Sankelmark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

54.7188888888899.425277777777836Koordinaten: 54° 43′ 8″ N, 9° 25′ 31″ O

Sankelmark
Gemeinde Oeversee
Höhe: 36 m
Fläche: 20,82 km²
Einwohner: 1383 (30. Sep. 2007)
Eingemeindung: 1. März 2008
Postleitzahl: 24988
Vorwahlen: 04602, 04630
Sankelmark (Schleswig-Holstein)
Sankelmark

Lage von Sankelmark in Schleswig-Holstein

Sankelmark ist ein Ortsteil der Gemeinde Oeversee und liegt bei Flensburg am Sankelmarker See im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Augaard, Barderup, Bilschau, Juhlschau und Munkwolstrup liegen im Ortsgebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Dänisch-Österreichischen Krieg gab es eine Schlacht im Gemeindegebiet, da sich die Dänen auf den See zurückgezogen hatten und von dort aus nicht weiterkamen.

Am 24. März 1974 wurde die selbständige Gemeinde Sankelmark durch den Zusammenschluss der bis dahin existierenden Gemeinden Barderup und Munkwolstrup gebildet.[1]

Am 1. März 2008 fusionierte sie mit der Nachbargemeinde Oeversee.[2] Als Name der neugebildeten Gemeinde ist Oeversee vereinbart worden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaftsstruktur des Ortsteiles ist nicht homogen. Während sie in großen Teilen landwirtschaftlich geprägt ist, befinden sich in Barderup und Munkwolstrup Wohngebiete.

Ortsteile[Bearbeiten]

Augaard[Bearbeiten]

Augaard (dänisch: Ågård) wurde 1337 erstmals erwähnt. Der Ortsname bedeutet Ort oder Hof am Fluss. In Augaard wurde 1863 die erste dänische Folkehøjskole in Südschleswig (Aagaard Højskole) errichtet. Die Hochschule musste aber bereits 1889 wieder schließen, da die preußischen Behörden den Unterricht in dänischer Sprache untersagten.

Barderup[Bearbeiten]

Barderup ist eine Aussiedlung aus Oeversee und wurde 1472 erstmals erwähnt. Der Ortsname bedeutet Aussiedlung der Sänger.

Munkwolstrup[Bearbeiten]

Besondere Bedeutung genießt Munkwolstrup (Munkvolstrup) durch sein Großsteingrab, das eines der größten archäologischen Denkmäler Europas ist. Die jungsteinzeitlichen Megalithanlagen datieren auf ca. 3.500 - 2.800 v. Chr.

Nachdem sie bis ins 19. Jahrhundert als Steinbrüche genutzt und größtenteils zerstört wurden, wurde die Rekonstruktion der bis zu 75 Meter langen Anlagen im Jahre 2003 erfolgreich abgeschlossen. Dazu wurden auch 160 bis zu 3 Tonnen schwere Findlinge aus einer nahe gelegenen Kiesgrube verwendet.

Heute stehen sie unter Denkmalschutz. Der Arnkielpark, in dem sieben Grabanlagen (sechs sogenannte Langbetten und ein Grab im Rundhügel) zu besichtigen sind, ist während der Ausgrabungen entstanden.

Munkwolstrup wurde 1352 erstmals urkundlich erwähnt.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der ehemaligen Gemeinde Sankelmark

Blasonierung: „Über blauem, mit zwei goldenen Wellenfäden belegten Wellenschildfuß von Blau und Gold schräglinks geteilt, oben eine goldene Pflugschar, unten ein blaues aus vier Tragsteinen und zwei Deckplatten bestehendes Steingrab.“[3]

Akademiezentrum Sankelmark[Bearbeiten]

Hauptartikel: Akademiezentrum Sankelmark

Akademie Sankelmark[Bearbeiten]

Die Akademie Sankelmark ist eine Erwachsenenbildungseinrichtung, die Seminare und Tagungen zu politischen und kulturellen Themen der Region Sønderjylland/Schleswig, des Landes Schleswig-Holstein und der Bundesrepublik Deutschland anbietet. Dabei geht es vornehmlich um

  • politische Bildung, die Ausgestaltung demokratischen Zusammenlebens,
  • Geschichte, Kultur und Religion, Literatur und bildende Kunst und damit um die ethischen Grundlagen unserer Gesellschaft.

Die Akademie Sankelmark wurde im Jahr 1952 eröffnet, um als Ort „freier geistiger, politischer und kultureller Auseinandersetzung […] Brücke [zu] sein zu einer echten Verständigung der Völker". So der Wortlaut in der Gründungsurkunde. Träger der Akademie ist der gemeinnützige Deutsche Grenzverein e. V., deren Mitglieder aus den Kreisen und Gemeinden des Landesteils Schleswig stammen. Die Idee einer solchen „Grenzakademie“ stammte bereits aus den 1930er Jahren, wurde jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg verwirklicht. Die Initiative zum Bau ging von dem damaligen Landrat und späteren Ministerpräsidenten Friedrich Wilhelm Lübke aus, der zugleich auch Vorsitzender des Deutschen Grenzvereins war, dem Bauherrn und Eigentümer der Akademie.

Europäische Akademie Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Die Europäische Akademie Schleswig-Holstein bietet Seminare und Tagungen zu politischen und kulturellen Themen Europas mit dem besonderen Akzent auf dem Ostseeraum an. Die Arbeit ruht auf zwei Säulen:

  • Die Europa-Akademie konzentriert sich vornehmlich die Europäischen Institutionen und Politik, Kultur und Alltagsleben unserer europäischen Nachbarstaaten.
  • Die Europäische Akademie für Angelegenheiten der Minderheiten informiert über Minderheitenprobleme und Lösungsansätze für diese Probleme.

Die Europäische Akademie Schleswig-Holstein wurde 1978 gegründet. Sie wechselte ihren Standort im Jahr 1999 aus der damaligen Heimvolkshochschule in Leck nach Sankelmark. Träger der Akademie ist der gemeinnützige Verein Europäische Akademie Schleswig-Holstein e. V. Seine Mitglieder sind Institutionen aus Deutschland, Dänemark und Belgien.

Academia Baltica[Bearbeiten]

Aufgaben und Ziele der 2001 in Lübeck gegründeten Academia Baltica sind die Verständigung mit den östlichen Nachbarn Deutschlands, die Förderung partnerschaftlicher Zusammenarbeit im Ostseeraum und in Ostmitteleuropa sowie die Vermittlung europäischer Geschichte und Kultur. Die Themen der Akademiearbeit reichen von Politik und Wirtschaft, Literatur und Kunst über bi- und multinationale Colloquia zur jüngeren und jüngsten Geschichte bis hin zur internationalen Medienkooperation im Ostseeraum. Tagungsberichte und Monographien werden in der Schriftenreihe „Colloquia Baltica“ publiziert. Träger der Akademie ist der gemeinnützige Verein Academia Baltica e.V. mit Sitz in Lübeck. 2011 hat die Academia Baltica ihre Geschäftsstelle nach Sankelmark verlegt.

Die Veranstaltungen der drei Akademien sind für alle Interessierten offen und finden im Akademiezentrum Sankelmark statt. Seit 1952 haben rund 500.000 Gäste an Veranstaltungen der beiden Akademien in Sankelmark teilgenommen.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. "Das Flaggschiff der Grenzregion. 60 Jahre Akademie Sankelmark". In: Flensburger Tageblatt, 21. Juni 2012.

Weblinks[Bearbeiten]