Sankt-Jakobs-Kirche (Sandomierz)

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Stadtansicht von 1617 mit der Kirche (2)

Die römisch-katholische Sankt-Jakobs-Kirche befindet sich in der Staromiejska-Straße in Sandomierz in Polen.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit 1226 bestand eine Niederlassung des Dominikanerordens vor der Stadt, die zunächst eine dem Heiligen Paul geweihte Kirche, die von einem Iwo Odrowąż gestiftet wurde, errichteten und durch ein eigenes Kloster erweiterten. Die Bauarbeiten dauerten bis um 1250 an und kamen wahrscheinlich beim ersten Mongolensturm im Jahre 1241 zeitweise zum Erliegen. Eine Besonderheit ist das an der Nordseite befindliche spätromanische Portal.[1]

Die Kirche wurde als dreischiffige Basilika aus Ziegelsteinmauerwerk erbaut, eine architektonische Besonderheit, denn das Stadtgebiet verfügt über geeignetes Naturstein-Baumaterial. Sie gilt als erstes Kirchenbauwerk im Königreich Polen, welches vollständig aus Ziegelsteinmauerwerk errichtet wurde, bauhistorisch wird die Gestaltung des Nordportals mit lombardischen Kirchen in Beziehung gesetzt. Einige Mauerwerkspartien wurden mit Mustern aus verzierten Ziegelsteinen gestaltet (Flechtband- und Zick-Zack-Muster).[2] Den Bauprinzipien des Dominikanerordens folgend besaß das Kirchengebäude keinen integrierten Glockenturm, nur einen Dachreiter mit Glöckchen. Erst mit zeitlichem Abstand im Jahre 1314 wurde noch ein Glockenturm als Campanile in geringer Entfernung zur Kirche errichtet.[3]

Nach örtlicher Überlieferung fand der Abt des Klosters, der Selige Sadok und 60 weitere Mönche und Besucher des Gottesdienstes aus der Stadt den Märtyrertod, als das Stadtgebiet 1260 durch einen Überfall der Tataren verwüstet und geplündert wurde. Den Opfern wurde im Klostergelände eine Gedächtniskapelle errichtet und zugleich die Grundlage für eine Wallfahrt geschaffen.

Das Innere der heutigen Kirche schmücken neben den erhaltenen architektonischen Bauteilen (Netzrippengewölbe) und den hölzernen Einbauten auch wertvolle Glasfenster, sie stammen aus den Jahren 1910 bis 1918 und wurden nach dem Entwurf von Karol Frycz angefertigt.[1]

Pilgerwege[Bearbeiten]

An der Kirche beginnt der Kleinpolnische Abschnitt des Jakobsweges, auch führt seit 2010 die Via Jagiellonica an der Kirche vorbei.

Impressionen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt-Jakobs-Kirche in Sandomierz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSehenswürdigkeiten. In: Internetportal der Stadt Sondomierz. Abgerufen am 1. September 2010.
  2.  Thomasz Torbus: Polen. In: DuMont Kunstreiseführer. DuMont Reiseverlag, Köln 2002, ISBN 3-7701-5287-5, Kleinpolen/Sandomierz, S. 220.
  3.  Yves Christe, Hanna Losowska, et al: Christentum - Formen und Stil. Benedikt Taschen Verlag, Köln 1982, ISBN 3-8228-8967-9, S. 503.

50.67794444444421.740472222222Koordinaten: 50° 40′ 41″ N, 21° 44′ 26″ O