 2012 Bamigo Bamberg, 30. August 2012
  3. Fränkischer Tag, 19. Juni 2006
  4. Pressemitteilung Stadt Bamberg, 16. Juni 2008

Weblinks[Bearbeiten]

49.89277777777810.883055555556Koordinaten: 49° 53′ 34″ N, 10° 52′ 59″ O