Sankt Gilgen

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Sankt Gilgen
Wappen von Sankt Gilgen
Sankt Gilgen (Österreich)
Sankt Gilgen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 98,88 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 13° 22′ O47.76666666666713.366666666667545Koordinaten: 47° 46′ 0″ N, 13° 22′ 0″ O
Höhe: 545 m ü. A.
Einwohner: 3.841 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 39 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5340
Vorwahl: 06227
Gemeindekennziffer: 5 03 30
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mozartplatz 1
5340 Sankt Gilgen
Website: www.gemgilgen.at
Politik
Bürgermeister: Otto Kloiber (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(21 Mitglieder)
14 ÖVP, 5 SPÖ, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Sankt Gilgen im Bezirk Salzburg-Umgebung
Anif Anthering Bergheim Berndorf bei Salzburg Bürmoos Dorfbeuern Ebenau Elixhausen Elsbethen Eugendorf Faistenau Fuschl am See Göming Großgmain Hallwang Henndorf am Wallersee Hintersee Hof bei Salzburg Köstendorf Lamprechtshausen Mattsee Neumarkt am Wallersee Nußdorf am Haunsberg Oberndorf bei Salzburg Obertrum am See Plainfeld Sankt Georgen bei Salzburg Sankt Gilgen Schleedorf Seeham Seekirchen am Wallersee Straßwalchen Strobl Thalgau Wals-Siezenheim Grödig Koppl Salzburg SalzburgLage der Gemeinde Sankt Gilgen im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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St. Gilgen, Februar 2005
St. Gilgen, Februar 2005
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Gilgen ist eine Gemeinde mit 3841 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Nordosten des österreichischen Bundeslandes Salzburg. Sie befindet sich am Wolfgangsee im Salzkammergut.

Geografie[Bearbeiten]

Sankt Gilgen ist neben Strobl und St. Wolfgang im Salzkammergut eine der drei umliegenden Gemeinden des Wolfgangsees und hat eine Fläche von 98,67 km². Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Thalgau. Der Hauptort befindet sich in 545 m ü. A.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Gschwand (873)
  • Laim (400)
  • Oberburgau (98)
  • Pöllach (665)
  • Ried (367)
  • Sankt Gilgen (1071)
  • Unterburgau (12)
  • Winkl (305)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gschwand, Oberburgau, Ried, St. Gilgen, Unterburgau und Winkl.

Zum Gemeindegebiet gehören die Gipfel des Schafbergs und die Schafbergalm, die Drachenwand (bis zum Abbruchgrat), ein Teil des Mondsees (zwischen Scharfling und See am Mondsee) sowie ein Teil des Attersees (im Bereich Burgau).

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von St. Gilgen hat 21 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Otto Kloiber (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist Im blauen Felde über einem leicht bewegten Seespiegel eine zwölfstrahlige goldene Sonne.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet von Burgau befindet sich am Südufer des Attersees Kaiserbrunn, auch Kaiserbründl genannt. Am Steilufer des Sees wurde bei Steinbrucharbeiten um 1900 ein umfangreiches Eisendepot aus den letzten Jahrzehnten des 1. Jahrhunderts v. Chr. (ausgehende Latènezeit) aufgefunden. Das Depot umfasst vorwiegend landwirtschaftliche Geräte, darunter ein großes Sensenblatt mit 87 cm Schneidelänge, zwei Pflugscharen, einen 155 cm großen Kesselhaken, eine langgestielte Schöpfkelle, einen Löffelbohrer und einen Hakenschlüssel. Die Fundobjekte sind in der Sammlung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien aufbewahrt.[3]

Sankt Gilgen ist nach dem heiligen Ägidius von St. Gilles benannt worden, den man im deutschen Sprachraum auch Gilg oder Gilgian nennt. Ursprünglich hieß der Ort Oberdrum. Dieser Name war ein Hinweis auf die geografische Lage, nämlich am oberen Teil (Drum, Trum) des Sees.[4] Um 750 n. Chr. schenkte der Herzog Odilo (Bayern) der Salzburger Kirche das Gebiet des Abersees, um es von Mönchen erschließen zu lassen. Bis zum 13. Jahrhundert war das Gebiet im Großen und Ganzen vollständig kultiviert. Zu dieser Zeit gab es ungefähr zehn Häuser. Auch die erste Kirche wurde in diesem Zeitraum erbaut. Durch die steigende Bevölkerung musste die Kirche zweimal neu gebaut werden, einmal im Jahre 1425 und ein zweites Mal im Jahre 1769. Nach Aufnahme der Schifffahrt auf dem Wolfgangsee (1873) und vor allem nach Errichtung der Salzkammergut-Lokalbahn (1893) nahm das zuvor unbedeutende Dorf einen starken touristischen Aufschwung. Prominente wie der Arzt Theodor Billroth oder Industrielle und Bankiers wie Wilhelm Kestranek oder Max Feilchenfeld errichteten hier Sommervillen, in der Zwischenkriegszeit entwickelte sich auch eine Künstlerkolonie, die Zinkenbacher Malerkolonie, der heute ein kleines Museum gewidmet ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Gilgen
Oberburgau beim Mondsee
  • Ehemaliges Forsthaus
Ried
Sankt Gilgen
Winkl

Mythen[Bearbeiten]

Nahe dem Falkenstein liegt das Ochsenkreuz. Die Legende besagt, dass ein Bauer mit seinem Ochsen auf dem Weg über dem See zum Markt war. Es war Winter und der See war teilweise gefroren. Das Boot soll gekentert und der Bauer fast ertrunken sein. Der Ochse jedoch rettete den Bauern und brachte ihn auf eine kleine Insel. Als Dank stellte der Bauer das Kreuz auf die kleine Insel.

Es gibt auch das Hochzeitskreuz, das in der Nähe des Ochsenkreuzes zu finden ist. Die Legende aus dem 16. Jahrhundert besagt, dass eine Hochzeitsgesellschaft im Winter auf dem zugefrorenen See tanzte. Plötzlich brach das Eis auf und viele Leute versanken in den Fluten. Nur das Brautpaar konnte sich ans Ufer retten und ließ als Dank das Hochzeitskreuz errichten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Ehrenbürger:

  • Helmut Kohl (* 1930), deutscher Bundeskanzler a.D. – in den 1980er Jahren erlangte Sankt Gilgen in Deutschland als Urlaubsort des damaligen Bundeskanzlers zusätzliches mediales Interesse. Kohl wurde 1985 zum Ehrenbürger von St. Gilgen ernannt.[5]
  • Hubert Raudaschl (* 1942), Segler, Weltmeister und Olympiamedaillengewinner

mit Bezug zu St. Gilgen

  • Max Feilchenfeld (1852–1922), österreichischer Bankier - Wahlheimat in St. Gilgen
  • Wilhelm Kestranek (1863–1925), österreichischer Industrieller - Wahlheimat in St. Gilgen (Villa Kestranek 1906/07)
  • Miguel Herz-Kestranek (* 1948), österreichischer Schauspieler
  • John Quincy Adams (1874–1933), österreichischer Maler, ließ sich eines der ersten Fertigteil-Holzhäuser aus Schweden nach St. Gilgen liefern, das er zur Sommerfrische bewohnte.[6]
  • Alfred Gerstenbrand (1881–1977), österreichischer Maler, Graphiker, Illustrator, Schriftsteller und Karikaturist - Wahlheimat in St. Gilgen
  • Karl Franz Rankl (1898–1968), österreichischer Dirigent und Komponist
  • Michael Jeannée (* 1943), österreichischer Journalist

Bilder[Bearbeiten]

360°-Panoramabild auf dem Mozartplatz in St.Gilgen

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Gilgen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/gvw/index.htm#erg.108.0.0.0.1
  3. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 861.
  4. Kurt Klein: Historisches Ortslexikon. Salzburg. (pdf). Vergl. Obertrum
  5. Kohl Ehrenbürger in St. Gilgen. abendblatt.de
  6. Das Haus hat später Alfred Gerstenbrand übernommen und ist erhalten geblieben.