Sankt Margarethen im Burgenland

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Sankt Margarethen im Burgenland
Wappen von Sankt Margarethen im Burgenland
Sankt Margarethen im Burgenland (Österreich)
Sankt Margarethen im Burgenland
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 26,51 km²
Koordinaten: 47° 48′ N, 16° 36′ O47.80305555555616.606388888889151Koordinaten: 47° 48′ 11″ N, 16° 36′ 23″ O
Höhe: 151 m ü. A.
Einwohner: 2.708 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 102 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7062
Vorwahl: 02680
Gemeindekennziffer: 1 03 13
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
7062 Sankt Margarethen im Burgenland
Website: www.st-margarethen.at
Politik
Bürgermeister: Eduard Scheuhammer (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(23 Mitglieder)
14
8
1
14 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Sankt Margarethen im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Breitenbrunn am Neusiedler See Donnerskirchen Großhöflein Hornstein Klingenbach Leithaprodersdorf Loretto Mörbisch am See Müllendorf Neufeld an der Leitha Oggau am Neusiedler See Oslip Purbach am Neusiedler See Sankt Margarethen im Burgenland Schützen am Gebirge Siegendorf Steinbrunn Stotzing Trausdorf an der Wulka Wimpassing an der Leitha Wulkaprodersdorf Zagersdorf Zillingtal Eisenstadt Rust BurgenlandLage der Gemeinde Sankt Margarethen im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Sankt Margarethen im Burgenland ist eine Marktgemeinde mit 2708 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Szentmargitbánya.

St. Margarethen ist bekannt für das Bildhauersymposion St. Margarethen und die Opernfestspiele St. Margarethen (siehe 'Regelmäßige Veranstaltungen').

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Sankt Margarethen im Burgenland ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Sankt Margarethen in der Provinz Pannonia.

St. Margarethen und der Steinbruch an der Straße nach Rust (Mitte links) am damals ausgetrockneten Neusiedler See, um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Marktgemeinde ist Sankt Margarethen im Burgenland seit 1647. Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab dem Jahr 1867 war der ungarische Name „Szentmargitbanya“. Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der Name „Margita“ verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum damals neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am heutigen Grenzübergangspunkt zwischen Sankt Margarethen und Sopronkőhida (Ungarn) gelang am 19. August 1989 am Rande des Paneuropäischen Picknicks mehreren hundert DDR-Bürgern die Flucht über die damals abgeriegelte Grenze in den Westen. Dieses Ereignis wird heute vielfach als wegweisend für den Fall des Eisernen Vorhangs gewertet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Opernbühne im Römersteinbruch Sankt Margarethen mit Kulissen für Carmen
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Margarethen im Burgenland
  • Römersteinbruch: Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Römersteinbruch, in dem auch heute noch St. Margarethener Kalksandstein abgebaut wird. Hier wurde unter anderem das Baumaterial für den Wiener Stephansdom, aber auch später zum Bau vieler Gebäude entlang der Wiener Ringstraße gewonnen.
  • Skulpturen beim Römersteinbruch: beim Römersteinbruch sind Skulpturen der stattgefundenen 'Bildhauersymposien St. Margarethen' aufgestellt
  • Pfarrkirche: Eine weitere Sehenswürdigkeit in St. Margarethen ist die im Kern gotische Pfarrkirche. Das heutige Gebäude wurde 1516 fertiggestellt. Die barocke Kanzel aus Sandstein stammt aus dem Jahr 1795. Die Kirche wurde in den Jahren 1959/60 erweitert. Im Jahr 1991 Neugestaltung des Altarraumes.
  • Karner: aus dem 14. Jahrhundert
  • Pranger: aus dem 17. Jahrhundert
  • Familypark Neusiedlersee: der größte Freizeitpark in Österreich mit 140.000 m²

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Opernfestspiele St. Margarethen: Die weithin bekannten 'Opernfestspiele St. Margarethen' finden jährlich im Sommer im stillgelegten Teil des Steinbruchs statt.
  • Passionsspiele im Römersteinbruch: Rund 450 Laienschauspieler und weitere 200 Mitarbeiter aus allen Alters- und Berufsschichten – vorwiegend aus St. Margarethen – führen im Römersteinbruch in 5-jährigem Intervall die 'Passionsspiele' auf. Im Jahre 1926 wurden in St. Margarethen zum ersten Mal Passionsspiele in einem Bauernhof dargestellt.
Vier Skulpturen, Römersteinbruch, westlicher Hang

Seit 1961 wird für die alle fünf Jahre stattfindende Aufführung die Naturkulisse des Römersteinbruchs genutzt. Im Jahre 2001 kamen an 20 Spieltagen insgesamt 70.000 Besucher. Mit dem Reinerlös der Aufführungen werden pfarrliche, soziale und missionarische Projekte unterstützt. Die nächsten Passionsspiele werden wieder im Jahre 2016 im Römersteinbruch stattfinden.

Politik[Bearbeiten]

  • Bürgermeister ist Eduard Scheuhammer von der ÖVP.
  • Die Mandatsverteilung (23 Sitze) in der Gemeindevertretung ist SPÖ 8, ÖVP 14 und FPÖ 1.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bildhauer Karl Prantl

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In rotem Schild über einem grünen Berg die goldene Figur der Hl. Margarethe mit dem goldenen Wurm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

  • Karl Prantl (1923–2010), österreichischer Bildhauer, Gründer des 'Bildhauer-Symposion in St. Margarethen'

Literatur[Bearbeiten]

  • F.J.Grobauer: Steine, Menschen, Zeiten: St. Margarethen. – 64 S. Wien 1965.
  • Josef Altenburger: Festschrift 750 Jahre Marktgemeinde St. Margarethen (1232-1982). – 187 S.
  • Josef Altenburger: Erinnerungen an ein Leben im Dorf, 246 S. Verlag Marktgemeinde St. Margarethen im Burgenland, 2000.
  • Alfred Weidinger (Hrsg.): Wir wollen Zeichen setzen. 50 Jahre Bildhauersymposion St. Margarethen. Weitra 2009, ISBN 978-3-900000-46-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Margarethen im Burgenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien