Sankt Wolfgang (Oberbayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sankt Wolfgang (Oberbayern)
Sankt Wolfgang (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sankt Wolfgang (Oberbayern) hervorgehoben
48.21805555555612.134444444444509Koordinaten: 48° 13′ N, 12° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Erding
Höhe: 509 m ü. NHN
Fläche: 46,32 km²
Einwohner: 4278 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 84427,
84419 (Birnbach)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 08085,
08081 (Armstorf), 08072 (Teile von Schönbrunn)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: ED
Gemeindeschlüssel: 09 1 77 137
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 9
84427 St. Wolfgang
Webpräsenz: www.st-wolfgang-ob.de
Bürgermeister: Jakob Schwimmer (CSU)
Lage der Gemeinde Sankt Wolfgang (Oberbayern) im Landkreis Erding
Oberding Eitting Berglern Langenpreising Moosinning Erding Bockhorn (Oberbayern) Taufkirchen (Vils) Dorfen Sankt Wolfgang (Oberbayern) Lengdorf Wartenberg (Oberbayern) Kirchberg (Oberbayern) Hohenpolding Steinkirchen (Oberbayern) Inning am Holz Fraunberg Isen Finsing Walpertskirchen Forstern Neuching Ottenhofen Pastetten Buch am Buchrain Wörth (Landkreis Erding) Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Ebersberg München Landkreis München Landkreis Landshut Landkreis FreisingKarte
Über dieses Bild

Sankt Wolfgang (oder St. Wolfgang) ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Erding (Oberbayern). Die Gemeinde grenzt an die Gemeinden Dorfen, Lengdorf und Isen im Landkreis Erding sowie Haag/Obb und Obertaufkirchen im Landkreis Mühldorf.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gegend ist weitgehend ländlich geprägt, hügelig und teils bewaldet. Landschaftlich prägend im Osten des Gemeindegebietes ist das aus Endmoränen entstandene Gattergebirge. Die Ortschaft Sankt Wolfgang liegt im Tal der Goldach etwa 27 km südöstlich der Kreisstadt Erding, 40 km südlich von Landshut, 23 km nördlich von Wasserburg am Inn und 48 km östlich der Landeshauptstadt München.

In Österreich existiert ein gleichnamiger Ort am Wolfgangsee, St. Wolfgang im Salzkammergut. Die Orte sind Partnergemeinden.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Erratischer Block bei Sollach (Geotop-Nummer 177R001)

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gemarkungen sind Gatterberg, Jeßling, Lappach, Pyramoos, Sankt Wolfgang, Schönbrunn und Tann (ein Waldgebiet südlich von Lappach). Als wichtige Gemeindeteile sind zudem die Kirchdörfer Armstorf, Großschwindau sowie das Dorf Kleinschwindau anzusehen. Die Gemarkungen umfassen folgende Siedlungen:

  • Gatterberg: Weiler Frühmanstett, Burdberg, Gänsberg, Gassen, Hundsruck (mit Irlmaier verbunden) und Schedenberg. Einöden Arbesstett (Arbasstätt), Brandstätt, Brenner, Geigersöd, Grub, Hauderstett, Hilgen, Hütter, Irlwirth, Lechner, Rindbach (Rindbeck), Rudorfer, Schloifer, Wies, Zeilhub und Zulehen.
  • Jeßling: Weiler Jeßling, Gumpenstätt, Klaus, Mammersreit, Schmidberg, Steinbach, Thal und Wernhardsberg. Einöden Anzenberg, Aschau, Baier, Deyern, Eichholz, Eisenberg, Freiling, Friedenheim, Grabenstätt, Hammer am Berg, Herrnwies, Hohmanstett, Holz, Holznachbarn, Leitmannstätt, Neuwies, Reitermann, Schachen, Weizenbach und Wohlmannstätt.
  • Kirchdorf Lappach: Weiler Herrnberg (ehemaliger Adelssitz), Holz, Schönfleck, Semmelhub, Sollach und Unterthalham. Einöden Angerl, Baumgarten, Bergham, Bichl, Endgassen, Erlach, Freundl, Haberstätt, Hackl, Haman, Hankl, Hochreit, Hodersberg, Holz am Berg, Kaltenbrunn, Kirchstätt, Lehen, Lex, Loh, Misthilgen, Oberthalham, Pumpernudel, Rabeneck, Reschenberg, Seebäck, Weinhub und Weinthal.
  • Kirchdorf Pyramoos: Weiler Deischl am Thon, Hub, Kalkgrub, Königswinkl und Mühlberg. Einöden Alten, Bramer, Braun, Edenklaus, Erlach, Grünbach, Grundbichl, Hohmannsberg, Holzweg, Kothholz, Schnurren, Stangl, Streichermühle und Weiding.
  • Pfarrdorf Sankt Wolfgang: Kirchdörfer Armstorf, Großschwindau, Dorf Kleinschwindau, Weiler Bennoberg, Kistlmühle, Oed, Reisern, Reit, Spirkersberg und Straßberg. Einöden Berndorf, Bramer, Dangl, Eiermühle, Fürth, Giglberg, Hadersberg, Holzen, Hungersberg, Kohlmühle, Krähmühle, Mayerhof, Sägmühle und Schloßöd. Die Gemeindeteile Hadersberg, Grünbach und Straßberg sind durch Ausweitung des Gemeindegebiets mittlerweile Teile des Pfarrdorfs St. Wolfgang geworden.
  • Pfarrdorf Schönbrunn: Weiler Notzing, Pürstling a. Parstling, Schmidberg und Stockham. Einöden Aign, Birnbach, Eberhart, Geltenstett, Haubenstett, Hiedl, Hilgen am Weg, Kiener, Pürstling, Saxenberg, Schachen, Singer, Stadler, Thalham, Ulrich, Zieglhäusl und Zwickl.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Sankt Wolfgang (Oberbayern)

Legende[Bearbeiten]

Im Jahre 975 verließ der Regensburger Bischof Wolfgang seinen Bischofssitz infolge politischer Wirren und flüchtete in das Goldachtal. Einer 1737 in einer päpstlichen Bulle niedergeschriebenen Legende zufolge warf der Bischof von den Hügeln östlich des heutigen Ortes St. Wolfgang eine Hacke ins Tal. An der Stelle, wo diese auf den Boden fiel, sei daraufhin eine Quelle mit frischem Wasser erweckt worden. Bischof Wolfgang habe sich dort in einer Hütte („Zelle“) niedergelassen und somit den Grundstein für den Ort St. Wolfgang gelegt. Das so genannte Wolfgangsbrünnlein findet sich noch heute in der Wolfgangskapelle, welche sich wiederum in der im 15. Jahrhundert fertig gestellten St. Wolfganger Kirche befindet.

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Erste Besiedlungsspuren im Bereich der heutigen Gemeinde St. Wolfgang sind bis in die Jungsteinzeit zurück nachzuweisen. Jahrhunderte später folgten Kelten und Römer, letztere vor allem als Reisende auf einer das Gemeindegebiet von Nord nach Süd durchquerenden Römerstraße. Mit der bajuwarischen Landnahme um das Jahr 500 begann schließlich eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung der Gegend. Als offizielles Gründungsdatum des Ortes St. Wolfgang wird, in Bezug auf die Legende, das Jahr 975 angesehen. Das 1000-jährige Jubiläum wurde im Jahr 1975 groß gefeiert.

Ab 1180 wurde die heutige Gemeinde St. Wolfgang durch die freien Reichsgrafen von Haag regiert, die das Gebiet vom Kaiser als Lehen erhielten. Während ihrer bis 1566 andauernden Herrschaft sorgten die Reichsgrafen unter anderem für den Bau der großen Kirchen in St. Wolfgang, Großschwindau, Lappach, Pyramoos und Schönbrunn. Die Grafen hatten ferner die niedere Gerichtsbarkeit inne, woran noch heute Inschriften an der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Balkendecke des Gasthauses zum Schex in St. Wolfgang erinnern.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) fanden insbesondere während des so genannten „schwedischen Kriegs“ (1630–1635) umfangreiche Kriegshandlungen auf dem Gemeindegebiet statt. Auch Schlachten der Spanischen und Österreichischen Erbfolgekriege (1701–1714 und 1741–1748) fanden zum Teil um St. Wolfgang statt. Auch die große Schlacht von Hohenlinden im Jahre 1800, die Napoléons General Moreau im Rahmen von Frankreichs Krieg gegen Österreich führte, hatte durch die geographische Nähe unmittelbaren Einfluss auf das heutige Gemeindegebiet.

Trotzdem entwickelten sich Ort und Region gut. 1733 wurde St. Wolfgang durch Kurfürst Karl Albrecht zur „geschlossenen Hofmark“ ernannt; gleichzeitig wurde ein bescheidenes Kollegiatsstift gegründet, das bis zur Säkularisation 1803 bestand. Die Errichtung einer Hofmark wurde auch dem Ort Schönbrunn wenige Jahre später zu teil.

Die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert sorgten für große Verluste in der Bevölkerung, jedoch blieb die Region um St. Wolfgang von Kampfhandlungen und größeren Zerstörungen verschont.

Seit der zum 1. Juli 1972 erfolgten Auflösung des Landkreises Wasserburg gehört die Gemeinde St. Wolfgang zum Landkreis Erding. Wesentlichen Anteil am Erfolg dieser Umstrukturierung hatte Ludwig Huber (1922-2006), der von 1966 bis 1974 erster Bürgermeister der Gemeinde war.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ihre heutige Form fand die Gemeinde St. Wolfgang am 1. April 1971, als die bislang selbständigen Gemeinden Gatterberg, Jeßling, Lappach, Pyramoos und Schönbrunn eingemeindet wurden.[4] Nach 1972 wurde die bislang selbständige Gemeinde Schiltern aufgelöst und auf die Gemeinden St. Wolfgang und Dorfen aufgeteilt.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Seit den 1950er Jahren wuchs die Einwohnerzahl der Region deutlich an. Insbesondere in den vergangenen zwei Jahrzehnten erlebte die Gemeinde einen sehr starken Bevölkerungszuwachs. Für 1978 wurden noch 2700 Einwohner auf dem Gemeindegebiet ausgewiesen[5], am 31. Dezember 2003 waren es 4.193. Dieser Zuwachs konzentriert sich vor allem auf die Gemeindeteile Sankt Wolfgang selbst und Armstorf, während die Bevölkerung in anderen Gemeindeteilen kaum gewachsen ist oder (wie in Gatterberg und Pyramoos) rückläufig ist.

Jahr Gatter-
berg
Jeßling Lappach Pyra-
moos
Schön-
brunn
Arms-
torf
Groß-
schwindau
St. Wolfgang
(Dorf)
Gesamt-
zahl
1912[6] 279 330 383 265 271 83 138 679 2428
1933 262 337 385 268 252 757 2261
1939[7] 258 302 326 259 264 822 2231
1950[8] 327 427 459 325 350 127 137 887 3039
1961 233 308 347 280 222 245 155 738 2510
1978 212 422 327 262 246 412 128 691 2700
2010 170 480 389 226 235 1007 122 1662 4291
2011 163 476 399 241 238 1036 127 1745 4425

Die Zunahme der Einwohnerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch den Zuzug einer großen Anzahl von Vertriebenen zu erklären. Der sprunghafte Anstieg für Jeßling zwischen 1961 und 1978 beruht auf dem Bau des Wolfganger Altenheims.

Blick von Westen auf Sankt Wolfgang mit Pfarrkirche (Mitte) und Rathaus (rechts)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Wolfgang wurde 1484 geweiht; sie schließt die nach 1400 errichtete Brunnenkapelle ein. Die Kirche ist ein zweischiffiger spätgotischer Wandpfeilerbau, nach Dehio gehört sie „zu den besten Beispielen des spätgotischen Backsteinbaus in Altbaiern“. Der dreijochige Chor weist einen Dreiachtelschluss auf, das Langhaus ist vierjochig. Die ältere Kapelle ist dreiseitig geschlossen, vor ihr liegt eine dreijochige Seitenkapelle. Der von einem Spitzhelm bekrönte Turm mit Eckaufsätzen ist rund 70 m hoch. Die Kirche wurde von Christoph Schäffler unter Mitarbeit von Johann Baptist Zimmermann stuckiert. Der raumfüllende Hochaltar aus dem Jahr 1679 weist im Mittelschrein Schnitzfiguren der heiligen Wolfgang, Georg und Sigismund auf, auf den Seitenflügeln Holzreliefs mit Darstellungen aus der Wolfgangslegende aus dem spätgotischen Hochaltar von Heinrich Helmschrot aus Landshut. Vier Tafelbilder des alten Hochaltars mit Szenen aus dem Marienleben sind im Chor aufgehängt, im Langhaus zwei weitere Reliefs (Verkündigung und Anbetung des Kindes). Der Kreuzaltar an der Südwand des Seitenschiffs enthält ein vielfiguriges hölzernes Kreuzigungsrelief aus der Zeit um 1480.

Vor der Kirche befindet sich in der Hofmark der von Hans Huschka gestaltete Wolfgangbrunnen.

Das Rathaus ist im ehemaligen Propst- und Dechanthof von Johann Baptist Gunetzrhainer aus dem Jahr 1737 untergebracht, der von 1737–1803 als Kanoniker-Kollegiatsstift diente. Bevor das Gebäude zum Rathaus wurde, befand sich darin das Pfarrhaus mit angeschlossener Schule. Im Frühjahr 2005 wurde der Bau stilgerecht grundlegend renoviert.

Im Gasthaus zum Schex befindet sich eine gotisierende Balkendecke aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Reizvoll sind Teile des Dorfs sowie die Hofmark im Zentrum der Gemeinde. Im Jahr 2006 erreicht St. Wolfgang im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden die Bronzemedaille auf Bezirksebene[9].

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen der Gemeinde Sankt Wolfgang

Das Wappen der Gemeinde St. Wolfgang wurde am 12. Juni 1973 festgelegt: „Wellenförmig geteilt von Rot und Silber; oben ein silberner Pferderumpf, unten ein schräggestelltes blaues Beil.“

Der Pferderumpf ist das heraldische Kennzeichen der Grafen Fraunberger zu Haag und weist auf die frühere Zugehörigkeit zur Reichsgrafschaft Haag hin. Die Hacke im unteren Teil des Wappens nimmt Bezug auf die Legende von Bischof Wolfgang. Die von ihm erweckte Quelle wird zudem durch die Wellenteilung der beiden Wappenteile symbolisiert.

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Flagge mit den Farben Blau-Weiß-Blau.

Rathaus und Pfarrhaus

Politik[Bearbeiten]

Ehrenamtlicher erster Bürgermeister der Gemeinde ist Jakob Schwimmer (CSU), der von 2003 bis 2013 auch Mitglied des Bayerischen Landtags war und bei der letzten Kommunalwahl 2008 mit rund 75 % der Stimmen bestätigt wurde. Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern, davon gehören 7 der CSU, 5 unabhängigen Wählergruppen, 3 den Freien Wählern und einer der SPD an.

Die Gemeinde beteiligt sich am Ostbündnis.

Wirtschaft[Bearbeiten]

St. Wolfgang profitiert in wirtschaftlicher Hinsicht insbesondere von seiner Nähe zum Flughafen München und einer Niederlassung des Unternehmens Siemens. Darüber hinaus ist die Gemeinde mit konstant niedriger Arbeitslosenquote immer noch stark landwirtschaftlich geprägt. Neben der relativ guten Anbindung an das Bundesstraßennetz ist die (fast) zentrale Lage zwischen Erding, Wasserburg und Mühldorf einerseits sowie zwischen Landshut, Rosenheim und München andererseits ein wichtiger Standortvorteil.

In St. Wolfgang gibt es zwei Banken: die Raiffeisenbank St. Wolfgang-Schwindkirchen eG mit zusätzlicher Zweigstelle in Schönbrunn sowie eine Filiale der Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg. Teile des Gemeindeteils St. Wolfgang sind an ein mit Holzschnitzen betriebenes Biomasse-Heizwerk angeschlossen.

Seit 1691 gab es eine Brauerei in St. Wolfgang, Die Brauerei Bauer musste 2003 jedoch schließen. Die Brauerei S. Numberger KG hatte nur von 1938 bis 1968 Bestand und wurde in den Folgejahren als Bier- und Getränkevertrieb, Mälzerei sowie als Metallbaubetrieb weitergeführt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde St. Wolfgang gibt es zwei Kindergärten (je einer in St. Wolfgang und Armstorf) in Trägerschaft der katholischen Kirche. Seit 2011 gibt es im Kindergarten St. Wolfgang zudem eine Krippeneinrichtung für Kinder unter 3 Jahren.

Die Grundschule können Kinder aus der Gemeinde im Ort St. Wolfgang besuchen, ebenso die Jahrgangsstufen 5 und 6 der weiterführenden Hauptschule. Zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 waren 265 Schüler an der Grund- und Teilhauptschule St. Wolfgang eingeschrieben, für die 15 Lehrer bereitstehen. Zu Beginn des Schuljahres 2010/11 wurden 190 Schüler und 16 Lehrkräfte gezählt.

Weiterführende Schulen liegen in den Nachbargemeinden: Hauptschulen in Dorfen, Isen und Haag in Oberbayern, Realschulen in Taufkirchen/Vils und Haag/Obb., Gymnasien in Erding, Dorfen, Gars/Inn und Wasserburg sowie Berufsschulen in Erding, Mühldorf und Wasserburg.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde wird von Norden nach Süden von der Bundesstraße 15 (der Strecke Deutsche Ferienroute Alpen-Ostsee) auf deren Weg von Landshut (40 km) nach Rosenheim (45 km) durchquert. Über die nahe gelegene B 12 und A 94 sind es rund 50 km in die Landeshauptstadt München, zur Kreisstadt Erding sind es vorbei an Dorfen etwa 25 km.

Zusammen mit den untergeordneten Straßen verfügt die Gemeinde außerorts über insgesamt 62,1 km öffentlicher Straßen. Dazu zählen neben der Staatsstraße St2086 (Ebersberg-Dorfen) auch die Kreisstraßen ED18, ED21, ED22 und ED23.

Das ÖPNV-Angebot in der Gemeinde St. Wolfgang ist klein. Neben Schulbuslinien existiert nur die Buslinie 567 von Dorfen über St. Wolfgang nach Isen und Erding, die Montag bis Freitag alle ein bis zwei Stunden befahren wird. Es gilt der Tarif des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Zudem ist Sankt Wolfgang an die Buslinie 82 (Gars am Inn-Dorfen) sowie an die Verbindung 9409 (Wasserburg am Inn-Dorfen) des Regionalverkehrs Oberbayern angebunden. Diese Linien verkehren jedoch nur an Werktagen morgens, teilweise mittags und abends.

Zahlreiche Pendler aus dem Gemeindebereich St. Wolfgang nutzen auch die Bahnverbindung aus der Nachbargemeinde Dorfen nach München.

St. Wolfgang besaß von 1900 bis 1974 (Personenverkehr bis 1968) mit dem Bahnhof in Pyramoos an der Bahnstrecke Thann-Matzbach–Haag Anschluss an das Bahnnetz. Die Strecke wurde mittlerweile abgebaut.

Tourismus[Bearbeiten]

Obwohl es mit dem Goldachtal und dem Gattergebirge zu den landschaftlich reizvollsten Gebieten des Landkreises gehört, ist St. Wolfgang in touristischer Hinsicht kaum erschlossen. Als Wallfahrtsort hat St. Wolfgang stark an Bedeutung eingebüßt[10]. Es gibt ein nennenswertes tagestouristisches Aufkommen (durch das Gasthaus zum Schex), jedoch nur relativ wenige Unterkunftsmöglichkeiten in den Gemeindeteilen St. Wolfgang, Lappach, Endgassen, Baier (beide zu Jeßling) und Edenklaus (Pyramoos). Dieses Angebot liegt teilweise weniger im Tourismus als in der relativen Nähe zu München begründet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Angaben basieren auf dem Amtlichen Ortsverzeichnis für Bayern, hg. vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, München 1987 (Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns), S. 89/90
  3. merkur-online.de: Ludwig Huber führte die Großgemeinde zusammen
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.
  5. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, München, 1978
  6. Zahlen aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, 5. Auflage, 1912/13
  7. Zahlen für 1933 und 1939 nach: Rademacher, Michael: Landkreis Wasserburg am Inn
  8. Zahlen nach Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München, 1952
  9. Merkur vom 12. Mai 2006: St. Wolfgang holt im Dorfwettbewerb Bronze
  10. Siehe die Hinweise im Text Andreas Stamml: Wallfahrt von Großschwindau (Pfarrei St. Wolfgang) nach Maria Dorfen (PDF; 210 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sankt Wolfgang (Upper Bavaria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien