Sankt Jakob im Walde

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Sankt Jakob im Walde
Wappen von Sankt Jakob im Walde
Sankt Jakob im Walde (Österreich)
Sankt Jakob im Walde
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Hauptort: Kirchenviertel
Fläche: 30,3 km²
Koordinaten: 47° 28′ N, 15° 47′ O47.46611111111115.785555555556913Koordinaten: 47° 27′ 58″ N, 15° 47′ 8″ O
Höhe: 913 m ü. A.
Einwohner: 1.071 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8255, 8673, 8674
Vorwahl: 03336, 03173
Gemeindekennziffer: 6 22 42
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenviertel 24
8255 Sankt Jakob im Walde
Website: www.st-jakob-walde.steiermark.at
Politik
Bürgermeister: Anton Doppler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
10 ÖVP, 5 SPÖ
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Jakob im Walde mit 1071 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sankt Jakob im Walde liegt ca. 24 km nordwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg im äußersten Nordwesten des Bezirks Hartberg. Die Gemeinde gehört zum Joglland und liegt am Fuße des Wechsels im Quellgebiet der Lafnitz. Im Westen wird das Gemeindegebiet durch die Feistritz begrenzt. In der Umgebung von Sankt Jakob im Walde befinden sich zahlreiche Erhebungen mit einer Höhe über 1000 m: Blasenkogel (1313 m), Eggberg (1215 m), Wienhoferkogel (1206 m), Ochsenkopf (1191 m), Arzberg (1111 m), Lechenbauerkogel (1097 m) und Rottalberg (1003 m).

Die höchsten Erhebungen verlaufen von Südwesten nach Nordosten durch das Gemeindegebiet und Teilen es in zwei Teile: das Filzmoos, das zur Feistritz abfällt, im Nordwesten und den Ort Sankt Jakob im Walde mit Eggviertel, Ebenviertel, Grabenviertel, Kirchenviertel, Dorfviertel und Lechenviertel im Südwesten, der zur Lafnitz hin abfällt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ratten Rettenegg Rettenegg
Ratten Nachbargemeinden Waldbach
Ratten Wenigzell Wenigzell

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet wurde um 30 v. Chr. von der Römern erobert und gehörte fortan zur Provinz Oberpannionien. 799 fiel es an die Avaren und kam zum fränkischen Reich. Als die Avaren um 982 besiegt worden waren, kam das Gemeindegebiet zu Kärnten und wurde seit 1035 von den Traungauern verwaltet.

Das Dorf Sankt Jakob im Walde wurde erstmals 1170 urkundlich erwähnt und ist seit 1204 Pfarrort. In den Jahren 1529 bis 1533 wurde die Gemeinde von den Türken heimgesucht. Mitte des 17. Jahrhunderts brach die Pest im Dorf aus und kostete 60 Menschen das Leben. Im Jahr 1886 brannten die Kirche und viele Häuser nieder.

Während des Zweiten Weltkrieges war Sankt Jakob vom 7. April bis zum 8. Mai 1945 Kriegsschauplatz der Gefechte zwischen deutschen und russischen Truppen. In dieser Zeit wurde das Dorf fünf Mal erobert und niedergebrannt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 838
1880 867
1890 838
1900 848
1910 903
1923 971
1934 1.078
1939 1.043
1951 1.036
1961 1.187
1971 1.111
1981 1.124
1991 1.135
2001 1.145

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Jakob im Walde
Kirche St.Jakob

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche wurde von den Krumbachern Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und erstmals als capella sancti Jacobi im Jahr 1209 erwähnt. Als das Stift Vorau im Jahr 1217 durch Entscheidung von Erzbischof Eberhard II. Mutterkirche von Sankt Jakob wurde, erfolgte der Ausbau zu einer Pfeilerbasilika. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche im Stil der Spätgotik umgebaut. Nachdem 1663 die Flachdecke durch ein Gewölbe abgelöst worden war, weihte der franziskanische Bischof Christof von Rojas y Spinola die Kirche. Der Kirchturm wurde 1768 erbaut, nach dem Brand von 1886 erhielt die Kirche eine neue Kuppel. 1945 wurde die Kirche während der Kriegshandlungen von Artillerie getroffen. Die heutige Ausstattung stammt größtenteils von der Jesuitenkirche in Judenburg.

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Sankt Jakob im Walde wurde 1990 und 1991 zum „Schönsten Blumendorf der Steiermark“, in den Jahren 1987 bis 1989 belegte die Gemeinde den zweiten Platz des Landesblumenschmuckwettbewerbs. Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde St. Jakob 1992 zum „Schönsten Blumendorf Europas“ gekürt und damit mit einer Goldmedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.[1]


Sport[Bearbeiten]

Aufgrund seiner Mittelgebirgslage bieten sich im Sommer zahlreiche Gelegenheiten zu Wanderungen, im Winter zu Schitouren an.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Sankt Jakob im Walde liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen an der Landesstraße von Waldbach nach Strallegg. Die Weizer Straße B 72 von Weiz nach Krieglach ist etwa sieben Kilometer entfernt. Die Semmering Schnellstraße S 6 von Wiener Neustadt nach Bruck an der Mur ist ca. 26 km entfernt und über die Anschlussstelle Krieglach-Ost zu erreichen.

Die Gemeinde ist nicht an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Umkreis von zehn Kilometern befindet sich kein Bahnhof. Der Flughafen Graz ist ca. 85 km entfernt.

Tourismus[Bearbeiten]

Übernachtungen und andere touristische Angebote in St. Jakob im Walde werden vom „Tourismusverband Joglland-Waldheimat“ vermarktet.[2] 2008 wurde eine Dauerausstellung mit dem Titel „Kräftereich“ eröffnet, die sich mit Kräften befasst, die den Menschen umgeben. Die Ausstellung wird von der Orts- und Infrastruktur-Entwicklungs-KG der Gemeinde betrieben und befindet sich im ehemaligen Pfarrhof in St. Jakob.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 502 64 10 526 71 11 397 57 9 536 73 11
SPÖ 277 36 5 219 29 4 300 43 6 201 27 4
Wahlbeteiligung 87 % 86 % 85 % 91 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Anton Doppler (ÖVP), Vizebürgermeister ist Johann Pfleger (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen wurde der Gemeinde Sankt Jakob im Walde am 1. Oktober 1987 von der Steiermärkischen Landesregierung verliehen.
Blasonierung: „In Schwarz pfahlweise ein silberner Pilgerstab zwischen silbernen Flanken im Schnitt von drei Lindenblättern außen, gewechselt mit drei Tannreisern innen.“

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Lona Murowatz (* 1919), österreichische Politikerin (SPÖ), Abgeordnete zum Nationalrat von 1968 bis 1981
  • Helmut Pirkner (1943-2012), Direktor der H. Rella & Co, ließ in St. Jakob das Landhaus der Familie erbauen.

Literatur[Bearbeiten]

Gertrude Bayer, geb. Bienert (ehemals Dichterin und Schriftstellerin), die Tochter des österreichischen Industriellen Karl Bienert schrieb einst über Sankt Jakob im Walde:

Vieles sah ich von der Welt doch eins wohin mein Auge fällt - mein Herz so froh und schneller schlägt - wo man so glücklich sich bewegt, ein kleiner Ort im Blumensaum - die Gegend rundherum ein Traum. So wunderbare Wälder, Wiesen, die lassen Urlauber genießen - herrlich die Luft ist so wie nirgendwo. Bist traurig du, dort wirst du froh - in diesem kleinen Paradies, da sind die Menschen ganz gewiss so gut und rein in ihrem Wesen das kann man schreiben und auch lesen! Ich komme wieder, bald - sehr balde...Wisst wie es heißt? „Sankt Jakob im Walde“.

Sankt Jakob im Walde: Gedicht von Gertrude Bayer


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Jakob im Walde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.blumenbuero.or.at/
  2. St. Jakob im Walde auf der Website des Tourismusverbandes Joglland-Waldheimat. (Abgerufen am 26. Juli 2010)
  3. Über das Kräftereich auf der Website der Ausstellung. (Abgerufen am 26. Juli 2010)