Sandra (Sängerin)

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Sandra bei einem Auftritt im Jahr 2007

Sandra Lauer (* 18. Mai 1962 in Saarbrücken; gebürtig Sandra Ann Lauer, später Sandra Cretu und Sandra Menges) ist eine deutsche Popsängerin, die vor allem zwischen Sommer 1985 und Herbst 1992 unter dem Prenonym Sandra große Erfolge feierte. Mit über 33 Millionen verkauften Platten weltweit ist sie eine der erfolgreichsten Musikkünstlerinnen Deutschlands.[1]

Biografie[Bearbeiten]

1974–1984: Anfangsphase[Bearbeiten]

Sandra wurde 1974 vom Musikproduzenten George Roman entdeckt, der mit ihr 1976 die Single Andy, mein Freund aufnahm und veröffentlichte. Bereits mit elf Jahren hatte sie 1973 an einem Talentwettbewerb teilgenommen.[2] Der Erfolg blieb jedoch zunächst aus und Sandra stieg im August 1978 beim Mädchen-Trio Arabesque als Lead-Sängerin ein.

Während Arabesque in Europa nur Achtungserfolge erzielte, erreichten sie in Japan große Popularität. Das Trio veröffentlichte in Japan 13 Alben und 30 Singles. Während dieser Zeit lernte Sandra den damaligen Studiomusiker und späteren Komponisten und Produzenten Michael Cretu kennen. Sie wurden zunächst geschäftlich und dann ab 1984 auch privat ein Paar.

1985–1992: Große Erfolge als Solokünstlerin[Bearbeiten]

Nach dem Ausstieg bei Arabesque nahm Sandra 1984 ihre zweite Solosingle auf: Japan ist weit, eine deutsche Version von Alphavilles Big In Japan; produziert von Michael Cretu.

Doch erst im Sommer 1985 gelang ihr mit dem Titel (I’ll Never Be) Maria Magdalena ein Hit. Diese Single, für die Hubert Kah den Refrain schrieb, wurde ein internationaler Erfolg.[3] Das Lied erreichte in Deutschland und 20 weiteren Ländern Platz 1 und kam in fünf weiteren Ländern in die Top Ten. Sandra war damit weltweit erfolgreich, in Schweden stellte die Single sogar einen neuen Verkaufsrekord auf.

Der im Herbst 1985 erschienene Nachfolgetitel In the Heat of the Night belegte beim Tokyo Song Contest 1986 den zweiten Platz und setzte auch den kommerziellen Erfolg in Europa, Asien und Südamerika fort. Meist geschrieben und produziert vom Gespann Michael Cretu/Hubert Kah, entwickelte sich Sandra zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen der 1980er-Jahre und landete allein in Deutschland acht Top-Ten-Hits.

Im Sommer 1986 folgte die zweite Langspielplatte Mirrors, aus der die Titel Innocent Love, Hi! Hi! Hi!, Loreen und Midnight Man als Singles veröffentlicht wurden.

Mit Ten on One - The Singles kam im Herbst 1987 ein erstes Best Of-Album von Sandra auf den Markt. Mit der daraus Anfang 1988 ausgekoppelten Single Stop for a Minute hatte sie einen Cameo-Auftritt in dem saarländischen Tatort: Salü Palu.

Im Spätsommer 1988 kam mit Into a Secret Land auch wieder ein neues Album von Sandra heraus. Die Singles Secret Land und We´ll Be Together erreichten die Top 10 der deutschen Charts.

Ebenfalls 1988 erhielt sie zusammen mit Kim Wilde eine Auszeichnung für die meisten in Europa von Frauen verkauften Platten. Auch bei den Lesern des größten deutschen Jugendmagazins Bravo war Sandra beliebt und erhielt bei den jährlichen Leserwahlen zwischen 1985 und 1993 insgesamt 9 Bravo Ottos, darunter fünfmal in Folge Gold (1988 bis 1992).[4]

Ab 1990 war sie als Sängerin an Cretus Projekt Enigma beteiligt. Die im gleichen Jahr erschienene Single Hiroshima ist ein Cover eines gleichnamigen Liedes der Band Wishful Thinking aus dem Jahre 1969 und zählt zu ihren erfolgreichsten und bekanntesten Titeln. Kurz darauf folgte das Album Paintings in Yellow.

Zum Weihnachtsgeschäft 1992 stand mit 18 Greatest Hits die zweite Kompilation in den Plattenläden. Damit sind von Sandra zwischen Ende 1985 und Herbst 1992 fünf Studio- sowie zwei Best Of-Alben veröffentlicht worden.

1993–2002: Nach den großen Erfolgen[Bearbeiten]

Nach 1992 gelang es jedoch nicht mehr, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Mit ihrer dritten Hitzusammenstellung My Favourites von Mitte 1999, das mit teilweise neu abgemischten Versionen ihrer Hits aufwartete, gelang ihr eine Top-20-Chartplatzierung.

Im Frühjahr 2002 gab es ein erneutes Comeback, als Sandra mit ihrem siebten Studioalbum The Wheel of Time erstmals nach sieben Jahren neues Material veröffentlichte und in Deutschland für eine Woche die Top 10 (Platz 8) erreichte. Nachdem sich im Oktober 2001 die erste Single Forever noch in den Top 50 der deutschen Single Charts platzieren konnte, blieben die Nachfolger Such a Shame und I Close My Eyes ohne nennenswerten Erfolg.

seit 2004: Rückkehr auf die Bühne und mit neuen Platten[Bearbeiten]

Nach mehreren Jahren Bühnenabstinenz gab Sandra, die in der ersten Phase ihrer Karriere mehr als 30 Millionen Tonträger verkauft hatte, am 2. Oktober 2004 im Rahmen einer 1980er-Revival-Veranstaltung ein Konzert in Dresden.

2006 hatte sie erneut mehrere Auftritte, neben Deutschland vermehrt in osteuropäischen Ländern, wo die Musik der 1980er-Jahre immer noch sehr erfolgreich ist. In den deutschen Charts platzierte sich Anfang 2006 das Duett mit DJ BoBo Secrets of Love, das sich fünf Wochen in den deutschen Top 20 hielt und bis auf Rang 13 kletterte.

Zur Promotion von neuem Material, das später erscheinen sollte, veröffentlichte man im September 2006 Reflections, ein Konzept-Album mit Neumischungen der größten Hits. Ein weiteres neues Album, The Art of Love (produziert von Jens Gad und Sandra selbst), erschien am 23. Februar 2007 und wurde ein weiterer Top-20-Charterfolg. Nach The Way I Am erschien als zweite Singleauskopplung aus The Art of Love der Song What Is it About Me, der als erster Song seit Won't Run Away (1995) keine Notierung in den deutschen Single-Charts erzielen konnte. Die geplante Veröffentlichung des von Sinéad O'Connor geschriebenen Titels Put Your Arms Around Me wurde verworfen.

2008 arbeitete Sandra neben weiteren Auftritten in Deutschland und Osteuropa an neuem Material, das am 27. März 2009 auf ihrem Album Back to Life veröffentlicht wurde. Als Singles aus dem Album erschienen In a Heartbeat und The Night Is Still Young, ein Duett mit Thomas Anders, das Platz 46 erreichte.

Ende 2009 erschien mit The Platinum Collection eine 3 CDs umfassende Sammlung von allen bis dato veröffentlichten Singles und Promo-Singles sowie einigen unveröffentlichten Albums-Tracks und seltenen Remixes ihrer größten Hits.

Am 27. April 2012 erschien aus der erfolgreichen So80's-Remix-Reihe (so eighties) von Blank & Jones eine Doppel-CD mit den Maxi-Versionen aller von Sandra in den 1980ern veröffentlichter Singles sowie B-Seiten und raren Remixen.

Im Zuge der So80's-Veröffentlichung erschien am 11. Mai 2012 eine neue von Blank & Jones produzierte und von Jens Gad geschriebene Single mit dem Titel Maybe Tonight. Auf der So80's-Kompilation erschien der Song jedoch nicht, sondern erst auf dem am 26. Oktober 2012 erschienenen Album Stay in Touch, das wiederum komplett von Blank & Jones produziert wurde. Auch die Texte wurden durchgehend von Jens Gad geschrieben. Bei dem Sound des neuen Albums besann sich Sandra auf ihre Wurzeln, den Sound der 1980er. So wurde u.a. ein Sample von ihrem größten Hit Maria Magdalena für den Albumtrack Kings & Queens verwendet.

Neben Sandra als Lead-Sängerin hörte man zum ersten Mal seit den 1980ern auch wieder Hubert Kah als ihren männlichen Gegenpart. Für die Auskopplung Infinite Kiss, die am 2. November 2012 veröffentlicht wurde, produzierte Sandra zum ersten Mal seit Secrets of Love ein offizielles Video. Stay in Touch erreichte Platz 20 in den deutschen Album-Charts und weiterhin gute Platzierungen in den Hitlisten der Schweiz, Frankreich, Polen, Belgien und der Tschechischen Republik.

Privatleben[Bearbeiten]

Am 7. Januar 1988 heiratete Sandra ihren Produzenten Michael Cretu. Nach der Veröffentlichung des Albums Fading Shades im Sommer 1995 zog sich Sandra ins Privatleben zurück und brachte Zwillinge zur Welt. Am 31. Oktober 2008 gab das Paar seine Trennung bekannt.

Im Frühjahr 2010 heiratete Sandra ihren Lebensgefährten Olaf Menges, den sie Ende 2007 auf Ibiza kennengelernt hatte.[5] 2014 kam es zur Trennung. Sandra lebt weiterhin auf Ibiza.

Diskografie[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Sandra/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierung[6]
DE AT CH
1985 The Long Play 12 18 4
1986 Mirrors 16 13
1988 Into a Secret Land 14 13 9
1990 Paintings in Yellow 4 14 8
1992 Close to Seven 7 26 13
1995 Fading Shades 42 37
2002 The Wheel of Time 8 63 68
2007 The Art of Love 16 88
2009 Back to Life 26 83
2012 Stay in Touch 20 51

Single-Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierung[6]
DE AT CH UK
1985 (I’ll Never Be) Maria Magdalena 1 1 1 87
In the Heat of the Night 2 6 2
1986 Little Girl 14 27 18
Innocent Love 11 13 14
Hi! Hi! Hi! 7 12 20
Loreen 23 29
1987 Midnight Man 24
Everlasting Love 5 6 5 45
1988 Stop for a Minute 9 14
Heaven Can Wait 12 4 16 97
Secret Land 7 17 9
We'll Be Together ('89er Remix) 9 16 22
1989 Around My Heart 11 23 19
1990 Hiroshima 4 4
(Life May Be) A Big Insanity 27
One More Night 31
1992 Don't Be Aggressive 17 30 24
I Need Love
Johnny Wanna Live 37
1993 Maria Magdalena ('93er Remix)
1995 Nights in White Satin 86
Won't Run Away
1999 Secret Land ('99er Remix) 69
2001 Forever 47
2002 Such a Shame 76
I Close My Eyes 93
2006 Secrets of Love (mit DJ BoBo) 13 39 5
2007 The Way I Am 50
What Is it About Me
2009 In a Heartbeat 59
The Night Is Still Young (mit Thomas Anders) 46
2012 Maybe Tonight 77
Infinite Kiss

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bravo Otto

  • 1985: „Silber“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1986: „Bronze“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1987: „Silber“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1988: „Gold“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1989: „Gold“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1990: „Gold“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1991: „Gold“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1992: „Gold“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1993: „Bronze“ in der Kategorie „Sängerin“

Echo

  • 1993: in der Kategorie „Künstlerin National“

Goldene Europa

  • 1986, 1992

Löwe von Radio Luxemburg

  • 1988: „Bronze“ (Everlasting Love)

RSH-Gold

  • 1989
  • 1991: in der Kategorie „Deutschproduktion Weiblich“

World Music Award

  • 1990: in der Kategorie „Best Selling German Artist“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sandra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. R.SH | Home | Musik | Künstler A-Z | Sandra. Rsh.de. Abgerufen am 12. Juni 2010.
  2. Was macht eigentlich... ...Sandra? Schweizer Illustrierte online. Aufgerufen am 9. April 2013
  3. Sandra bei Markus Lanz, ZDF, 3. Juli 2012
  4. http://www.schweizer-illustrierte.ch/stars/sandra-cretu-menges-80er-jahre-pop-ikone-maria-magdalena-hiroshima-hubert-kah-comeback
  5. http://www.schweizer-illustrierte.ch/stars/sandra-cretu-menges-80er-jahre-pop-ikone-maria-magdalena-hiroshima-hubert-kah-comeback
  6. a b Chartquellen: DE AT CH UK