Sankt Augustin

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt. Zu anderen Bedeutungen dieser Bezeichnung siehe St. Augustin.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sankt Augustin
Sankt Augustin
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sankt Augustin hervorgehoben
50.777.186666666666765Koordinaten: 50° 46′ N, 7° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 34,22 km²
Einwohner: 54.109 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1581 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53757
Vorwahl: 02241
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 056
Stadtgliederung: 8 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
53757 Sankt Augustin
Webpräsenz: www.sankt-augustin.de
Bürgermeister: Klaus Schumacher (CDU)
Lage der Stadt Sankt Augustin im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild

Sankt Augustin ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie entstand bei der nordrhein-westfälischen Gebietsreform 1969 und liegt im Verdichtungsraum Bonn. Namensgeber ist der Schutzpatron der ansässigen Steyler Missionare, der heilige Augustinus (* 354; † 430).

Geographie[Bearbeiten]

Sankt Augustin liegt im Südosten der Kölner Bucht, genauer in der Siegniederung, einem weitgehend ebenen Bereich zwischen dem Rhein und den Ausläufern des Bergischen Landes und des Siebengebirges. Im Westen grenzt es ohne geographische Trennung an Bonn an, im Norden bildet der Unterlauf der Sieg eine natürliche Grenze zu Troisdorf und Siegburg, und der Beginn des Hügellandes markiert grob die Grenzen zu Hennef im Osten, Königswinter im Südosten und Bonn im Südwesten.

Die Ortsteile Hangelar inkl. Niederberg, Sankt Augustin-Ort, Niederpleis inkl. Schmerbroich und Mülldorf liegen entlang der Verbindungslinie Bonn-Siegburg. Sie bilden den bis auf kleinere Freiflächen durchgängig bebauten Hauptteil der Stadt. Nur Menden und Meindorf im Norden, Buisdorf im Osten und Birlinghoven im Süden sind durch größere Wiesen, Felder und im Falle Birlinghovens einen Wald abgesetzt. In Niederpleis erhält die Sieg ihren letzten linken Zufluss, den Pleisbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Sankt Augustin besteht aus acht Stadtbezirken, die nach der nordrhein-westfälischen Gemeindeordnung über einen eigenen Ortsvorsteher verfügen.

Stadtbezirk Einwohner
laut Stadtverwaltung
Juli 2007
Fläche
Birlinghoven 1.952 3,2 km²
Buisdorf 3.275 3,5 km²
Hangelar
(mit Niederberg)
9.195 6,7 km²
Meindorf 2.929 2,1 km²
Menden 10.229 7,2 km²
Mülldorf 9.386 2,1 km²
Niederpleis
(mit Schmerbroich)
12.315 6,9 km²
Ort 6.556 2,6 km²

Geologie[Bearbeiten]

Der Untergrund besteht im Großteil des Stadtgebietes aus geologisch jungen (erst im Quartär entstandenen) Kies- und Sandablagerungen. Die Oberfläche bildet eine 0,5 bis 2 m dicke Hochflutlehmschicht, die in der Nähe der Flüsse und Bäche abgewaschen ist, die Aueböden sind somit nährstoffärmer. In den höheren Lagen im Südosten dominieren Sande, Tone und Tuffe mit einer bis zu 15 m dicken, landwirtschaftlich sehr gut geeigneten Lößdecke.

Geschichte[Bearbeiten]

In der Zeit vom 6. bis zum 9. Jahrhundert wurden die Herrschaftsgebiete Franken in sogenannte Gaue (Verwaltungsbezirke) eingeteilt. Das heutige Sankt Augustiner Stadtgebiet zählte zum Auelgau, der 722/723 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. Der Sitz des Comes/Grafen war die Burg auf dem Michaelsberg in Siegburg. Mitte des 11. Jahrhunderts kam es zu einem Machtkampf zwischen Pfalzgraf Heinrich und Erzbischof Anno II. von Köln. Als Anno den Pfalzgrafen besiegte, gründete er auf dem Michaleberg das Benediktinerkloster, die heutige Abtei Michaelsberg.

Das heutige Stadtgebiet war im Mittelalter ein ständiger Zankapfel zwischen den jeweils herrschenden Fürsten. Die Streitigkeiten zwischen dem Grafen von Sayn (Westerwald) und dem Grafen von Berg (Stammsitz bei Altenberg, später Burg an der Wupper) mündeten in der Tatsache, dass 1363 nach ursprünglicher Verpfändung die Herrschaft Blankenberg durch Nichteinlösung an den Grafen Wilhelm II. von Berg fiel.

Ende des 15. Jahrhunderts gehörte dann annähernd der gesamte heutige rechtsrheinische Rhein-Sieg-Kreis zum Herzogtum Berg. Dieses Herzogtum war verwaltungsmäßig in Ämter eingeteilt. Diese Ämter waren ihrerseits in Honnschaften aufgeteilt.

Die Honnschaften Buisdorf, Mülldorf und Niederpleis waren dem Kirchspiel Niederpleis zugehörig. Meindorf, Obermenden und Niedermenden dem Kirchenspiel Menden, Holzlar und Hangelar dem Kirchspiel Vilich und die Honnschaft Birlinghoven dem Kirchspiel Stieldorf. Sie alle zählten zum Amt Blankenberg.

Im Rahmen der Bildung des Rheinbundes kam das Herzogtum Berg 1806 unter französische Herrschaft. 1808 erfolgte eine einschneidende territoriale Neuordnung durch Napoleon. Die sogenannte Munizipalverwaltung wurde eingeführt. An der Spitze stand nunmehr ein Maire, ein Bürgermeister, der die kommunalen Geschäfte leitete. Nach dem Rückzug der französischen Truppen 1813 existierte für zwei Jahre lang eine provisorische Führung.

Im Jahre 1815 wurde das heutige Stadtgebiet vom Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugesprochen. Es zählte innerhalb der Rheinlande zur Provinz Jülich-Kleve-Berg und zum Kreis Siegburg (Zusammenlegung mit dem Kreis Uckerath 1825 zum Siegkreis) und nannte sich nunmehr Bürgermeisterei Menden (ab 1927 Amt Menden (Rheinland)).

Das 20. Jahrhundert hat für das heutige Sankt Augustiner Stadtgebiet mehrere kommunale Gebietsänderungen aufzuweisen.

Am 1. Juli 1906 wechselte der Ort Zange von der Gemeinde Mülldorf zur Stadt Siegburg. 1927 wird der Ortsteil Deichhaus, der bis dahin zur Gemeinde Buisdorf gehörte, auch der Stadt Siegburg übergeben. Beide Gemeinden erhalten von der Stadt Siegburg finanzielle Entschädigungen für den Gebietsverlust.

1935 werden die Gemeinden Ober- und Niedermenden zu Menden (Rheinland) zusammengelegt.

Folgende Gemeinden zählten nun zum Amt Menden: Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden, Mülldorf, Niederpleis und Holzlar. Friedrich-Wilhelms-Hütte, das zur Gemeinde Menden gehörte, fiel bei der letzten kommunalen Neugliederung 1969 an Troisdorf und Holzlar an Bonn. Birlinghoven gehörte bis 1969 zur Gemeinde Stieldorf.

Die Siegburger Bahn der Bonner Stadtbahn wurde 1911 in Betrieb genommen. Das Missionshaus St. Augustin gibt es seit 1913.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das heutige Stadtgebiet von Sankt Augustin durch Fliegerbomben und später durch Artillerie schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein beträchtlicher Teil der Zerstörung entstand in den letzten Kriegswochen durch deutsche Artillerie, als die Sieg südliche Frontlinie des Ruhrkessels war.[2]

In den 30er und 50er Jahren gab es bereits erfolglose Versuche, die Gemeinden des Amtes Menden zu einer Gemeinde zusammenzulegen. Im Zuge der Gebietsreform 1969 (Bonn-Gesetz) wurde diskutiert, das Gebiet des Amtes Menden auf die Städte Bonn, Siegburg und Troisdorf aufzuteilen. Man bevorzugte jedoch die Neugründung der Gemeinde Sankt Augustin am 1. August 1969 aus den bisher selbständigen Gemeinden Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden (Rheinland) und Siegburg-Mülldorf. Gebietsteile von Beuel (Landkreis Bonn), Holzlar und Stieldorf kamen hinzu.[3]

Stadtzentrum heute

In den 1970er Jahren wurde auf dem Gebiet des Stadtteils Sankt Augustin-Ort ein Stadtzentrum mit Rathaus, Marktplatte, Einkaufszentrum und zahlreichen weiteren Büro- und Gewerbegebäuden gebaut. In den 80er Jahren wurde dem Stadtzentrum noch ein Hotel und ein Ärztehaus hinzugefügt. Außerhalb des Marktplatten-Ringes befinden sich noch das Postgebäude, das Finanzamt Sankt Augustin, das Rhein-Sieg-Gymnasium mit Aula, die Kinderklinik mit Herzzentrum und ein Altenheim.

In den 70er Jahren wurde das Schulzentrum Niederpleis gebaut mit einer Sechsfachsporthalle, einem Hallenbad, einer Haupt- und Realschule sowie dem Albert-Einstein-Gymnasium.

Am 6. September 1977 erhielt die Gemeinde Sankt Augustin die Stadtrechte.[4]

Mitte der 80er Jahre wurde die Autobahn A 560 entlang des alten Siegdammes gebaut. Sie verbindet seit 1988 die A 3 mit der A 59 und stellt heute eine wichtige Verbindung dar.[5]

Als weiteres großes Bauprojekt wurde die Zweigstelle der 1995 gegründeten Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Betrieb genommen. Das Hauptgebäude wurde 1999 eröffnet, ein Erweiterungsbau 2005.

Religionen[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Missionshauses der Steyler Missionare

In Sankt Augustin-Ort steht das Missionshaus St. Augustin der Steyler Missionare (SVD). Seit 1932 gehört zum Kloster eine Philosophisch-Theologische Hochschule. Während des Nationalsozialismus wurden die Steyler enteignet und vertrieben, kehrten aber 1945 wieder zurück und bauten die im Krieg beschädigten Gebäude wieder auf. Seitdem kamen viele weitere Gebäude und Institute hinzu, insbesondere 1973 das Ethnologische Museum „Haus Völker und Kulturen“, die Steyler Missionsprokur und die Steyler Bank.

Nach dem Missionshaus benannte sich zunächst die Siedlung, aus der der heutige Stadtteil Sankt Augustin-Ort hervorging, in St. Augustin. Bei Gründung der Gemeinde Sankt Augustin 1969 übernahm die Gemeinde und heutige Stadt diesen Namen.

Die katholische Pfarrkirche St. Martinus im Stadtteil Niederpleis gilt als ältestes Gebäude im Stadtgebiet.

Im Stadtgebiet gibt es mehrere katholische und evangelische Kirchengemeinden. Seit 1989 besteht auch eine Neuapostolische Kirche in der Stadt; das Kirchengebäude im Stadtteil Hangelar wurde 1995 geweiht.

Ursprünglich war geplant, die Abschlussmesse des Weltjugendtages 2005 mit Auftritt des Papstes auf den Wiesen des Hangelarer Flugplatzes stattfinden zu lassen, diese wurde letztlich auf das Marienfeld zwischen Kerpen und Frechen verlegt.

Politik[Bearbeiten]

Das Sankt Augustiner Rathaus

Stadtdirektoren[Bearbeiten]

  • 1969–1977: Ulrich Syttkus (SPD)
  • 1977–1996: Walter Quasten (CDU)

Bürgermeister[Bearbeiten]

1996 wurde in Sankt Augustin die Doppelspitze abgeschafft. Anke Riefers (vorher ehrenamtliche Bürgermeisterin) wurde vom Rat der Stadt zur ersten hauptamtlichen Bürgermeisterin gewählt und damit Nachfolger von Stadtdirektor Dr. Quasten als Verwaltungschef.

  1. 1969–1989: Karl Gatzweiler (CDU) (Erster Ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Sankt Augustin)
  2. 1989–1994: Wilfried Wessel (CDU) (Letzter Ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Sankt Augustin)
  3. 1994–1995: Anke Riefers (SPD)
  4. 1995: Hans Jaax (SPD) (kommissarisch)
  5. 1995–1999: Anke Riefers (SPD)
  6. seit 1999: Klaus Schumacher (CDU)

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[6]
Wahlbeteiligung: 54,6 % (2004: 58,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
43,3 %
27,5 %
11,5 %
10,9 %
4,0 %
1,7 %
1,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,4 %p
-3,9 %p
± 0,0 %p
+2,5 %p
+4,0 %p
+1,7 %p
+1,0 %p

Die 50 Sitze des Stadtrats verteilen sich wie folgt:

(Stand: 10. November 2012)

Die Stadtratsfraktionen von CDU und FDP haben eine Kooperation vereinbart.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens in der städtischen Hauptsatzung lautet: „Das Stadtwappen zeigt im Schildhaupt in Silber (Weiß) einen schreitenden, doppeltgeschwänzten, blau bewehrten, blau bezungten und blau gekrönten roten Löwen; darunter ein von blau nach silber (weiß) 16-fach geschachtes Feld.“

Durch kommunale Neugliederung (Bonn-Gesetz vom 10. Juni 1969) wurden die Gemeinden Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden (Rheinland), Niederpleis, Siegburg-Mülldorf sowie die Ortschaft Birlinghoven zur Gemeinde Sankt Augustin zusammengeschlossen. Die neu entstandene Gemeinde übernahm das Wappen, das 1936 der Oberpräsident dem Amt Menden verliehen hatte. Es zeigt den Bergischen Löwen als Hinweis auf den alten Landesherrn, den Herzog von Berg; das Schachmuster entstammt dem Wappen der Ortsherren von Menden.

Kinder- und Jugendparlament / Jugendstadtrat[Bearbeiten]

Das Kinder- und Jugendparlament besteht seit 1991.

Im Jahr 2010 wurde der erste Jugendstadtrat gewählt, für den Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren stimmberechtigt sind.[7] Vorsitzende sind Christian Preuße und Pia Kürbis, die diese Verantwortung auch schon in der Zeit des Aufbaus übernommen haben.

Am 17. November 2011 feierte das Kinder- und Jugendparlament sein 20-jähriges Bestehen und seine 40. Sitzung im Rahmen einer Jubiläumssitzung.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sankt Augustin unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sankt Martinus
Schloss Birlinghoven

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Stieleiche im Birlinghovener Wald[9]

Bauwerke[Bearbeiten]

Erhaltene Altstadtteile mit rheinischen Fachwerkhäusern gibt es in Birlinghoven, Buisdorf, Hangelar, Menden und Niederpleis. Das älteste Gebäude der Stadt ist die Pfarrkirche Sankt Martinus in Niederpleis, die in Teilen bis ins 12. Jahrhundert zurückgeht; in diesem Ortsteil finden sich auch ein Rittersitz und eine historische Mühle. Das Schloss Birlinghoven wurde von 1901 bis 1903 im Stil englischer Landschlösser erbaut, zu ihm gehören eine Orangerie und eine in den Birlinghovener Wald übergehende Parkanlage. Momentan gehört das Schloss zum Campus des Fraunhofer Institutszentrums Birlinghoven und ist nicht ohne vorherige Ankündigung zu besichtigen.

Museen[Bearbeiten]

Über die Stadt hinaus bekannt ist das Haus Völker und Kulturen der Steyler Missionare, seine Schwerpunkte liegen auf Exponaten aus Schwarzafrika, Papua-Neuguinea, China und Äthiopien.

Kulturelles Angebot[Bearbeiten]

Theater-, Kabarett- und Musikveranstaltungen finden im Schloss Birlinghoven, dem Haus Menden, den Aulen der Schulen und diversen kleineren Einrichtungen statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wie überall im Rheinland wird in Sankt Augustin Karneval gefeiert. Die Tollitäten sind das Prinzenpaar der Stadt Sankt Augustin, das Prinzenpaar von Menden und das Kinderprinzenpaar von Meindorf (Prinz und Prinzessin). Es gibt einen Hauptzug in Sankt Augustin am Karnevalssonntag, der von Niederpleis über Mülldorf nach Sankt Augustin-Ort verläuft, sowie Stadtteilzüge in Birlinghoven (Sonntagmorgen), Hangelar (Sonntagmorgen), Meindorf (Rosenmontag) und Menden (Rosenmontag).

Zusätzlich finden sich jedes Jahr an Weiberfastnacht (Donnerstag) mehrere tausend Jugendliche zur großen Weiberfastnachtsparty auf der Marktplatte (Karl-Gatzweiler-Platz) zusammen. Traditionell finden an diesem Tag auch die Weibersitzungen in den Ortsteilen Menden, Meindorf und Hangelar statt. Jedes Jahr am Karnevalsfreitag ist die Rathauserstürmung. Ansonsten findet der Karneval natürlich auch in den Kneipen und Veranstaltungsstätten statt.

Im Frühsommer veranstaltet der TV Hangelar seit 2010 ein Familiensportfest unter dem Motto „Familien in Bewegung“ auf dem Sportplatz im Ortsteil Hangelar.

Im September findet das überregional bekannte Straßenfest „Hangelarer Spektakel“ auf der Kölnstraße im Ortsteil Hangelar statt.

Im Oktober findet seit 1981 ein Volkslauf „Rund um den Flugplatz“ (Bonn/Hangelar - BNJ) mit Strecken über 400 m, 800 m, 5 km sowie dem 10-km-Volkslauf statt. Veranstalter ist der TV Hangelar. Start und Ziel ist der Sportplatz im Ortsteil Hangelar.

Im November findet jährlich in den Sporthallen am Rhein-Sieg-Gymnasium eine kostenlose Schauturnveranstaltung des TV Hangelar statt.

Die DLRG Sankt Augustin e. V. veranstaltet seit 2010 regelmäßig einmal im Jahr ein 24-Stunden-Schwimmen im Freibad, zu dem auch Schwimmer aus anderen Regionen anreisen.

In den Ortsteilen gibt es zudem zahlreiche weitere Feste wie Kirmes oder Feuerwehrfest.

2014 findet im Frühjahr zum dritten Mal die Legoaustellung „ABSolut Steinchen“ in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Campus Sankt Augustin statt. Nationale und internationale Legobauer stellen an einem Wochenende ihre eigenen Creationen (MOCs) aus.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die B 56 verbindet Sankt Augustin mit Bonn.

In der Stadt sind 31.171 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 27.743 Pkw [10].

Die Strecke der Siegburger Bahn verbindet die Stadt Sankt Augustin mit der Kreisstadt Siegburg sowie mit der Bundesstadt Bonn und im weiteren Streckenverlauf mit Königswinter und Bad Honnef über die Linie 66. An Schultagen verkehrt außerdem die Linie 67 in Richtung Bonn-Bad Godesberg. Haltestellen im Stadtgebiet sind Sankt Augustin Mülldorf, Sankt Augustin Markt, Sankt Augustin Kloster, Sankt Augustin Ort, Hangelar Ost, Hangelar Mitte und Hangelar West.[11] Die Rechte Rheinstrecke führt ebenfalls durch Sankt Augustin, an dieser liegt im Stadtgebiet der Haltepunkt Menden (Rheinland). Des Weiteren führt die eingleisige Kleinbahn Beuel–Großenbusch der Rhein-Sieg-Eisenbahn von Bonn-Beuel in den Stadtteil Hangelar, auf der Strecke findet zu Pützchens Markt Personenverkehr statt. In unmittelbarer Nachbarschaft der Stadt und über die Stadtbahn angeschlossen befindet sich der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn. Drei Autobahnanbindungen an die A 560 gibt es in Menden, Mülldorf und Niederpleis, eine an die A 59 nahe Hangelar in Bonn. Im Osten tangiert die A 3 Sankt Augustin und ist über die Auffahrt zur A 560 in Niederpleis unmittelbar angebunden. Wichtigste überregionale Busverbindung ist die Linie 640 von Siegburg über Sankt Augustin bis Bonn Hauptbahnhof. Sofern die Stadtbahn Linie 66 wegen Gleisbehinderungen nicht verkehren kann und keine Ersatzbusse seitens der Verkehrsbetriebe organisiert sind, stellt die Buslinie 640 die Ausweichalternative dar. Die Fahrtzeit ist jedoch erheblich länger. [12]

Blick über die Marktplatte

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Sankt Augustin existieren mehrere Gewerbegebiete mit Industriebetrieben, im Maschinenbausektor zum Beispiel die Kuhne GmbH. Das Sägewerk Füssenich, das Eicheschnittholz produziert, sowie die Sägewerk Buchen GmbH, die sich verstärkt dem Thema erneuerbare Energie widmet (Pellets, Kaminholz, Briketts), gehören zur holzverarbeitenden Industrie. Der HUMA Einkaufspark ist eines der größten Einkaufszentren der Region, größte Mieter sind Real, Saturn und Intersport. Der Flugplatz Bonn/Hangelar ist der größte Segelflugplatz der Region und gilt als einer der ältesten Flugplätze Deutschlands. Die einzige Missionsbank in Deutschland, die Steyler Bank, hat ihren Unternehmenssitz in der Stadt.

HUMA-Einkaufspark

Forschung[Bearbeiten]

Sankt Augustin ist Sitz des Instituts für Arbeitsschutz (IFA), eines Forschungs- und Prüfinstituts der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Auf dem Campus von Schloss Birlinghoven sind drei Fraunhofer-Institute (ehemals Institute der GMD) angesiedelt:

Bildung[Bearbeiten]

Seit 1932 ist Sankt Augustin Sitz der Philosophisch-Theologischen Hochschule SVD der Steyler Missionare. Seit 1995 hat die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit den drei Fachbereichen „Wirtschaftswissenschaften“, „Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus“ sowie „Informatik“ ihren Sitz in der Stadt.

Darüber hinaus weist Sankt Augustin folgende Schulen auf:

  • Albert-Einstein-Gymnasium
  • Rhein-Sieg-Gymnasium
  • Gesamtschule der Stadt Sankt Augustin
  • Realschule Niederpleis
  • Realschule Menden
  • Hauptschule Niederpleis
  • Hauptschule Menden
  • Heinrich-Hanselmann-Schule (Förderschule für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung)
  • Gutenbergschule (Förderschule für den Förderschwerpunkt Lernen)
  • Astrid-Lindgren-Schule (Schule für Kranke)
  • Rheinische Förderschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, Sankt Augustin
  • Freie Waldorfschule Sankt Augustin

sowie 9 Grundschulen.

Außerdem gibt es verschiedene Einrichtungen der Berufsbildung und sonstigen Weiterbildung:

Verbände, Körperschaften und sonstige Vereinigungen[Bearbeiten]

Insbesondere aufgrund der Nähe zum früheren Regierungssitz und zur heutigen Bundesstadt Bonn ist Sankt Augustin Standort mehrerer bundesweit tätiger Vereinigungen und auch Standort von Bundesbehörden selbst. Die bekannteste Einrichtung ist der Hauptstandort der Bundespolizei im Stadtteil Hangelar. Auch Einrichtungen der Bundeswehr befinden sich in der Stadt. Sankt Augustin ist außerdem Sitz des RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung, der das älteste Umweltzeichen der Welt verleiht, den Blauen Engel[13].

Die Kinderklinik in Sankt Augustin-Ort genießt in der Region ein großes Ansehen. In ihr ist außerdem eines der vier deutschen Kinderherzzentren untergebracht.

Bundeseinrichtungen[Bearbeiten]

Vereinigungen und Verbände[Bearbeiten]

Sankt Augustin ist Sitz nachstehender bundesweit tätiger Einrichtungen:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

In Sankt Augustin gibt es 62 Sportvereine und mehrere kommerzielle Sportstudios. 14.100 Sportlerinnen und Sportler sind in den Sportvereinen organisiert. Dachverband ist der seit 2002[15] bestehende Stadtsportverband Sankt Augustin e. V. Die größten Sportvereine sind der ASV Sankt Augustin mit 1.650 Mitgliedern und der TV Hangelar mit 1.056 Mitgliedern. Die ältesten Sportvereine wurden um die Jahrhundertwende gegründet: TuS Buisdorf 1900, TuS Niederpleis 1901 und VfL Sankt Augustin 1902. Sportangebote in den Vereinen sind u.a. Fußball, Handball, Leichtathletik, Turnen, Gymnastik, Schwimmen, Tischtennis, Judo, Tennis, Fechten, Tanzen, Reiten, Golf, Schützen, Luftsport, Schach und Sport für Behinderte.

Sankt Augustin war einmal eine Hochburg des Handballs mit dem TuS Niederpleis in der Regionalliga-West. Heute sind es die Frauen des FC Sankt Augustin, die in der Regionalliga-West Fußball spielen. Die Tennisspieler von Rot-Weiß Hangelar, Regionalliga-West und der 1.Pool Billard Club Sankt Augustin sind in der 2. Bundesliga vertreten. Alle anderen Wettkampfmannschaften der Stadt spielen nur in den unteren Klassen. Aus Sankt Augustin kommen einige auch international bekannte Sportler: Ute Wessel, Olympiasiegerin 1976 in Montreal im Fechten, mehrfache Deutsche Meisterin und heute eine der weltbesten Fechterinnen der Seniorinnen; Birgit Lennartz, 13-fache Deutsche Meisterin auf langen Strecken (100 km, Marathon, Berglauf), drei Weltrekorde; Patricia Hanebeck U19 Fußballweltmeisterin 2004 und Bundesligaspielerin im Fußball; Gerold Boch, 12-facher Deutscher Mannschaftsmeister 1973 bis 1985 und 217 mal im Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft als Säbelfechter; Burkhard Lennartz (einmal Deutscher Meister über 100 km, die jugendlichen Zehnkämpfer des ASV Sankt Augustin (2mal Deutscher Mannschaftsmeister)).

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Hans Luhmer: Von der Bürgermeisterei Menden zur Gemeinde Sankt Augustin; in: Stadtarchiv Sankt Augustin (Hrsg.), Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 20, Sankt Augustin 1994, ISSN 0936-3483
  • Martin H. W. Möllers: Neue Mittelstädte im suburbanen Raum. Kommunale Neugliederung, wirtschaftlicher Wandel und politisch-administrative Stadtentwicklungssteuerung – untersucht am Beispiel von Erftstadt und Sankt Augustin, Dortmund 1996, ISBN 3-929797-26-7
  • Martin H. W. Möllers: 20 Jahre Stadtrechte und Stadtzentrum Sankt Augustin; in: Stadtarchiv Sankt Augustin (Hrsg.), Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 27, Rheinlandia Verlag Klaus Walterscheid, Siegburg 1997, ISSN 0936-3483, ISBN 3-931509-35-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Augustin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Stadtarchiv Sankt Augustin: Das Ende des Zweiten Weltkrieges im Amt Menden/Rheinland. In: Beiträge zur Stadtgeschichte, Heft 43, Siegburg 2005, ISSN 0936-3483, ISBN 3-935005-89-X
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 85.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 303.
  5. Landschaftsverband Rheinland – Rheinisches Autobahnamt Köln: A 560 Bundesautobahn St. Augustin–Hennef, Köln 1988
  6. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c382056kw0900.html
  7. Pressemitteilung der Stadt Sankt Augustin : Der erste Jugendstadtrat in Sankt Augustin ist gewählt. http://www.sankt-augustin.de/home/page_sta_7666.html
  8. Extra-Blatt, vom 22. November 2011.
  9. Liste des Rhein-Sieg-Kreises
  10. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010
  11. Minifahrpläne der Stadtwerke Bonn 2008/2009 zu den Linien 66 und 67
  12. Minifahrpläne des VRS 2009
  13. Blauer Engel aus Sankt Augustin. Website des Bonner General-Anzeigers. Abgerufen am 5. Januar 2012.
  14. Bundeswehramt für Logistik verabschiedet sich mit großem Appell, General-Anzeiger, 26. Oktober 2012
  15. Stadtsportverband Sankt Augustin e.V. – Wir über uns. Abgerufen am 8. September 2010 (deutsch).