Sandl

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sandl (Begriffsklärung) aufgeführt.
Sandl
Wappen von Sandl
Sandl (Österreich)
Sandl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 58,32 km²
Koordinaten: 48° 34′ N, 14° 39′ O48.56111111111114.644444444444927Koordinaten: 48° 33′ 40″ N, 14° 38′ 40″ O
Höhe: 927 m ü. A.
Einwohner: 1.422 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 24 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4251
Vorwahl: 07944
Gemeindekennziffer: 4 06 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Sandl 70
4251 Sandl
Website: www.sandl.at
Politik
Bürgermeister: Alois Pils (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
9
9
1
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Sandl im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Sandl im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
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Ortsansicht
Ortsansicht
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sandl ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1422 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Freistadt.

Geografie[Bearbeiten]

Sandl liegt auf 927 m Höhe im Freiwald. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km und von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 58,3 km². 40,3 km² sind bewaldet und 17 km² landwirtschaftlich genutzt.

Westlich von Sandl erhebt sich der Viehberg (1112 m), östlich der Hengstberg (993 m) und nordöstlich der Steinberg (1072 m), dessen Gipfel auf tschechischem Gebiet liegt. Im Ort entspringt die Maltsch.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Eben (56)
  • Größgstötten (93)
  • Gugu (31)
  • Hacklbrunn (35)
  • Hundsberg (48)
  • Königsau (71)
  • Neuhof (59)
  • Plochwald (3)
  • Pürstling (88)
  • Rindlberg (28)
  • Rothenbachl (47)
  • Sandl (628)
  • Schönberg (4)
  • Steinkreuz (35)
  • Steinwald (64)
  • Tafelberg (47)
  • Viehberg (86)
  • Weinviertl (29)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hacklbrunn, Königsau, Pürstling und Sandl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Windhaag Pohorská Ves (CZ) Bad Großpertholz (NÖ)
Grünbach Nachbargemeinden Liebenau
St. Oswald Weitersfelden

Geschichte[Bearbeiten]

Notgeld Sandl, 1920.

Die ersten Siedler Sandls kamen durch wilde Rodungen nachdem 1376 Herzog Albrecht III. bestätigte, dass der Freiwald zwischen Weitra und Freistadt ohne Zins zur Nutzung freigegeben wurde. Diese willkürlichen Inbesitznahmen und exzessiven Waldnutzungen endeten erst 1627, als Kaiser Ferdinand II. den Freiwald an Leonhard Helfried Graf Meggau verpfändete. Graf Meggau war damals Pfleger der Herrschaft Freistadt. Bereits vorher gab es immer wieder Beschwerden über die Rodungen, so ist ein Dokument aus dem Jahre 1617 überliefert, in dem sich die Stadt Freistadt beim Landeshauptmann beschwert.

Um 1603 wurde von 46 Häusern, 2 Glashütten und einem Maierhof der Zelkinger berichtet. Um 1615 wird der Ort "Sandl", bestehend aus 3 Häusern, zum ersten Mal in einem Protokoll erwähnt, jedoch wurde 1957 ein Rüstbaum mit der Jahreszahl 1508 im Haus Sandl Nr. 38 gefunden, womit der Ort Sandl über 100 Jahre vor der ersten Erwähnung existierte. 1700 zählte man bereits 22 Häuser in Sandl. 1739 wurde von Alois Thomas Raimund Reichsgraf von Harrach die Pfarre Sandl gegründet, 1742 war die Kirche samt Pfarrhof und Schule fertiggestellt.

In den Jahren 1717 bis 1754 bestand eine Glashütte am Hengstberg die dann in die Ortschaft Gugu verlegt wurde (dort bis 1770 in Betrieb). Der Ansiedlung von industriellem Gewerbe war kein Erfolg beschienen, somit blieb als Einnahmequelle der Flachsanbau, die Zwirnproduktion und ab 1770 die Hinterglasmalerei, die aus Buchers übernommen wurde. Sandl war ein bedeutendes Zentrum der Hinterglasmalerei, im Ort wurde dazu ein Museum eingerichtet.

Die Holzdrift auf der Aist ab dem Jahr 1801 brachte eine planmäßige Forstwirtschaft und den Zuzug von Arbeiterfamilien. Selbst nach Aufhebung der Grundherrschaft boten diese Wirtschaftsbetriebe eine gute Einnahmequelle und Arbeitsmöglichkeit für die Bevölkerung. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts machten wirtschaftlichen Umbrüche aus Sandl eine Pendlergemeinde.

Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Wie in ganz Österreich wurde auch in Sandl 1920 Notgeld eingeführt. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 lag Sandl in der sowjetischen Besatzungszone; nach 1955 erfolgte ein Aus- und Neubau der Infrastruktur. In der Ortschaft Steinwald betrieb die Kapsreiter-Gruppe aus Schärding einen Steinbruch.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.677   1951 1.633
1880 1.644   1961 1.768
1890 1.673   1971 1.730
1900 1.781   1981 1.650
1910 1.766   1991 1.558
1923 1.666   2001 1.531
1934 1.782   2008 1.467
1939 1.725

Entwicklung und Struktur[Bearbeiten]

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1677 Menschen. Bis 1900 wuchs die Bevölkerung auf 1781 Menschen an. Danach schwankte die Bevölkerungszahl bis 1961 auf hohem Niveau, und erreichte 1934 mit 1782 Einwohnern den höchsten Stand in der Geschichte. Seit 1961 schrumpft die Bevölkerung drastisch, was vermutlich auf die dezentrale Lage, das raue Klima und den Mangel an Arbeits- und Lehrstellen zurückzuführen ist. Somit verzeichnet die Gemeinde Sandl die negativste Bevölkerungsentwicklung des ganzen Bezirkes. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 20,8 %; 22,1 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 50,1 %.[3]

Von den 1192 Bewohnern Sandls, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 3,4 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 6,4 % hatten eine Matura absolviert, 43,7 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 46,6 % aller Sandler hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[4]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

Der deutsche Dialekt, der im Raum Sandl sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 98,5 % der Sandler gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,5 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,2 % tschechisch, die verbleibenden 0,8 % verteilten sich auf weitere Sprachen.

Der Anteil der Sandler mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 1,2 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,5 % der Sandler Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft der Türkei, 0,3 % eine aus Deutschland und 0,5 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 2,1 % der Sandler in einem anderen Land als in Österreich geboren.[3]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Seit dem Jahr 1945 erreichte die SPÖ oftmals die meisten Stimmen, zwischen 1967 und 1997 immer mit absoluter Mehrheit. Zweitstärkste Partei in diesen Jahren wurde immer die ÖVP. 2003 wurde die SPÖ mit 47,8 % stimmenstärkste Partei und regierte mit absoluter Mandats-Mehrheit.[5] 2009 wurde die SPÖ mit 44,9 % zwar knapp vor der ÖVP stimmenstärkste Partei, verlor aber die absolute Mehrheit.[6]

Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 95,1 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei / politische Gruppierung Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im Gemeinderat Verän-
derung
SPÖ 44,9 % -3,0 % 9 -1
ÖVP 44,1 % +2,4 % 9 +1
Initiative Sandl 2000 6,7 % +0,8 % 1 0
Bürgerliste Sandl 4,3 % -0,3 % 0 0

Bürgermeister der Gemeinde ist Alois Pils von der SPÖ. Er entschied 2009 eine knappe Stichwahl mit 552 zu 543 Stimmen gegen Bernhard Klein von der ÖVP für sich.[7] Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern.

Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusmäßig 2015 abgehalten.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Sandl

Das Wappen ist dreigeteilt mit der Grundfarbe Gold. Ein grüner Schräglinksbalken zeigt eine silberne Zugsäge mit goldenen Griffen, die die Forstwirtschaft in den ausgedehnten Forsten des Freiwaldes symbolisiert. Oben befindet sich eine Sandlbildrose mit schwarzem Stiel und schwarzen Blättern, dies ist der Hinweis auf die reichhaltige Kultur der Hinterglasmalerei. Unten wird ein blauer Schneekristall gezeigt, was auf die Rolle als Wintersportort im nordöstlichen Mühlviertel hinweist. Die Gemeindefarben sind Gelb-Rot-Gelb.

Die Verleihung des Gemeindewappens und die Genehmigung der Gemeindefarben erfolgte am 8. März 1976.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sandl
Hinterglasmalerei aus Sandl um 1840: Weihnachtsmarke der Deutschen Bundespost von 1981
  • Altes Forstamt, früher Schloss Sandl
  • Schloss Rosenhof, neues Schloss und Forstamt
  • Pfarrkirche Sandl mit barockem Hochaltar, zwei Seitenaltären, Marienaltar und neuer Pirchnerorgel
  • Hinterglasmuseum Sandl: Ca. 140 Originale zeigen die Entwicklung der Hinterglasmalerei in Sandl, einem der bedeutendsten Orte für diese Kunst

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Großer und Kleiner Rosenhoferteich: Der kleine Teich ist ein beliebter Badeort für die einheimische Bevölkerung, aber auch für Gäste. Außerdem sind die Teichanlagen wichtige Lebensräume für selten gewordene Pflanzen- und Tierarten.

Sport[Bearbeiten]

  • Skigebiet: Der Viehberg ist ein wichtiges Skigebiet im nordöstlichen Mühlviertel und durch die Pisten ideal für Anfänger.
  • Hallenbad

Verkehr[Bearbeiten]

Hochlandrinder an der Böhmerwaldstraße in Sandl

Die Böhmerwald Straße (B 38) führt durch den Gemeindeort.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In der Ortschaft Steinwald befindet sich ein Granit-Steinbruch, der bis 1984 von der Kapsreiter-Gruppe aus Schärding betrieben wurde.

Im Gemeindegebiet existieren drei Freiwillige Feuerwehren, in: Gugu-Schönberg, Pürstling und Sandl.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet befinden sich ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Hauptschule mit Sportklassen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Wolfgang Wöss: Leiter der Sternwarte Tafelberg, hat mit der NASA zusammengearbeitet (Voyager- und Apollo-Programm); zudem auch Beteiligung am Planetenwanderweg von Freistadt nach Sandl

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf; 35 kB)
  3. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf; 10 kB)
  4. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf; 10 kB)
  5. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Sandl (abgerufen am 27. Oktober 2008)
  6. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPErgebnisEingelangtNEU.jsp?BezirksListe=6&GemeindeListe=40616&cmdAktualisieren=&bezirkAlt=6&wahlKreisAlt=&wahlNameKurz=G09&gemeindeNummerLink=
  7. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPBuergermeisterStichwahl.jsp?BEZIRK_SELECTION=6&wahlNameKurz=B09&bezirk=&cmdAktualisieren=
  8. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Sandl (abgerufen am 27. Oktober 2008)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sandl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien