St. Andrä-Wördern

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St. Andrä-Wördern
Wappen von St. Andrä-Wördern
St. Andrä-Wördern (Österreich)
St. Andrä-Wördern
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Tulln
Kfz-Kennzeichen: TU
Hauptort: Wördern
Fläche: 39,31 km²
Koordinaten: 48° 20′ N, 16° 13′ O48.32777777777816.209444444444177Koordinaten: 48° 19′ 40″ N, 16° 12′ 34″ O
Höhe: 177 m ü. A.
Einwohner: 7.673 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 195 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3423
Vorwahl: 02242
Gemeindekennziffer: 3 21 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Altgasse 30
3423 St. Andrä-Wördern
Website: www.staw.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Stachelberger (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(29 Mitglieder)
14
10
3
2
14 10 
Von 29 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern im Bezirk Tulln
Absdorf Atzenbrugg Fels am Wagram Grafenwörth Großriedenthal Großweikersdorf Judenau-Baumgarten Kirchberg am Wagram Königsbrunn am Wagram Königstetten Langenrohr Michelhausen Muckendorf-Wipfing Sieghartskirchen Sitzenberg-Reidling St. Andrä-Wördern Tulbing Tulln an der Donau Würmla Zeiselmauer-Wolfpassing Zwentendorf an der Donau NiederösterreichLage der Gemeinde St. Andrä-Wördern im Bezirk Tulln (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

St. Andrä-Wördern[1] (auch Sankt Andrä-Wördern) ist eine Marktgemeinde mit 7673 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Tulln in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Sankt Andrä-Wördern liegt am Südostrand des Tullnerfelds in den Ausläufern des Wienerwalds in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 39,37 Quadratkilometer. 56,08 Prozent der Fläche sind bewaldet. Ein Teil des Gemeindegebietes ist als Naturpark Eichenhain unter Schutz gestellt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[2]):

  • Altenberg (832)
  • Greifenstein (265)
  • Hadersfeld (227)
  • Hintersdorf (657)
  • Kirchbach (506)
  • St. Andrä vor dem Hagenthale (1658)
  • Wördern (3407)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenberg, Greifenstein, Hadersfeld, Hintersdorf, Kirchbach, St. Andrä und Wördern.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 1. Jahrhundert n. Chr. hatten die Römer hier ein Kastell. Nach deren Rückzug lag das Gebiet der heutigen Großgemeinde im Grenzbereich der awarischen und bayerischen Herrschaft. Nach der endgültigen Eroberung des Awarenreiches durch den fränkischen Kaiser Karl den Großen im Jahr 803 setzte die Besiedlung der Ortschaft Kirchbach ein. Der entstehende Ort befand sich nun auf dem Gebiet des Baierischen Ostlandes.[3] Ende des 8. Jahrhunderts errichteten die Franken ein „Kirchlein am Bach“. Urkundlich scheint St. Andrä um 1140 in einer Schenkungsurkunde an das Stift Klosterneuburg auf. Von 1185 bis 1803 war St. Andrä im Besitz des Bistum Passau. Beim Türkeneinfall 1683 wurde der Ort geplündert und verwüstet.[4][5][6]

1972 wurden die Gemeinden St. Andrä vor dem Hagenthale, Wördern, Greifenstein, Hintersdorf und Kirchbach zusammengelegt und der neue Name der Gemeinde mit St. Andrä-Wördern festgelegt.[7]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Alfred Stachelberger (SPÖ), Amtsleiter Peter Ohnewas.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 29 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 folgende Mandatsverteilung:

Andere Parteien verfügen über keine Sitze in der Gemeindevertretung.

Seit 14. September 1990 ist Greifenstein in Hessen, Deutschland, die Partnergemeinde von St. Andrä-Wördern.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 6436 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 5404 Einwohner, 1981 4750 und im Jahr 1971 4675 Einwohner.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in St. Andrä-Wördern
Altenberg
Greifenstein
Hauptartikel: Greifenstein
Hadersfeld
  • Schloss Hadersfeld; um 1500 errichtet und von 1803 bis 1806 unter Johann Fürst Liechtenstein zu einem Jagdschloss umgebaut und erweitert.[9]
  • Obelisk; im ehemaligen Landschaftsgarten des Fürsten Liechtenstein. Ursprünglich war dies die Stätte früherer Leuchtfeuer, die vor einfallenden Türken warnen sollten.
Hintersdorf
Hintersdorf
  • Schloss Hintersdorf: Die erste Erwähnung erfolgte 1304 in einer Passauer Urkunde. 1783 erwarb Pater Jacob Geyer, Pfarrer in St. Andrä, den Besitz für seine drei Neffen. Er musste bei der Versteigerung 24.000 Gulden bieten. Er baute das Schloss aus und die Kapelle an. Das kleine Schloss besaß acht Zimmer, Turm und Kapelle.
St. Andrä vor dem Hagenthale
Wördern

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Es gab 293 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten im Jahr 2001, 51 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999. Nach der Volkszählung 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen im Wohnort 2985. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,91 Prozent.

Nördlich der Katastralgemeinde Greifenstein befindet sich das Donaukraftwerk Greifenstein

1951 bis 1958 war die Gemeinde Industriestandort des Stahlwerks von Johann Haselgruber.

2012 ergab eine Verkehrszählung der Niederösterreichischen Landesregierung, dass täglich 12.400 Fahrzeuge durch den Kreisverkehr in St.Andrä-Wördern fahren. Er ist der mit Abstand verkehrsreichste Punkt im süd-östlichen Tullnerfeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Friedrich Ferdinand von Beust (1809–1886), Ministerpräsident, starb auf Schloss Altenberg
  • Leopold Bieder (1921–1987), Politiker
  • Adolf Lorenz (1854–1946), Orthopäde
  • Konrad Lorenz (1903–1989), Verhaltensforscher und Nobelpreisträger, begraben auf dem Ortsfriedhof in St. Andrä in der Familiengruft
  • Barbara Pflaum (1912–2002), Fotografin, verbrachte hier im Elternhaus ihre Kindheit
  • Kurt Waldheim (1918–2007), Bundespräsident und UNO-Generalsekretär
  • Der Schriftsteller Peter Altenberg wählte sein Pseudonym nach seiner Jugendliebe Berta Lecher, gerufen „Peter“, die in Altenberg an der Donau wohnte [10].

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad Lidmansky, Werner Olbrich: Hadersfeld. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Marktgemeinde St. Andrä-Wördern, St. Andrä-Wördern 2005.
  • Adalbert Oberleitner: St. Andrä-Wördern und Umgebung im Wandel der Zeiten. Marktgemeinde St. Andrä-Wördern, St. Andrä-Wördern 1986.
  • Karl Schnürl: St. Andrä-Wördern. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2006, ISBN 3-7001-3067-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St. Andrä-Wördern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die amtliche Schreibweise ist festgelegt bzw. dargestellt im Gesetz über die Gliederung des Landes Niederösterreich in Gemeinden LGBl.Nr.1030–94 vom 9. Dezember 2011 und auf Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde
  2. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  3. Hans Krawarik: Siedlungsgeschichte Österreichs: Siedlungsanfänge, Siedlungstypen, Siedlungsgenese, Verlag Lit, 2006, S. 126f
  4. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 2. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 1898f, ISBN 3-85028-365-8
  5. Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens, Band 1, Seite 18; Wien 1835
  6. Marktgemeinde St. Andrä-Wördern; abgerufen am 3. Juni 2010
  7. Statistik Austria: Auflösungen bzw. Vereinigungen von Gemeinden ab 1945 (LGBL. NÖ. Nr. 264/1971); abgerufen am 14. Dez. 2012
  8. Genau Daten findet man unter statistik.at
  9. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 1. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 661, ISBN 3-85028-364-X
  10. Wiener Tourist-Guide, abgerufen am 4.November 2011