Sandstedt

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53.3597222222228.52444444444442Koordinaten: 53° 21′ 35″ N, 8° 31′ 28″ O

Sandstedt
Wappen von Sandstedt
Höhe: 2 m
Fläche: 56,22 km²
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 27628
Vorwahl: 04296, 04702
Luftbild des Ortsteils Rechtenfleth (Mai 2012)
Neues Oberfeuer Sandstedt aus der Luft (Mai 2012)
St.-Johannis-Kirche in Sandstedt
Hermann-Allmers-Haus
Altes Oberfeuer (Luftbild 2012)
Schnellfähre Brake-Sandstedt
Sportboohafen im Ortsteil Rechtenfleth (Luftbild 2012)

Sandstedt (plattdeutsch Saans) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sandstedt liegt direkt an der Unterweser (Unterweser-km 43) gegenüber der Stadt Brake, etwa 37 km nördlich von Bremen und 20 km südlich von Bremerhaven. Die Ortschaft nimmt den zentralen Bereich der Marschregion Osterstade ein. Die Nordgrenze der Ortschaft wird vom kleinen Wiesenfluss Drepte gebildet, der bei Dreptersiel in die Weser mündet. Südlich von Sandstedt befindet sich die große Weserinsel Harriersand.

Geschichte[Bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Wurthfleth eingegliedert.[1]

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der neuen Gemeinde Hagen im Bremischen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat vor der Eingemeindung nach Hagen im Bremischen[Bearbeiten]

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Letzter Bürgermeister[Bearbeiten]

Werner Strauch (SPD)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Sandstedt zeigt vorne den Adler des Johannis, des Namenspatrons der Sandstedter Kirche, mit goldenem Heiligenschein und goldenen Greifen auf blauem Grund. Hinten ist ein grüner Lindenzweig mit elf Blättern auf silbernem Grund dargestellt, der dem Wappen der Familie von Witmar entnommen ist, sowie eine blaue Wellenlinie, die die Weser repräsentiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In jedem Jahr findet am Himmelfahrtstag in Sandstedt das Hafenfest statt. Die Ortschaft Rechtenfleth feiert jährlich am 1. Mai unter dem Motto "Maibaum Spezial" ein großes Maibaumfest. In der Nachbarortschaft Aschwarden zum Ortsteil Wurthfleth wird jährlich am 1. Mai das Mühlenfest gefeiert. Der Ortsteil Offenwarden hat am ersten Wochenende im August ein Schützenfest zu bieten. Ein fester Bestandteil, seit 10 Jahren jeweils am Pfingstwochenende, ist das Agilityturnier der Weser-Ems Hoppers[4]. Es zählt mittlerweile zum größten Hundesportturnier dieser Art im gesamten Bundesgebiet.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die St.-Johannis-Kirche in Sandstedt wurde 1420 errichtet und erhielt ihre heutige Gestalt Anfang des 19. Jahrhunderts. Die charakteristische Drehung der Turmspitze beruht auf einem Konstruktionsfehler.[5]
  • Hermann-Allmers-Heim in Rechtenfleth[6]
  • Historisches Oberfeuer Sandstedt: Es wurde während einer von 1896 und 1898 durchgeführten Neubefeuerung der Weser errichtet. Dabei wurden zahlreiche weitgehend standardisierte Leuchttürme zwischen Bremen und Bremerhaven aufgestellt. Anlass hierfür war eine Korrektur der Weserverlaufs während der Jahre 1887 bis 1895. Sie hat es auch größeren Schiffen wieder möglich gemacht, Bremen anzulaufen.[7] Eine weitere Korrektur der Linienführung des Weserfahrwassers wurde von 1973 bis 1979 durchgeführt und machte es erforderlich, dass das Feuer 1981 durch einen neuen Feuerträger ersetzt wurde. Nach einer Sanierung des Bauwerks ging das historische, heute denkmalgeschützte Oberfeuer am Fährzubringer (Schnellfähre Brake–Sandstedt[8]) in den Besitz der Gemeinde Sandstedt (heute Gemeinde Hagen im Bremischen) über.
  • Der denkmalgeschützte Gartenfriedhof in Rechtenfleth mit dem Mausoleum des Dichters Johann Hermann Joppert (* 1828; † 1878) in Form einer neugotischen Kapelle und vier weiteren großen Familiengruften, darunter die von Hermann Allmers.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Ortschaft ist vorwiegend geprägt durch die Landwirtschaft (überwiegend Milchviehwirtschaft) sowie zunehmend durch den Tourismus. In Sandstedt und Rechtenfleth finden sich zwei gemeindeeigene Campingplätze und in Sandstedt ein Wohnmobil-Stellplatz mit Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Ferienwohnungen sind vereinzelt zu finden. Der Tagestourismus geht zumeist von den Räumen Bremerhaven und Bremen sowie der anderen Weserseite (Landkreis Wesermarsch/Raum Oldenburg) aus.

Der Gemeinderat Sandstedt hatte 2008 beschlossen, dass sich auf Sandstedter Gebiet an der Abfahrt der A27 die Firma Dekonta eine Wäscherei ansiedeln kann, die auch Wäsche aus einer kerntechnischen Anlage behandelt.[9] Dagegen hat sich eine Bürgerinitiative gebildet. [10] 2008 hat die Firma der Kommune mitgeteilt, dass sie auf den Bau der Wäscherei verzichtet.[11]

Ansässige Unternehmen

An der Autobahnabfahrt Sandstedt der A27 betreibt die Firma Grube Land- und Umwelttechnik ein Kompostwerk.

Medien

Über die Ortschaft Sandstedt berichten die Nordsee-Zeitung mit einer achtseitigen Ausgabe für den Landkreis Cuxhaven (früher Regionalbeilage „Cuxhavener Kreisanzeiger“) sowie der Weser-Kurier mit der Regionalbeilage „Osterholzer Kreisblatt“ und die Bremer Nachrichten mit der Regionalbeilage „Die Norddeutsche“. In der Gemeinde Hagen im Bremischen erscheint vierteljährlich die Heimatzeitung „Unter der Staleke“.

Verkehr[Bearbeiten]

Sandstedt hat über die Anschlussstelle Hagen direkten Zugang zur A 27 Bremen - Bremerhaven. Die Schnellfähre Brake–Sandstedt verbindet den Ort mit dem anderen Ufer der Weser. Man hat von dort Zugang zu Brake (Unterweser) und weiter nach Oldenburg. Im Norden befindet sich der Wesertunnel mit Zugang nach Nordenham.

Sandstedt liegt im Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN). Die Buslinie 570 stellt werktags eine Verbindung zum Bremerhavener Hauptbahnhof her.

Der nächste Bahnhof ist Brake (Unterweser) an der Bahnstrecke Hude–Blexen, auf der anderen Seite der Weser gelegen. In Sandstedt befindet sich ein Sportboothafen. Von 1911 bis 1964 war der Ort an die Kleinbahnstrecke der Niederweserbahn angeschlossen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Allgemein

In Sandstedt befindet sich ein Gemeindebüro.

Bildung, Soziales

Im Ortsteil Wersabe gab es eine kleine Grundschule, die eine erste und eine zweite Klasse beherbergte. Sie wurde 2008 geschlossen. Heute beherbergt das ehemalige Schulgebäude die Kindertagesstätte Wersabe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Heimatdichter Hermann Allmers lebte im Ort Rechtenfleth, wo heute das Hermann-Allmers-Heim unter Denkmalschutz steht.

Sagen und Legenden[Bearbeiten]

  • Der Heuersche Kolk[12]
  • Das Spukhaus im Forkenmoor[12]
  • Die Gründung der Kirche zu Wersabe[12]
  • Die Räuberbande im Wersabeer Moor[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sandstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  2. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven vom 19. Juni 2013, In: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 10/2013 vom 25. Juni 2013, S. 162
  3. LSKN-Online
  4. Internetseite der Weser-Ems Hoppers
  5. Internetseite der Sandstedter Kirche
  6. Internetseite der Hermann-Allmers-Gesellschaft
  7. Porträt des Oberfeuers Sandstedt
  8. Internetseite der Schnellfähre Brake-Sandstedt
  9. Nordsee-Zeitung und Osterholzer Kreisblatt.
  10. Internetrepräsentanz der Bürgerinitiative GEDA
  11. Nordsee-Zeitung (Bremerhaven) und Weser-Kurier/Osterholzer Kreisblatt vom 24. Juni 2008.
  12. a b c d „Hake Betken siene Duven“ Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung ISBN 3-931771-16-4 von den Männern vom Morgenstern