Sankt Georgen bei Salzburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sankt Georgen bei Salzburg
Wappen von Sankt Georgen bei Salzburg
Sankt Georgen bei Salzburg (Österreich)
Sankt Georgen bei Salzburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Hauptort: Obereching
Fläche: 24,64 km²
Koordinaten: 47° 59′ N, 12° 53′ O47.98333333333312.883333333333403Koordinaten: 47° 59′ 0″ N, 12° 53′ 0″ O
Höhe: 403 m ü. A.
Einwohner: 2.864 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 5113
Vorwahl: 06272
Gemeindekennziffer: 5 03 29
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeweg 6
5113 Sankt Georgen bei Salzburg
Website: www.st-georgen.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Franz Gangl (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(19 Mitglieder)
11 ÖVP, 6 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Sankt Georgen bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung
Anif Anthering Bergheim Berndorf bei Salzburg Bürmoos Dorfbeuern Ebenau Elixhausen Elsbethen Eugendorf Faistenau Fuschl am See Göming Großgmain Hallwang Henndorf am Wallersee Hintersee Hof bei Salzburg Köstendorf Lamprechtshausen Mattsee Neumarkt am Wallersee Nußdorf am Haunsberg Oberndorf bei Salzburg Obertrum am See Plainfeld Sankt Georgen bei Salzburg Sankt Gilgen Schleedorf Seeham Seekirchen am Wallersee Straßwalchen Strobl Thalgau Wals-Siezenheim Grödig Koppl Salzburg SalzburgLage der Gemeinde Sankt Georgen bei Salzburg im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Pfarrkirche von Sankt Georgen
Pfarrkirche von Sankt Georgen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Georgen bei Salzburg ist eine Gemeinde im österreichischen Bundesland Salzburg im Nordwesten des Bezirks Salzburg-Umgebung mit 2864 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Salzburger Alpenvorland am rechten Ufer der Salzach an der Grenze zu Oberösterreich und zu Deutschland. Sie ist durchwegs ländlich strukturiert und besteht aus etlichen kleineren Ansiedlungen. Die Gemeindefläche wird großteils landwirtschaftlich genutzt; an den Grenzgebieten zu anderen Gemeinden gibt es einige Waldgebiete. Sankt Georgen ist Teil des Gerichtsbezirks Oberndorf.

Im Südwesten der Gemeinde bildet die Salzach die Gemeinde- und zugleich Staatsgrenze zu Deutschland; fast die gesamte westliche Grenzseite zu Oberösterreich folgt dem Lauf der Moosach. Neben diesen randgelegenen Fließgewässern gibt es in der Gemeinde noch einige kleinere Bäche.

Im äußersten Nordosten hat Sankt Georgen bei Salzburg Anteil am Weidmoos, einem heute als Natur- und Vogelschutzgebiet ausgewiesenem Gelände, das sich zwischen dem oberösterreichischen Ibmer Moor und dem salzburgischen Bürmooser Moor befindet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sankt Georgen bei Salzburg besteht aus den drei Katastralgemeinden Holzhausen, Jauchsdorf und St. Georgen.

Sie umfasst folgende einzelne Ortschaften (Einwohner Stand 2011):

  • Aglassing (55)
  • Au (51)
  • Bruckenholz (26)
  • Helmberg (39)
  • Holzhausen (225)
  • Irlach (191)
  • Jauchsdorf (110)
  • Königsberg (34)
  • Krögn (47)
  • Moospirach (35)
  • Obereching (605)
  • Ölling (40)
  • Roding (77)
  • Sankt Georgen bei Salzburg (291)
  • Seetal (75)
  • Untereching (624)
  • Vollern (322)

Folgende Gemeinden grenzen an Sankt Georgen bei Salzburg:

St. Pantaleon (OÖ) St. Pantaleon (OÖ) Lamprechtshausen
St. Pantaleon (OÖ) Nachbargemeinden Bürmoos
Laufen (Bayern) Oberndorf bei Salzburg Lamprechtshausen

Geschichte[Bearbeiten]

Stolpersteine für die beiden 1940 hingerichteten Zeugen Jehovas, Johann und Matthias Nobis

Im Gemeindegebiet wurden bronzezeitliche Siedlungsreste, ein ausgedehnter Urnenfriedhof aus der Zeit um 800 v. Chr. sowie ein frühbayerisches Gräberfeld aus dem 6. bis 7. Jhdt. v. Chr. entdeckt.

Die Kirche St. Georgen (ad georgii ecclesiam) wurde im „Indiculus Arnonis“ im Jahr 789 erstmals erwähnt. St. Georgen war als Dekanat bis 1803 mit der Niederen Gerichtsbarkeit ausgestattet.

Am 19. Juli 1997 verlegte der deutsche Künstler Gunter Demnig in Holzhausen/St. Georgen zwei Stolpersteine, zum Gedenken an die 1940 von den Nationalsozialisten hingerichteten Zeugen Jehovas, Johann Nobis und seinen Bruder Matthias Nobis. Es handelte sich dabei um die ersten zwei behördlich genehmigten Stolpersteine, nachdem Demnig sein Langzeit-Gedenkprojekt bereits 1995 begonnen und seitdem mehrere „ungenehmigte Verlegungen“ von Stolpersteinen vorgenommen hatte. Die Verlegung in St. Georgen ging auf eine Initiative des aus dem Ort stammenden Gründers des Vereins Gedenkdienst, Andreas Maislinger, zurück und hatte die Zustimmung des Bürgermeisters, Friedrich Amerhauser, gefunden.[1][2]

2009 erklärte der Sankt Georgener Bürgermeister gemeinsam mit dem Bürgermeister der Nachbargemeinde St. Pantaleon eine Brücke, die in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen nationalsozialistischen Arbeitserziehungs- und Zigeuneranhaltelager St. Pantaleon-Weyer über die Moosach führt und die die beiden Orte miteinander verbindet, zur Brücke der Erinnerung.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von St. Georgen bei Salzburg hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Gangl (ÖVP).[5]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In gespaltenem Schild rechts in Silber pfahlweise ein rotgehörnter feuerspeiender grüner Drachenkopf, links in Rot ein silbernes Kreuz.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Georgen bei Salzburg

Die Gemeinde und der Museums- und Kulturförderungsverein betreiben im Sigl-Haus ein ortsverbundenes Heimatmuseum.[6] Unweit davon befindet sich das von der Gemeinde und dem kirchlichen Dekanat geführte, ebenfalls mit Schauräumen ausgestattete Georg-Rendl-Haus.[7] Beide Gebäude erinnern an den Schriftsteller Georg Rendl und an beiden Orten werden kulturelle Veranstaltungen abgehalten.

In den Jahren 2003 bis 2006 fand in Sankt Georgen das Georg-Rendl-Symposion statt, eine wissenschaftliche Tagungsreihe, die sich mit künstlerischen und gesellschaftlichen Themen befasste.

Im Frühsommer 2004 wurde zum zweiten Mal in Obereching ein künstlerisches Holz-Symposion durchgeführt. Im Sommer 2013 wurde in Sankt Georgen das Holzsmposium Lignum 2013 durchgeführt. Einzelne Skulpturen sind auf dem Weg zur Pfarrkirche St. Georg aufgestellt.

Titel: ER trägt sein Kreuz - tragt ihr IHN auch? von Stefanie von Quast

In Obereching findet alljährlich ein Georgiritt (Pferdewallfahrt zu Ehren des Heiligen Georg) statt.

Im Seetalwirt in Holzhausen befindet sich die Spielstätte des Theaters Holzhausen, einer Amateurtheatergruppe, deren Anliegen es ist, traditionelles und modernes Theater zu spielen.

Sankt Georgen ist seit Oktober 2011 Teil der landesübergreifenden Tourismusregion Seelentium, die auf sanften und nachhaltigen Tourismus setzt. Beworben wird unter anderem das Naturschutzgebiet Weidmoos.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahn-Haltestelle St. Georgen

Sankt Georgen liegt an der Sankt Georgener Landesstraße L 205 von Oberndorf bei Salzburg nach Sankt Georgen und ist mittels der Salzburger Lokalbahn an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Innerhalb des Gemeindegebietes liegen die Haltestellen Eching, Irlach und Sankt Georgen bei Salzburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Gemeinde[Bearbeiten]

  • Georg Rendl (1903–1972), Schriftsteller, lebte ab 1938 bis zu seinem Tod in Sankt Georgen
  • Franz Scharl (* 1958), Weihbischof von Wien, wuchs in Obereching auf
  • Karlheinz Schönswetter (1941–2006), Künstler, lebte seit Anfang der 1980er Jahre bis zu seinem Tod in Sankt Georgen
  • Karl Zillner (1926–1983), Bürgermeister 1964–1967

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Georgen bei Salzburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Stolpersteine“ zur mahnenden Erinnerung. Pressemitteilung der Zeugen Jehovas vom 17. Juli 1997.
  2. Gedenksteine für NS-Opfer. Auf: Website des ORF vom 14. August 2006, abgerufen am 11. Mai 2011.
  3. Stefan Mayer: Salzburgs Tiefstpunkt. Auf: www.salzburgermonat.at vom 24. Juni 2009; abgerufen am 11. Mai 2011.
  4. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/gvw/index.htm#erg.107.0.0.0.1
  5. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/bmw/index.htm#erg.107.1
  6. Heimatmuseum Sigl-Haus. salzburg.gv.at
  7. Georg-Rendl-Haus. salzburg.gv.at