Sankt Stefan ob Leoben

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Sankt Stefan ob Leoben
Wappen von Sankt Stefan ob Leoben
Sankt Stefan ob Leoben (Österreich)
Sankt Stefan ob Leoben
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leoben
Kfz-Kennzeichen: LN
Fläche: 78,55 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 14° 59′ O47.31972222222214.9775588Koordinaten: 47° 19′ 11″ N, 14° 58′ 39″ O
Höhe: 588 m ü. A.
Einwohner: 1.933 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8713, 8714
Vorwahl: 03832
Gemeindekennziffer: 6 11 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 14
8713 Sankt Stefan ob Leoben
Website: www.st-stefan-leoben.at
Politik
Bürgermeister: Ronald Schlager (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
ÖVP 5, SPÖ 8, FPÖ 1, KPÖ 1
Lage der Gemeinde Sankt Stefan ob Leoben im Bezirk Leoben
Eisenerz Gai Hafning bei Trofaiach Hieflau Kalwang Kammern im Liesingtal Kraubath an der Mur Leoben Mautern in Steiermark Niklasdorf Proleb Radmer Sankt Michael in Obersteiermark Sankt Peter-Freienstein Sankt Stefan ob Leoben Traboch Trofaiach Vordernberg Wald am Schoberpaß SteiermarkLage der Gemeinde Sankt Stefan ob Leoben im Bezirk Leoben (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
St. Stefan von Südosten
St. Stefan von Südosten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Stefan ob Leoben ist eine Gemeinde mit 1933 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Steiermark (Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Leoben).

Geografie[Bearbeiten]

Sankt Stefan liegt im Murtal ca. 15 km westlich der Bezirkshauptstadt Leoben im geografischen Mittelpunkt der Steiermark.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgendes sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Kaisersberg (394)
  • Lichtensteinerberg (17)
  • Lobming (378)
  • Niederdorf (139)
  • Sankt Stefan ob Leoben (1014)
  • Zmöllach (34)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kaisersberg, Lichtensteinerberg, Lobming, Niederdorf und St. Stefan.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kammern im Liesingtal Traboch
Sankt Michael in Obersteiermark
Kraubath an der Mur Nachbargemeinden
Sankt Lorenzen bei Knittelfeld (Bez. Murtal) Rachau (Bez. Murtal) Übelbach (Bez. Graz-Umgebung, )
Blick vom Kamsberg auf St. Stefan ob Leoben

Geschichte[Bearbeiten]

Seine Entstehung hat der Ort einer Brücke über die Mur (genannt Brücke zum Hl. Stefan) zu verdanken. Diese war der einzige Übergang zwischen Knittelfeld und Leoben. Um 860 n. Chr. werden in Schenkungsurkunden Gehöfte im heutigen Gemeindegebiet genannt und 927 findet sich die Ortsbezeichnung Lobminichamundi ‚Lobmingmündung‘.

1105 wird eine Kapelle vom Grafen Waldo von Rein errichtet, 1122 kommt das Testament von Herzog Heinrich III. von Kärnten zum Tragen, in dem dieser den steyrischen Otakaren u. a. das obere Murtal bis … hintz Sanct Stephandes prukke … vermacht. 1155 kommt der Name Goggendorf iuxta pontem Sancti Stephani (‚Dorf des Gogo [Name eines bayrischen Grundherrn] bei der Stephansbrücke‘) vor. Der Name St. Stefan hält sich auch in der Zeit der slawischen Besiedelung: St. Stephanus Chrowat (Chrowat noch im Namen des Nachbarortes Kraubath erhalten).

Im 13. Jahrhundert finden wir die Grafen von Pfannberg als landesfürstliche Lehensnehmer der Herrschaft; um 1240 wird mit dem Burgbau in Chaysersperch ( Burg Kaisersberg)[2] begonnen.

Um 1581 wird ein Alaunwerk „ob Kaisersberg“ erwähnt, 1629 der Beginn des Kupfererzabbaues in Lobming und 1755 den Beginn des Grafitbergbaues in Kaisersberg (Grafit wurde damals „Wasserblei“ genannt).

1776 wird eine Schule im Ort gegründet und 1787 erhält die Pfarrkirche ihre heutige Gestalt. Bis 1793 war die Burg besiedelt, dann begann der Burgherr Graf Breuner, sie abzutragen. Gleichzeitig wurde am Fuße des Burgberges das Neuschloss errichtet. Im Jahre 1809 wird die Burg in den Franzosenkriegen (Schlacht bei St. Michael, dem Nachbarort) gänzlich zerstört.

Seine größte Bergbaubedeutung erhält der Ort durch Toneisenfunde am Lichtensteinerberg und dem dazugehörigen Schmelzwerk in der Vorlobming. Hier hat auch Josef Ressel, der Erfinder der Schiffsschraube, 1828 den Röhrenkessel für sein Versuchsschiff „Civetta“ bauen lassen. Dieser Kessel brachte durch das Schmelzen eines Kupferrohres bei der Probefahrt Ressels Schiffsschraube in Misskredit und diese bedeutende Erfindung wurde in Österreich zur Seite gelegt.

1848 wird St. Stefan eine selbstständige Gemeinde in den heutigen Gemeindegrenzen und erhält 1860 Anschluss an die Südbahn. 1862 kauft Baron Mayr-Melnhof den Grafitbergbau, das Eisenwerk Lobming und den Chromerzbergbau in Chromwerk. Er baut den Grafitbergbau aus, schließt aber die Betriebe in Lobming und Chromwerk. Später wird im Chromwerkgraben noch einmal mit Bergbau begonnen. Man findet Magnesit, baut dieses aber nur kurzzeitig ab.

1886 wird das damalige Schulhaus adaptiert und 1904 erhält Lobming eine eigene Schule, die erst 1969 aufgelöst wurde.

1934 wurde die Triester Bundesstraße ausgebaut, in den Jahren 1938/39 wurde dann eine direkte Straßenverbindung von der Bundesstraße nach St. Stefan durch den Neubau der Murbrücke geschaffen. Diese wurde durch ein Hochwasser zerstört und im darauffolgenden Jahr nochmals neu errichtet. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort von Schäden verschont, nach dem Krieg waren Russen und Engländer kurz als Besatzer im Ort.

1967 wurde nach 99-jährigem Bestand die ÖBB-Haltestelle in Preßnitz aufgelassen. Die neue Umfahrungsstraße über die Eisenbahn wurde 1970 gebaut. 1975 wurde das neue Amtsgebäude am Dorfplatz eröffnet und 1976 die neue Volksschule. In den Jahren 1978/79 wurde der Pfarrhof umgestaltet und im Jahre 1987 die Renovierung der Pfarrkirche und der Außenanlage abgeschlossen.

Mit 1. Jänner 1981 wurde der Ortsteil Greith in das Gemeindegebiet eingegliedert. Das Kanalnetz der Ortschaften Preßnitz und Kaisersberg wurde in den Jahren 1985 bis 1987 neu angelegt und im Juni 1988 wurde der Straßenknoten der Murtal Schnellstraße S 36 dem Verkehr übergeben.

Am 12. Juni 1992 wurde die neue Murbrücke eröffnet und mit 1. Oktober 1992 der Gendarmerieposten geschlossen. Am 23. Mai 1992 wurde das neue Rüsthaus der FF St. Stefan eingeweiht, am 22. November 1995 wurde der neu gestaltete Kindergarten in Betrieb genommen und am 15. September 1996 wurde das Musikheim übergeben. Im Zuge der Umgestaltung der Streckenführung wurden in Preßnitz und Kaisersberg die Schrankenanlagen der Bahn abgetragen und durch die ÖBB Straßenunterführungen nach Preßnitz und in den Windischbachgraben gebaut. Die Eröffnung fand am 24. Juli 1998 statt. Das Rüsthaus der FF Kaisersberg wurde vergrößert und modernisiert und im August 1999 durch Pfarrer Machata feierlich eingeweiht.

Die Gemeinde ist eine eigene Pfarre mit der Filialkirche Lobming. Für den Freizeitbereich bieten der Sport- und Tennisverein sowie zahlreiche Interessensvereine ihre Dienste an.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

8
5
1
1
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Bürgermeister ist Ronald Schlager (SPÖ) |Gemeinderatanzahl = 15 Der Gemeinderat hat 15 Sitze, und verteilt sich seit der Wahl 2010 mit: ÖVP 5, SPÖ 8, FPÖ 1, KPÖ 1

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Sankt Stefan ob Leoben.svg

Das Wappen enthält:

Auf blauem Grund eine silberne Burg, die auf einem silbernen Dreiberg mit Mundloch steht. Im unteren Teil des Wappenschildes befindet sich eine goldene Schiffsschraube.


Die silberne Burg ist Kaisersberg, der Berg mit Mundloch steht für die 3 Bergbaugebiete: Chromwerk, Kaisersberg (Graphit), Lobming (Schamotte). Die Schiffsschraube ehrt deren Erfinder, den k. u. k. Marine-Ing. Josef Ressel, der 1828 den Röhrenkessel für sein Versuchsschiff Civetta im Eisenschmelzwerk in der Vorlobming bauen ließ.[3] Im Jahre 1971 hat die steiermärkischen Landesregierung der Gemeinde das Gemeindewappen verliehen.

Regionalpolitik[Bearbeiten]

Sankt Stefan gehört zur LEADER-Region Steirische Eisenstraße und zu der 18. Nov. 2009 Regionext-Kleinregion Murtal um Leoben. Bei der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015 bleibt die Gemeinde vermutlich eigenständig.[4]

Lobming[Bearbeiten]

Lobming ist ein Seitental vom Murtal und Ortsteil von St. Stefan ob Leoben. Unterteilt wird die Lobming in Vor und Hinterlobming. In der Hinterlobming befindet sich eine Kirche aus der Römerzeit, die heutzutage vielfach für Hochzeiten und Taufen benutzt wird. In früheren Zeiten wurde in der Lobming Eisenerz abgebaut, das in der Vorlobming verhüttet wurde. Die Schiffsschraube, die sich auch im Wappen von St. Stefan befindet, wurde im Auftrag von Josef Ressl im Hüttenwerk Lobming erstmals gefertigt. In der Vorlobming befindet sich ein Steinbruch, in dem Steinmaterial für die Auskleidung von Hochöfen auf der ganzen Welt (Schamotte) abgebaut wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Stefan ob Leoben

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Stefan ob Leoben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Geschichte, burg-kaisersberg.at;
    Burg Kaisersberg, burgenseite.com – Baubeschreibung
  3. Herzlich Wilkommen …, st-stefan-leoben.at
  4. Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Liste Endversion A01, 2012 (pdf, gemeindestrukturreform.steiermark.at; 97 kB).