Sandvulkan

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Versteinerter Sandvulkan, County Clare, Irland

Ein Sandvulkan ist ein Sandkegel, der infolge von Verflüssigung wassergesättigter Sande im Untergrund und ihren nachfolgenden Ausstoß entlang eines zentralen Kanals an die Erdoberfläche entsteht. Dort bildet sich ein kegelförmiger Hügel, dessen Hänge eine Neigung aufweisen, die dem Winkel der inneren Reibung entsprechen. Dieser Kegel ähnelt einem kleinen Vulkankegel mit einem Krater an der Spitze, er kann Größen von einigen Millimetern bis zu mehreren Metern aufweisen.

Die Entstehung eines Sandvulkans ist oft verbunden mit der Verflüssigung wassergesättigter Sande bei einem Erdbeben. Sandvulkane ließen sich zum Beispiel bei den Erdbeben von New Madrid in den Jahren 1811 und 1812 beobachten, teilweise auch zu linienhaftem Ausstoß von Sand verschmelzend.[1]

Sandvulkane lassen sich aufgrund ihres Aufstiegskanals und dem entstandenen Sandkegel gut in geologischen Aufschlüssen nachweisen. In den letzten Jahren wurde intensive Forschung solcher Verflüssigungsstrukturen betrieben, um die Geschichte früherer Erdbeben zu rekonstruieren.[2]

Die ähnlich aussehenden Schlammvulkane werden durch andere Prozesse verursacht, sie stehen in Verbindung mit dem Aufstieg warmer oder heißer Wässer oder Gase.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bilder des New Madrid-Erdbebens 1811-1812 (en.)
  2. Coastal North and South Carolina - Areas of Quaternary and historic liquefaction (en.)